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Koronare Interventionen im Alter und bei Multimorbidität

 

Projektkennung VfD_12_001822
Laufzeit von 02/2012 bis 01/2013
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie häufig werden koronare Interventionen in Deutschland eingesetzt?
Unterscheiden sich relevante Outcomes nach einer koronaren Intervention in Abhängigkeit vom Versorgungssektor in dem die Intervention durchgeführt wurde?
Haben Alter, Multimorbidität und bestimmte kontextuelle Faktoren einen Einfluss auf den Anteil ambulant durchgeführter Interventionen?
Hintergrund / Ziele Hintergrund:
Herz-Kreislauferkrankungen sind die häufigste Ursache für Morbidität und Mortalität in Deutschland (Statistisches Bundesamt 2011). Die koronare Herzkrankheit und häufig damit einhergehende Komorbiditäten sind insbesondere Erkrankungen des höheren und hohen Alters. Im Zuge des demografischen Wandels und der Alterung der Bevölkerung ist daher von einer weiteren Zunahme der Erkrankungshäufigkeit auszugehen. In der letzten Zeit hat es Neuerungen im therapeutischen Bereich gegeben, etwa die zunehmende Versorgung mit Medikamente freisetzenden Stents. Unterschiede in der Versorgung zwischen europäischen Ländern und Bundesländern sind beschrieben worden. Untersuchungen zeigen,
dass in Deutschland bestimmte Therapieformen in der älteren und multimorbiden Bevölkerung seltener angewendet werden. Die Informationen zur Anwendung einzelner, spezieller Verfahren und zu den Einflussfaktoren auf deren Anwendung sind jedoch eingeschränkt. Insbesondere unklar ist, inwiefern Alter, Geschlecht und Multimorbidität den Einsatz von diesen Verfahren im ambulanten Bereich beeinflussen. Ergebnisse zu Behandlungsoutcomes liegen teilweise aus klinischen Studien vor, in der Routineanwendung ist der Einsatz dieser Verfahren unzureichend evaluiert. Ähnliches gilt für die resultierenden Verläufe. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass klinische Studien häufig multimorbide Patienten nicht einschließen. Insgesamt umfassendere Daten zu
Versorgungsverläufen und Versorgungsmustern hinsichtlich der genannten Therapieformen in Deutschland, insbesondere im Längsschnitt, liegen derzeit jedoch nicht vor.

Ziele:
Ziel der Untersuchung ist die Analyse des Einflusses von Alter, Geschlecht, Multi- bzw. Komorbidität und kontextuellen Faktoren (regionale Deprivation, Versorgungsdichte) auf den stationären und ambulanten Einsatz von koronaren Interventionen, sowie auf den weiteren Krankheits- und Behandlungsverlauf. Neben der Deskription der ambulanten und stationären Versorgung mit den genannten Therapien sollen in der Routinebehandlung Früh- und Spätkomplikationen nach einem Eingriff, Reinterventionen, Folgemorbidität und Mortalität während eines 3-5-jährigen Follow-up untersucht und zwischen dem ambulanten und stationärem Bereich verglichen werden. Die primäre Hypothese ist, dass es nach Adjustierung für Alter, Geschlecht und Komorbidität keinen Unterschied in Behandlungsoutcomes zwischen ambulantem und stationärem Bereich gibt. Die sekundäre Hypothese ist, dass sowohl höheres Alter als auch Multimorbidität den Anteil von stationären Eingriffen erhöhen, diese Effekte jedoch regional variabel und in Regionen mit hoher ambulanter Versorgungsdichte weniger ausgeprägt sind.
Methodik Daten von Versicherten aus 3 gesetzlichen Krankenversicherungen, die mind. 18 Jahre alt sind sowie valide Angaben zu Alter, Geschlecht und Region aufweisen, werden in die Studie eingeschlossen.
Zur Berechnung der Interventionsraten wird für die Jahre 2004-2009 eine offene Kohortenstudie durchgeführt. Die Interventionsraten werden für jedes Quartal und Jahr stratifiziert nach Alter, Geschlecht und Region berechnet.
Zum Analyse des Einflusses des Behandlungssektors der Intervention auf relevante Outcomes wird eine Kohortenstudie durchgeführt. Personen treten mit der ersten Intervention zwischen 2005 und 2008 in die Kohorte ein, wenn sie zuvor 1 Jahr lang durchgängig versichert waren. Eine Cox-Regressionsanalyse unter Kontrolle für bestimmte Komorbiditäten, soziodemographische Variablen und Begleitmedikation wird durchgeführt. Untersuchte Outcomes sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Tod und Re-Intervention.
Zur Analyse des Anteils ambulant durchgeführter Interventionen wird eine multilevel logistische Regression durchgeführt durchgeführt, in der als unabhängige Variablen in Level 1 verschiedene soziodemographische Merkmale, sowie die Komorbidität und in Level 2 bestimmte kontextuelle Faktoren wie Facharztdichte oder regionale Deprivation eingeschlossen werden.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 110 Jahre
Ergebnisse In der Studie konnte gezeigt werden, dass koronare Interventionen in Deutschland zwischen 2004 und 2009 zunehmend durchgeführt wurden (Anstieg um ca. 25%), wobei der Großteil koronarer Interventionen stationär durchgeführt wurde. Koronare Interventionen wurden mit zunehmendem Alter und bei Männern häufiger durchgeführt. Es zeigten sich regionale Unterschiede in der Häufigkeit des Einsatzes von koronaren Interventionen. Weiter zeigte sich, dass insbesondere nach Einlage eines Bare Metal Stents ein relevanter Anteil von Patienten keine DTAH erhält bzw. zu selten mit einer DTAH versorgt wird.
Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Qualität der ambulanten und stationären Versorgung im Hinblick auf koronare Interventionen hinsichtlich des Auftretens relevanter Komplikationen vergleichbar zu sein scheint.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 07.12.2015