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GeriatrieReha - Rehabilitation geriatrischer Patienten nach Schlaganfall bzw. Femurfraktur

Ein Vergleich zweier Versorgungssysteme in Deutschland an Hand von Routinedaten der gesetzlichen Krankenkasse

 

Projektkennung VfD_GeriatrieReha_10_001947
Laufzeit von 04/2010 bis 03/2013
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Am Beispiel zweier häufiger Anlässe geriatrischer Rehabilitation, nämlich des Schlaganfalls und der Femurfraktur, soll die Studie Erkenntnisse zu folgenden Fragen liefern:
a) Unterscheidet sich das geriatrische Klientel in den beiden Versorgungsformen Krankenhausgeriatrie(§ 109, SGB V) und Behandlung in einer geriatrischen Rehabilitationseinrichtung (§ 111, SGB V) hinsichtlich demographischer Merkmale sowie anderer Charakteristika (wie Morbidität, Inanspruchnahme medizinischer Leistungen)? und b) lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Versorgungsform und ausgewählten Ergebnisparametern aufzeigen?
Hintergrund / Ziele Die rehabilitative Behandlung geriatrischer Patienten wird in einigen Bundesländern überwiegend in einer Fachabteilung im Akutkrankenhaus (nach § 109 SGB V) durchgeführt, in anderen erst nach Bewilligung durch die Krankenkasse in einer stationären Rehabilitationseinrichtung (nach § 111 SGB V). Ziel ist es, die beiden Versorgungsformen hinsichtlich möglicher Unterschiede im Klientel sowie in Bezug auf den Ressourcenverbrauch und die Ergebnisparameter Exzesskosten, Rehospitalisierung, Fraktur und Tod am Beispiel des Schlaganfalls und der Femurfraktur zu vergleichen.
Methodik Die Studie basiert auf Routinedaten der AOK aus 7 Bundesländern. Eingeschlossen wurden Versicherte mit einem Krankenhausaufenthalt mit Entlassungsdiagnose ischämischer Insult (N=39.887) bzw. Femurfraktur (N=25.954) im Jahr 2007. Eine Zuordnung der Versicherten zu einer der beiden Versorgungsformen erfolgte für § 109 auf der Basis der OPS-Prozedur 8-550 im Indexaufenthalt (N=1.272 für den ischämischen Insult bzw. N = 2.028 für die Diagnose Femurfraktur) und für § 111 aufgrund der Aufnahme in eine stationäre geriatrische Rehabilitationseinrichtung innerhalb eines Monats nach Krankenhausentlassung (N=2.200 bzw. N=4.061). Erfasst wurden alle direkten Kosten, deren Darstellung mit und ohne Pflegekosten erfolgte. Exzesskosten wurden berechnet als Differenz der Kosten im ersten Behandlungsjahr minus der Kosten im Vorjahr. Die Exzesskosten in der jeweiligen Versorgungsform wurden mittels multivariater Quantilsregression verglichen. Das Risiko der Rehospitalisierung sowie der Hospitaliseirung wegen Fraktur (nur für Zieldiagnose ischämischer Insult) bzw. des Versterbens im 1-Jahres Follow-Up wurde mittels multivariater Cox Regression analysiert.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Kohortenstudie (prospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 60 bis 99 Jahre
Ergebnisse Für Zieldiagnose Schlaganfall: in der Versorgungsform § 109 behandelten Versicherten sind geringfügig älter (Mittelwert: 81 versus 80 Jahre), weisen einen höheren Frauenanteil (72% vs. 67%), einen höheren Anteil mit einer gesetzlichen Pflegeleistung (27 % vs. 19%) sowie einen höheren Anteil mit Folgeerkrankungen des Schlaganfalls (>= 4 Erkrankungen: 39% vs. 28%) auf. nEs zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Versorgungsformen in den Exzesskosten (Quantilsregression: 25%-Perzentil-Vergleich: p=0,49 bzw. 0,11; Medianvergleich: p=0,99 bzw. 0,13; 75%-Perzentilvergleich: p=0,13 bzw. 0,30, jeweils mit bzw. ohne Pflegekosten). Ebenfalls zeigen sich keine signifikanten Unterschiede beim Endpunkt Rehospitalisierung wegen ischämischen Insultes (Hazard Ratio (HR) (95% Konfidenzintervall (KI)) = 1,12 (0,85-1,48), p=0,43), sowie dem Versterben (HR (95% KI) = 1,03 (0,88-1,20), p=0,75) im multivariaten Modell (Referenzgruppe: Versorgungsform nach § 111). Versicherte mit Behandlung nach § 109 zeigen jedoch ein signifikant niedrigeres Risiko der Rehospitalisierung aufgrund einer Fraktur (HR (95% KI)= 0,61 (0,40-0,93), p=0,02). Für Zieldiagnose Femurfraktur: Es zeigen sich keine signifikanten Unterschiede in der Rehospitalisierungsrate sowie im Versterben, jedoch geringfügige, aber signifikant höhere Exzesskosten in der Versorgungsform nach § 109 bei Vergleich von Versicherten mit niedrigen Exzesskosten. Versicherte nach § 109 weisen zu einem wesentlich höheren Anteil eine gesetzliche Pflegeleistung auf.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

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Stand: 24.07.2013