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Unter welchen Voraussetzungen eignen sich GKV-Routinedaten zur Überprüfung von Leitlinien im Versorgungsalltag?

Eine Analyse anhand der Indikation Herzinsuffizienz

 

Projektkennung VfD_12_001994
Laufzeit von 01/2012 bis 03/2013
Webseitehttp://www.cherh.de/6901.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Unter welchen Voraussetzungen können GKV-Routinedaten zur Überprüfung der Leitlinienkonformität genutzt werden? Welche Eigenschaften müssen die Indikationsgebiete und Leitlinien aufweisen? Welche Potentiale und Limitationen ergeben sich aufgrund der Beschaffenheit von GKV-Routinedaten?
Wie hat sich die Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz über die Zeit (2008 bis 2011) entwickelt? Werden die Empfehlungen in den klinischen Leitlinien in der Versorgungspraxis angewendet? Zeigen sich Unterschiede zwischen verschiedenen Subgruppen (z. B. Unterscheidung nach Schweregraden, Vorliegen von Komorbiditäten, behandelnde Arztgruppe (Haus- vs. Fachärzte))?
Hat eine leitliniengerechte Behandlung Auswirkung auf patientenrelevante Endpunkte, die sich in Routinedaten abbilden lassen (Mortalität, Krankenhauseinweisungsrate sowie NYHA-Progression)?
Hintergrund / Ziele Leitlinien spielen eine zentrale Rolle in der Medizin, da sie den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammenfassen, Handlungsempfehlungen an die behandelnden Ärzte geben sowie den weiteren Forschungsbedarf aufzeigen. Fraglich ist in diesem Zusammenhang, inwiefern diese Empfehlungen im Versorgungsalltag angewendet werden. Ziel dieser vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) geförderten Studie ist es daher, zu analysieren, unter welchen Voraussetzungen Routinedaten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Überprüfung von Leitlinien im Versorgungsalltag genutzt werden können. Konkret wird anhand der Indikation Herzinsuffizienz untersucht, ob sich die Empfehlungen der nationalen Leitlinie in der Versorgungsrealität widerspiegeln und welche Auswirkungen eine leitliniengerechte Behandlung auf den Verlauf der Erkrankung hat.
Methodik Um die Fragestellungen zu beantworten, wurden Routinedaten der Techniker Krankenkasse (TK) für die Jahre 2008-2011 verwendet. Analysiert wurden sowohl ambulante als auch stationäre Abrechnungsdaten, Daten der Rehabilitation und zur Arbeitsunfähigkeit, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel-daten sowie Stammdaten der Versicherten. Die vorhandenen Routinedaten wurden zunächst validiert und mittels deskriptiver Statistik ausgewertet. Im Rahmen von Subgruppenanalysen wurden die Pati-enten auf Verschreibungsunterschiede hinsichtlich ACE-Hemmer, Beta-Rezeptorenblocker und anderen Wirkstoffen für die Herzinsuffizienztherapie untersucht. Chancen und Limitationen der GKV-Routinedaten zur Überprüfung von Leitlinienkonformität sowie Voraussetzungen an das Indikations-gebiet und an die Leitlinie selbst wurden systematisch analysiert und kritisch gewürdigt.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: 104.236)
Studiendesign Längsschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 106 Jahre
Ergebnisse Die relevante Studienpopulation umfasst 104.236 Herzinsuffizienz-Patienten (ICD I50.11-14). Neben den durchgängig Versicherten wurden ebenfalls Patienten berücksichtigt, die in dem Studienzeitraum verstorben sind. Als wichtige Voraussetzung zur Leitlinienüberprüfung müssen die Handlungsempfehlungen der Leitlinien anhand von EMB-Ziffern, ATC sowie OPS Codes abbildbar sowie dokumentiert sein, um diese mithilfe von Krankenkassendaten analysieren zu können. Dementsprechend sind nicht alle Leitlinienempfehlung darstellbar, etwa die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Dennoch lässt sich die Versorgungsrealität, im Speziellen die Pharmakotherapie, gut mit GKV-Routinedaten abbilden. So bekommen z. B. lediglich 56,4 % der Patienten ACE-Hemmer verschrieben, obwohl dies über alle Krankheitsstadien nach NYHA laut Leitlinie empfohlen wird. 70,5 % der in NYHA-Klasse II-IV eingruppierten Versicherten erhalten Beta-Rezeptorenblocker.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.02.2015