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EBRU II - Begleitende Versorgungsforschung im Rahmen der Einführung von Brustzentren in Nordrhein-Westfalen: Schlüsselpersonen- und Mitarbeiterbefragung

 

Projektkennung VfD_EBRU_II_10_001320
Laufzeit von 04/2010 bis 03/2012
Webseitehttp://www.imvr.uni-koeln.de/index.php?page=EBRU2
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Das Projekt evaluiert die Einführung der Brustzentren in NRW. Insbesondere sollen der Umsetzungsstand der Zertifzierungskriterien, die Akzeptanz der Zertifizierung bei den Akteuren sowie Implementierungshindernisse und -probleme untersucht werden.
Ein weiteres Ziel des Projektes ist es außerdem, die mitarbeiterseitig wahrgenommene Qualität der (Zusammen-)Arbeit in den Brustzentren, die Ressourcen, Belastungen und die Arbeitszufriedenheit zu ermitteln und über die Operationsstandorte (OP-Standorte) zu vergleichen sowie Zusammenhänge und Verbesserungspotenziale für die Krankenhäuser aufzuzeigen. Darüber hinaus soll mit den erhobenen Daten untersucht werden, ob die in dieser Befragung gefundenen Ergebnisse mit den Ergebnissen der Patientinnenbefragung im Zusammenhang stehen. Die Patientinnenbefragung in den Brustzentren in NRW wird seit 2006 ebenfalls vom IMVR durchgeführt.
Hintergrund / Ziele Vor dem Hintergrund der Einführung des nordrhein-westfälischen Brustzentrenkonzepts förderte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS-NRW) zwischen Juli 2006 und Dezember 2008 eine Studie, die es zum Ziel hatte, die Veränderungen in den Strukturen und Prozessen der Brustkrebsversorgung in NRW zu dokumentieren und deren Auswirkungen auf die Behandlungsergebnisse zu untersuchen. Um weitere Aussagen bezüglich der Umsetzung von Anforderungskriterien, der Mitarbeiterperspektive und möglicher Zusammenhänge mit der patientenseitig wahrgenommenen Versorgungsqualität zu treffen, wird mit EBRU II ein Folgeprojekt initiiert, das sowohl eine Nachbefragung der Schlüsselpersonen in den Brustzentren als auch eine Befragung der mit der Versorgung der Patientinnen betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Gegenstand hat.
Methodik Postalische Befragung von Schlüsselpersonen mit leitender Funktion in den NRW-Brustzentren in 2010. Bereinigte Stichprobe N=299, Rücklauf N=233 (78%) aus 50 Brustzentren und 86 operativen Standorten.

Postalische Befragung von Mitarbeitern aus NRW-Brustzentren nach Total-Design-Methode nach Dillman. Bereinigte Bruttostichprobe N = 2061, Rücklauf N = 1050 (51%) aus N = 49 Krankenhäusern.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 233)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 65 Jahre
Ergebnisse Die Auswertung der Schlüsselpersonenbefragung ergab auf Seiten der Befragten ein differenziertes Bild. Hinsichtlich der Verbesserung der Versorgungsqualität genießt das Brustzentrenkonzept unter den befragten Schlüsselpersonen eine hohe Akzeptanz. Auf der anderen Seite besteht zumindest zum Teil Skepsis hinsichtlich des Aufwands, der durch das Zertifizierungsverfahren entsteht. So bewertet fast die Hälfte der Befragten Aufwand und Kosten höher als den Nutzen des Konzepts. Zugleich wird jedoch nur selten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in den OP-Standorten seit Einführung des Brustzentrenkonzepts wahrgenommen.
Die Ergebnisse lassen außerdem erkennen, dass die Umsetzung der Anforderungen zur Zertifizierung weiter fortgeschritten ist als zum Zeitpunkt der Befragung in 2007. So stieg beispielsweise die Zahl der in der Tumorkonferenz besprochenen Patientinnen deutlich an. Zugleich gibt es jedoch erhebliche Schwankungen zwischen den Krankenhäusern, beispielsweise hinsichtlich der Zahl der Operationen, beim Abstand zwischen Diagnose und Therapie oder bei der Zahl der operierenden Ärzte oder Breast Care Nurses.

Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung zeichnen ebenfalls ein differenziertes Bild der Situation in den teilnehmenden Krankenhäusern. Auffällig sind zunächst die zum Teil großen Unterschiede bei den Ergebnissen, beispielsweise hinsichtlich der Arbeitsbelastung, der Arbeitszufriedenheit und der Erschöpfung, aber auch in Bezug auf die Bewertung des Brustzentrenkonzepts und der Identifikation mit dem jeweiligen Brustzentrum. Die gilt zum Großteil für die Unterschiede zwischen den Krankenhäusern wie zwischen den Berufsgruppen gleichermaßen. Die Mitarbeiterbefragung bietet eine umfassende Datenbasis, die Einblicke in das Arbeitserleben von Mitarbeitern nordrhein-westfälischer Brustzentren geben kann und zum Verständnis von Akzeptanz und Funktionsfähigkeit von Brustzentren beiträgt.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 12.10.2012