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Versorgung von Patienten mit Cystischer Fibrose im europäischen Vergleich

 

Projektkennung VfD_10_001724
Laufzeit von 03/2010 bis 12/2015
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie ist die Versorgungssituation der TK-Versicherten, die an Cystischer Fibrose (CF) erkrankt sind, einzuschätzen?
Wie sind diese Ergebnisse im Eu-Vergleich zu bewerten?
Hintergrund / Ziele Nach einer aktuellen Registerdatenauswertung des European Cystic Fibrosis Demographics Registry (McCormick et al., The Lancet, Volume 375, Issue 9719, Pages 1007 - 1013, 20 March 2010) liegt das mediane Alter von Patienten mit CF in den alten EU-Ländern bei 17 Jahren, hingegen in den Nachbarländern (überwiegend Osteuropa) nur bei 12,1 Jahren. Der Anteil von Patienten, die 40 Jahre oder älter sind, ist mit 2% ebenfalls geringer als in den EU-Kernstaaten, wo infolge des medizinischen Fortschritts inzwischen 5% dieses Alter erreicht.
Methodik Um die im TK-Versichertenkollektiv vorhandene CF-Morbidität sowie deren Veränderung im zeitlichen Verlauf zu validieren, erfolgt zunächst ein Vergleich mit externen ambulanten GKV-Routinedatenanalysen. Hierzu steht der Morbiditätsbericht des Instituts des Bewertungsausschusses (InBA) zur Verfügung, in dem mittels ambulanter vertragsärztlicher ICD-kodierter Diagnosedaten für ca. 5,5 Millionen Versicherte unterschiedlicher Krankenkassen Auswertungen vorgenommen worden sind. In einem zweiten Schritt wird die im TK-Versichertenkollektiv mit CF assoziierte Morbidität entsprechenden Leistungsausgaben zugeordnet, um kausale Zusammenhänge zwischen Morbiditätsveränderungen und Leistungsausgabenentwicklungen innerhalb des TK-Versichertenkollektivs im zeitlichen Verlauf herstellen zu können.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Längsschnittstudie
Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Im TK-Versichertenkollektiv liegt die über den Zeitraum 2006 bis 2008 gemittelte Prävalenz für CF bei 17 je 100.000 Versicherten, wobei Frauen tendenziell etwas mehr betroffen sind als Männer. Die gemittelte Inzidenz liegt bei 31 bis 50 je 100.000 Neugeborenen. Das gemittelte Durchschnittsalter von TK-Versicherten mit CF beträgt 26,3 Jahre. Der Anteil der CF-Patienten, die 40 Jahre oder älter sind, liegt bei mehr als 20%. Inwieweit diese Ergebnisse mit entsprechenden Leistungsausgaben korrespondieren und inwiefern dabei im zeitlichen Verlauf sektorale und / oder regionale Ver-änderungen infolge spezialisierter Versorgungsstrukturen (u.a. Verträge nach 116b SGBV) eingetreten sind, wird detailliert dargestellt werden und aktuellen Untersuchungen (3) gegenübergestellt werden.

Die Analyse von GKV-Routinedaten kann unter Kenntnis ihrer methodischen Limitationen epidemiologische Auswertungen aus Registerdaten sinnvoll ergänzen. Anhand eines mehr als vierfach höheren Anteils älterer CF-Patienten in deutschen GKV-Routinedaten als in europäischen Registerdaten, ist von einer im EU-Vergleich überdurchschnittlichen Versorgung in Deutschland auszugehen. Die analytische Untersuchung der Leistungsausgaben für CF ist komplex, hierbei sind neben unterschiedlichen Operationalisierungsmöglichkeiten auch regionale Differenzierungen angemessen zu berücksichtigen.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 14.08.2012