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ECC-Basis - Erfahrungen und Arbeitsprobleme der Zahnärzte bei der Untersuchung und Behandlung jüngerer Kinder

 

Projektkennung VfD_ECC-Basis_12_001928
Laufzeit von 06/2012 bis 05/2013
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie und in welchem Ausmaß werden jüngere Kinder (0-6 Jahre) in Deutschland zahnärztlich behandelt und präventiv betreut? In welchen Bereichen ergeben sich Probleme mit den Kindern oder den Eltern? Wie sehr werden Zahnärzte durch die Behandlung jüngerer Kinder belastet? Wie stellen sich Zahnärzte auf die Kinderbehandlung ein?
Hintergrund / Ziele Die Kariesprävalenz bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland konnte in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden. Bei jüngeren Kindern im Alter von 0-6 Jahren zeigt sich dagegen eher eine Stagnation der Kariessituation, wobei sich bereits in dieser Altersgruppe Risikogruppen herausbilden. Das auf Grundlage der WHO-Empfehlung von der Bundeszahnärztekammer für 2020 gesetzte Ziel „80% kariesfreie Gebisse bei 6-Jährigen“ scheint momentan nur schwer erreichbar zu sein. Diese Studie stellt eine Bestandsaufnahme zu den Erfahrungen, Arbeitsproblemen und Ansichten der Zahnärzte in Deutschland bezüglich der Behandlung jüngerer Kinder dar, auf deren Grundlage die zahnärztliche Versorgung der 0-6-Jährigen verbessert werden kann.
Methodik Die Studie ist als bundesweite Querschnittsstudie angelegt; die Datenerhebung erfolgte mittels eines durchstrukturierten Fragebogens mit 30 Fragen. In einem Pretest wurde der Bogen in einer kleinen Gruppe ausgewählter Zahnärzte auf Verständlichkeit und Durchführbarkeit untersucht. Der endgültige Fragebogen wurde mit einem Begleitschreiben und einem Rücksendeumschlag mit dem Vermerk „Porto zahlt Empfänger“ an 2.026 in Deutschland niedergelassene Kassenzahnärzte versandt. Zur Stichprobenziehung erfolgt in einem ersten Schritt eine Clusterung nach Regionalräumen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen bevor in einem zweiten Schritt die Adressen der Zahnärzte anhand eines Zufallsauswahlverfahrens aus dem Bundeszahnarztregister der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung ermittelt werden. Nach einem Zeitraum von vier Wochen erfolgte ein Recall, in dem erneut der Fragebogen, ein Begleitschreiben und ein Rücksendeumschlag an alle Zahnärzte der Stichprobe versandt wurden.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 2.026)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Der Rücklauf des Fragebogens lag bei 43,3% (n=874). Ein Fünftel der Praxen wiesen einen Schwerpunkt bei der Kinderbehandlung aus, darunter vermehrt weibliche Zahnärzte (p<0,001). Die Diagnostik und Therapie kleiner Kinder erfolge sehr ausführlich, wobei der Schwerpunkt auf der Prävention liege. Bei der Diagnostik gab ein Großteil der Zahnärzte an, Initialläsionen (85,5 %), Ernährungsgewohnheiten (85,1 %) und die Karieserfahrung der Eltern (68,2 %) zu dokumentieren. Dagegen werde eine Fluoridanamnese (49,7 %) und der Visible-Plaque-Index (41,2 %) von weniger als der Hälfte der Zahnärzte erhoben. Als primärpräventive Maßnahmen wurden vor allem Instruktionen der Eltern (durchgeführt von 96% der Zahnärzte), Fluoridierungsmaßnahmen (65 %) und Monitoring (54 %) genannt. Eine Ernährungsberatung werde von 98,9 % der Zahnärzte durchgeführt, 96,5% leiteten die Eltern dazu an, bei ihren Kindern nach Karies zu schauen. Barrieren bei der Behandlung des Kindes stellten vor allem die geringe Compliance sowie die Ängste des Kindes dar. Als wesentliche Problemfaktoren bei der Zusammenarbeit mit den Eltern wurden mangelndes Mundhygienebewusstsein, soziokulturelle Aspekte sowie Wissen und Einstellungen zur Kariesprävention und zum Zahnerhalt genannt. Über 90% der Zahnärzte beließe die Kinderbehandlung vorrangig in der eigenen Praxis, 28,8% überwiesen nie. Kooperationen mit Kinderärzten und Bildungseinrichtungen zur interdisziplinären Betreuung wurden vor allem von Kinder- oder fortgebildete Zahnärzten eingegangen (p<0,02). Knapp die Hälfte der Zahnärzte empfand die Kinderbehandlung als überdurchschnittlich stressbelastend.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 11.02.2015