[Zurück zur Trefferliste]

PASTOR - Integrative Patientenschulung zur Optimierung der stationären orthopädischen Rehabilitation bei chronischem Rückenschmerz

 

Projektkennung VfD_PASTOR_07_001856
Laufzeit von 12/2007 bis 03/2011
Webseitehttp://www.forschung-patientenorientierung.de/index.php/projekte/erste-foerderphase/modul-zwei-phase-1/pastor-pfeifer.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Wirkungen ergeben sich durch die Einführung des integrativen Rehabilitationsprogramms mit einem biopsychosozialen Ansatz für Menschen mit chronischen und chronisch rezidivierenden Rückenschmerzen im Vergleich zu dem derzeit üblichen Vorgehen in der stationären Rehabilitation im Hinblick auf für das aktive Selbstmanagement relevante Faktoren, wie schmerzbedingte Funktionseinschränkungen, Angst-Vermeidungs-Überzeugungen und weitere schmerzbezogene Kognitionen? Die primäre Hypothese lautet: Die Teilnahme an einem integrativen Rehabilitationsprogramm führt in der stationären Rehabilitation von Menschen mit chronischen und chronisch rezidivierenden Rückenschmerzen im Vergleich zum derzeit üblichen Vorgehen zu einer stärkeren Reduktion von rückenschmerzbedingten Funktionseinschränkungen.
Hintergrund / Ziele Nachhaltig wirksame rehabilitative Versorgungsstrukturen in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen erfordern innovative evidenzbasierte Rehabilitationskonzepte mit einem integrativen und interprofessionellen Ansatz. Vor diesem Hintergrund erfolgten, die evidenzbasierte Entwicklung und Implementierung eines integrativen, d.h. interprofessionell aufeinander abgestimmten Rehabilitationsprogramms „PASTOR“ zum Aufbau von aktiven Selbstmanagementkompetenzen bei Personen mit chronischen Rückenschmerzen sowie die Evaluation der langfristigen Wirksamkeit (nach zwölf Monaten) im Vergleich zur stationären Standardrehabilitation .
Methodik Die Wirksamkeit wurde in einer multizentrischen quasi-experimentellen Kontrollgruppenstudie mit drei Messzeitpunkten (Reha-Beginn, Reha-Ende, 12-Monats-Katamnese) untersucht. Die Zielparameter wurden mittels standardisierter Befragungsinstrumente erhoben. In der Kontrollphase erfolgte die Analyse der Effekte der Standardrehabilitation in drei Rehabilitationskliniken („usual care“). Im Anschluss wurde das integrative Rehabilitationsprogramm in den Kliniken implementiert und in der Interventionsphase die Effekte des neuen Programms untersucht. Das vorliegende integrative Rehabilitationsprogramm wurde an 12 Tagen in geschlossenen Gruppen durchgeführt und umfasste fünf Module mit einem Umfang von 48 Einheiten. Eine Vergleichbarkeit des zeitlichen Umfangs beider Gruppen wurde angestrebt. Primäre Zielgröße ist die subjektive Funktionskapazität (FfbH-R). Sekundäre Zielgrößen betreffen Schmerz (NRS), schmerzbezogene Kognitionen (TSK, PCI, KSI), kognitive und behaviorale Schmerzbewältigungskompetenzen (FESV), körperliche Aktivität (HAPA-Skalen, FFkA), subjektive Gesundheit (SF-12), rückenschmerzbedingte Arbeitsunfähigkeit und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 537)
Studiendesign Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 65 Jahre
Ergebnisse Nach zwölf Monaten liegen Daten von 382 Personen (71%) vor. Ein Jahr nach der Rehabilitation besteht im primären Zielparameter ein signifikanter kleiner Intergruppeneffekt in der Verbesserung der Funktions­kapazität (FfbH-R) zugunsten der IG (η2 = 0.036; p< 0.001). Hinsichtlich sekundärer Zielparameter zeigen sich langfristig ebenfalls signifikante, kleine bis mittlere Interventionseffekte.

Probanden der Interventionsgruppe weisen eine höhere körperliche Funktionsfähigkeit, geringere Schmerzbelastung, eine höhere Sportaktivität (FFkA)sowie verringerte AU-Zeiten nach der Rehabilitation auf.
In der Schmerzverarbeitung berichten Personen der IG zur 12-Monats-Katamnese niedrigere Ausprägungen von Hilf-/Hoffnungslosigkeit, Angst/Depressivität, Angst-Vermeidungs-Überzeugungen für die Aufnahme körperlicher Aktivität,Bewegungsangst, eine geringere Vermeidung sozialer und körperlicher Aktivitäten sowie mehr Humor/Ablenkung im Vergleich zur KG.
In der Schmerzbewältigung zeigen sich bei Personen der IG im Vergleich zur KG Verbesserungen in der Anwendung kognitiver Strategien wie ein höheres Kompetenzerleben, eine stärkere kognitive Umstrukturierung sowie verbesserte subjektive Handlungsplanungskompetenzen. Hinsichtlich behavioraler Strategien der Schmerzbewältigung ergeben sich ebenfalls signifikante Gruppenunterschiede zur 12-Monats-Katamnese. Diese betreffen Verbesserungen in der Anwendung von Ruhe- und Entspannungstechniken, gegensteuernden Aktivitäten und mentaler Ablenkung bei Personen der IG.
Für den psychischen Gesundheitsstatus, die Schmerzverarbeitungsparameter des Katastrophisierens, der Schmerzsupression und des Durchhalteappells (AEQ) sowie in der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen (Arztbesuche) liegen keine bedeutsamen Gruppenunterschiede vor.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 21.11.2012