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IDA - IDA - Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin

 

Projektkennung VfD_IDA_05_001979
Laufzeit von 06/2005 bis 02/2009
Webseitehttp://www.projekt-ida.de
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Lässt sich durch eine Schulung von Hausärzten zu Diagnostik, leitlinienkonformer Therapie und nicht-medikamentösen Versorgungskonzepten sowie durch die Vermittlung zusätzlicher Unterstützungsangebote, insbesondere zugehender Angehörigenberatung, der Verbleib von Demenzpatienten in der Häuslichkeit verlängern und die Belastung der pflegenden Angehörigen verringern?
Hintergrund / Ziele Die meisten pflegebedürftigen Patienten sowie auch die Mehrheit der pflegenden Angehörigen wünscht sich einen möglichst langen Verbleib des Patienten in der häuslichen Umgebung. Bei der Demenzerkrankung, einer chronisch progredienten Erkrankung, deren Verlauf bisher medikamentös nur verzögert, aber nicht gestoppt werden kann, führt dieser Wunsch irgendwann zu Problemen. Ziel der Studie war es Angehörigen Unterstützungsangebote zu vermitteln (Angehörigengruppen sowie zugehende Angehörigenberatung, die weitere individuelle Unterstützung organisiert), die zu einer Entlastung des pflegenden Angehörigen führen und damit einen längeren Verbleib in der Häuslichkeit ermöglichen. Daneben war es Ziel der Studie die reale Versorgungssituation von Demenzpatienten (diagnostisch und therapeutisch) und ihren pflegenden Angehörigen abzubilden. Daraus sollten sich dann Verbesserungspotenziale in der Versorgung ableiten lassen.
Methodik Es handelt sich um eine dreiarmige cluster-randomisierte Studie. Insgesamt 129 Hausärzte wurden in die Arme randomisiert und schlossen zu T0 N = 390 Patienten ein. Die Patienten waren alle über 65 Jahre alt, hatten eine leichte oder mittelschwere Demenz, lebten zu Hause und hatten mindestens einen pflegenden Angehörigen sowie waren AOK-versichert. In Studienarm A erhielten die Hausärzte eine Schulung zur Diagnostik und führten ansonsten eine evidenzbasierte Normalversorgung durch. In Arm B und C wurden die Ärzte zusätzlich therapeutisch geschult und empfahlen gezielt die Teilnahme an angeleiteten Anghörigengruppen. In Arm C vermittelte der Hausarzt darüberhinaus von Beginn der Studie an eine zugehende Angehörigenberatung durch eine geschulte Pflegekraft. Diese zugehende Angehörigenberatung wurde in Arm B ab dem zweiten Studienjahr auch vermittelt. Der Beobachtungszeitraum von Patienten und Angehörigen betrug 2 Jahre. Nach 4 Jahren wurde die Institutionalisierungs- und Sterberate nochmals erhoben.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 357)
   Ärztliches Assessment  (Stichprobengröße: 390)
Studiendesign Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 65 bis 100 Jahre
Ergebnisse Mehr als drei Viertel der Angehörigen, denen die zugehende Angehörigenberatung angeboten wurde, empfanden das Angebot als hilfreich. Die teilnehmenden Ärzte beurteilten mehrheitlich die Vermittlung von Angehörigenberatung und -gruppen als sinnvoll bzw. sehr sinnvoll (75 % bzw. 71 %). Die Nutzung von Angehörigenberatung konnte durch aktive Vermittlung ca. vervierfacht werden (17 % Arm A vs. 67 % Arme B und C). Auch die Nutzung von Angehörigengruppen wurde durch gezielte Empfehlung signifikant gesteigert (von 3 % auf 15 %). Die Länge des Verbleibs in der häuslichen Umgebung sowie der Krankheitsverlauf bleiben jedoch von zusätzlichen Beratungs- und Unterstützungsangeboten unbeeinflusst. Die Schätzung der Kosten der Versorgung zu Hause lebender Demenzpatienten ergeben unter Einbeziehung der Leistung der pflegenden Angehörigen 47.000 Euro pro Jahr. Aus Perspekive der Gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung (ohne die Kosten für die Angehörigenpflege) kostet die Versorgung eines Demenzpatienten zu Hause durchschnittlich über 10.000 Euro pro Jahr.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 03.02.2015