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PEFiT - Entwicklung und Evaluation eines Trainingsprogramms zur Partizipativen Entscheidungsfindung in der medizinischen Rehabilitation (PEFiT)

 

Projektkennung VfD_PEFiT_08_001806
Laufzeit von 04/2008 bis 08/2011
Webseitehttp://www.forschung-patientenorientierung.de/index.php/projekte/erste-foerderphase/modul-zwei-phase-1/pefit-koerner.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Hauptfragestellung: Erhöht das Training zur partizipativen Entscheidungsfindung in der medizinischen Rehabilitation die Partizipation der Rehabilitanden in den persönlichen Gesprächen mit den Behandlern (externe Partizipation)?

Die zweite zentrale Fragestellung: Erhöht das Training zur partizipativen Entscheidungsfindung in der medizinischen Rehabilitation die Partizipation der Mitarbeiter bei Entscheidungen im Reha-Team (interne Partizipation)?

Hintergrund / Ziele Patienten mit chronischen Erkrankungen bei einer interprofessionellen Behandlung in der medizinischen Rehabilitation zu beteiligen, erfordert die Implementierung von partizipativer Entscheidungsfindung (externe Partizipation) unter Berücksichtigung der internen Bedingungen der Versorgungsgestaltung, insbesondere der interprofessionellen Teamarbeit (Kommunikation, Kooperation, Abstimmung, Entscheidungsfindung etc.) im Rehabilitationsteam (interne Partizipation).

Die Pilotstudie zielte auf die Entwicklung eines interprofessionellen Train-the-Trainer Programms zur Implementierung von partizipativen Entscheidungsfindung in der medizinischen Rehabilitation. Das Training wurde basierend auf den Wünschen und Bedürfnissen der Patienten und dem Schulungsbedarf der Mitarbeiter bezüglich der internen und externen Partizipation entwickelt.

Ziel der Hauptstudie war es dann dieses interprofessionelle Train-the-Trainer Programm zur partizipativen Entscheidungsfindung zu evaluieren sowie den Einfluss der Partizipation auf die Behandlungsakzeptanz und die Patientenzufriedenheit zu überprüfen.
Methodik Die Pilotstudie hatte ein Querschnittdesign. Die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten wurden in Fokusgruppen und der Schulungsbedarf der Mitarbeiter in einer Expertenbefragung erfasst.

In einer multizentrischen cluster-randomisierten kontrollierten Interventionsstudie wurde die Implementierung der Partizipation mit einer Patientenbefragung (drei Messzeitpunkte) und Mitarbeiterbefragung (zwei Messzeitpunkte) evaluiert.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: k.A.)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign cluster-randomisierte kontrollierte Studie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Als die fünf wichtigsten Bedürfnisse der Patienten konnte in vier Fokusgruppen (n=36 Patienten) Zeit, Wertschätzung, Partizipation, Vertrauen, Individualität herausgearbeitet werden. Die Experten (Behandler in Führungspositionen) äußerten insbesondere Schulungsbedarf bezüglich der internen Partizipation (Teamarbeit), wie z.B. mit schwierigen Teammitgliedern kommunizieren, Kritikgespräche führen, Konfliktgespräche moderieren, Techniken der Gesprächsführung und Moderation der Teamprozesse etc.

Die Ergebnisse wurden verwendet, um ein interprofessionelles Train-the-Trainer Programm zur partizipativen Entscheidungsfindung für die medizinische Rehabilitation zu entwickeln. Das Trainingsprogramm umfasste für die Multiplikatoren (Behandler in Führungspositionen) zwei Module (á 4 h). Für Modul 1 wurde das deutschsprachige Trainingsprogramm von Bieber et al. (2007) entsprechend der Wünsche der Rehabilitanden adaptiert. Es konzentriert sich auf die externe Partizipation in der Behandler-Patient-Beziehung, während Modul 2 neu entwickelt wurde und die interne Partizipation (d.h. Information, Kommunikation, Abstimmung, Koordination und Kooperation im Behandlungsteam) thematisiert.

Das Train-the-Trainer Programm konnten in fünf Kliniken durchgeführt werden. Die geschulten Multiplikatoren bewerteten das Training positiv und schulten ihre Mitarbeiter. Die Kontrollgruppe umfasste sechs Kliniken. Die Mitarbeiter der geschulten Kliniken beurteilten die Umsetzung der partizipativen Entscheidungsfindung (externe Partizipation) nach dem Training signifikant besser als vor dem Training. Die interne Partizipation stieg sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe an. Für die Patienten zeigte sich ein schwacher positiver Trend bezogen auf die interne und externe Partizipation. Am deutlichsten profitierten die Pflegekräfte von der Schulung. Die interne Partizipation (Teamarbeit) und die Zufriedenheit mit der Entscheidung zeigten sich als die stärksten Prädiktoren für die Behandlungsakzeptanz und die Patientenzufriedenheit.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 03.07.2012