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OptRisk - Optimierung von Risikoberatung durch Darstellung der Veränderbarkeit der individuellen Lebenserwartung

 

Projektkennung VfD_OptRisk_11_001891
Laufzeit von 05/2011 bis 04/2014
Webseitehttp://www.forschung-patientenorientierung.de/index.php/projekte/zweite-foerderphase/modul-vier-phase-2/optrisk-donner-banzhoff.html
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Form der Darstellung zur Risikokommunikation ermöglicht Hausarztpatienten, in der kardiovaskulären Risikoberatung, die beste Partizipation an einer gemeinsamen Entscheidung und führt zu einer besseren Adhärenz in Bezug auf das Beratungsergebnis. Das Beratungsergebnis kann dabei auch sein, dass keine Verhaltensänderung (inkl. Medikamenteneinnahme) stattfindet. Es handelt sich dabei um eine zweiseitige explorative Hypothesentestung.
Hintergrund / Ziele Das Ziel des Projekts ist eine Verbesserung der Risikodarstellung in einer weit verbreiteten Entscheidungshilfe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Vordergrund steht der Vergleich der Darstellung auf der Basis 1) des absoluten Risikos und 2) der ereignisfreien Lebenszeit.
Methodik Das Projekt wird in drei Phasen durchgeführt. In Phase I wird eine Stichprobe von Patienten und Allgemeinärzten befragt. Es wird auf maximale Variation bezüglich Alter, Geschlecht, soziale Zugehörigkeit, Migrationsstatus und Morbidität geachtet. Diesen werden 5 verschiedene Darstellungsoptionen des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen vorgestellt (fiktive Fallbeispiele). Bei den 5 Darstellung handelt es sich um die 3 bekannten arriba-Darstellungen, für das absolute 10-Jahresrisiko (Smileys, Balken, Verteilung) und 2 neu entwickelte Darstellungen (Gefäßalter und Ereignisfreie Lebenszeit). Es werden sowohl die Präferenzen der Patienten/innen als auch der Hausärzte/innen in halbstrukturierten Interviews erhoben und qualitativ ausgewertet. Auf Basis dieser Ergebnisse werden zwei Darstellungen ausgeschlossen. In Phase II werden die drei restlichen Darstellungen einer weiteren Ärzte-und Patientenstichprobe (bei Gesundeheitsuntersuchung rekrutiert) vorgelegt. Die Datenerhebung erfolgt mittels Fragebogen und wiederum fiktiven Fallbeispielen. Zielgrößen sind Zugänglichkeit sowie evozierte Motivation zur geteilten Entscheidungsfindung. Auf Basis der Ergebnisse wird eine weitere Darstellung ausgeschlossen. Parallel wird eine statistische Modellierung der ereignisfreien Lebenszeit-Darstellung mit einem Markov-Modell erstellt und in eine modifizierte Version von arriba integriert. In Phase III erfolgt die Überprüfung mittels einer kontrolliert randomisierten Studie. Dazu werden Patienten aus hausärztlichen Praxen mit angestrebter Entscheidung zu medikamentöser Therapie oder Verhaltensänderung rekrutiert und mit ihrer persönlichen Risikoprognose mit einer der beiden Darstellungen beraten. Das Beratungsergebnis wird dokumentiert. Die Patienten bearbeiten unmittelbar nach der Beratung Skalen zum Entscheidungskonflikt und zur Zugänglichkeit der Darstellung. Zwei Monaten nach der Beratung wird die Adhärenz zum Beratungsergebnis mittels eines Telefoninterviews erhoben.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 300)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 45)
   Befragung schriftlich (Fragebogen)  (Stichprobengröße: 360)
Studiendesign Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 30 bis 80 Jahre
Ergebnisse Auf Patientenseite wurde die neue Darstellung ebenso gut oder besser bewertet als die etablierte Darstellung des 10-Jahres-Risikos anhand von Smileys. Dies betrifft sowohl ethische Aspekte (qualitative Befragung), Merkmale der Entscheidungshilfe (Zugänglichkeit, Eignung für eine Partizipation am Entscheidungsprozess) als auch die Beratung an sich (Ausmaß an Partizipativer Entscheidung in der Beratung). Patienten, die in der dritten Phase (RCT) mit der neuen Darstellung beraten wurden, fühlten sich nach der Beratung in ihrer Entscheidung weder unsicherer noch sicherer, als Patienten, die mit den Smileys beraten wurden (keine signifikanten Unterschiede im Entscheidungskonflikt). Drei Monate nach der Beratung gab es ebenfalls keine signifikanten Unterschiede in der Adhärenz zum Beratungsergebnis. Als einziger signifikanter Unterschied zeigte sich ein größeres subjektives Risiko bei den Patienten, die mit der neuen Darstellung beraten wurden sowohl unmittelbar nach der Beratung als auch im Drei-Monats-Follow-Up. Unter Berücksichtigung des Alters der Patienten gab es Hinweise auf ein höheres subjektives Risiko bei den jüngeren Patienten, das für den Gesamtunterschied verantwortlich ist.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 28.02.2017