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Akzeptanz und Erwartungen von Fachpersonal, Studierenden und Patienten gegenüber Gesundheits-Apps für psychische Erkrankungen

 

Projektkennung VfD_17_003894
Laufzeit von 09/2017 bis 09/2018
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Mit der vorliegenden Studie soll erfasst werden, ob eHealth-Angebote, sogenannte Gesundheits-Apps bei der Behandlung psychischer Erkrankungen von Ärzten, Psychotherapeuten, Pflegekräften, Medizinstudenten und Patienten grundsätzlich auf Akzeptanz stoßen, welche Erfahrungen bereits bestehen sowie welche Erwartungen und Bedenken bei diesen gesehen werden.
Hintergrund / Ziele Das wachsende Angebot von online-Angeboten in Form von Apps in der Psychotherapie wirft die Frage auf, ob diese von den verschiedenen Nutzergruppen auch akzeptiert werden und welche Erwartungen sie an die neuen Techniken stellen. Diese Anwendungen werden in der Fachliteratur sehr unterschiedlich benannt: Das Spektrum reicht von "telemedizinische Anwendung" über "internet- und mobilbasierten Intervention (IMI)" zu "eHealth-App", "online-Therapie", "digitale Therapie" u.v.m. In der vorliegenden Studie wird der Begriff "Gesundheits-App" bzw. "App für psychische Erkrankungen" verwendet. Zu den Nutzern dieser Apps gehören auf der Seite der Handlungsträger Ärzte, Psychotherapeuten und Pflegekräfte sowie Studierende der Medizin als zukünftige Handlungs- und Entscheidungsträger. Auf der Seite der Behandlungsempfänger nutzen Patienten in ambulanten und stationären Einrichtungen im gesamten Versorgungsspektrum derartige Angebote (Prävention, Intervention, Nachsorge) (D. D. Ebert, Zarski, Berking, & Baumeister, 2016).
Zur Frage der Akzeptanz hinsichtlich der zunehmenden Digitalisierung in medizinischen Berufen liegen bereits Ergebnisse vor, die zeigen, dass zwar ein großer Teil der Ärzte eine abwartende (32,4 %) bis skeptische Haltung (36,9 %) einnimmt (Obermann, 2016), aber 87 % einen Bedeutungszuwachs sehen (Dockweiler, 2016). Besonders die Handlungsfelder Teleradiologie, -konsultation und -monitoring wurden als zukunftsträchtig wahrgenommen. Von Seiten der Pflegekräfte sind die Digitalisierung der Dokumentation bzw. die Pflegeplanung vorrangig, Befürchtungen bereiten Anwendungen, die auf eine Videokontrolle abzielen (ebd.).
Zur Perspektive der Patienten liegen nur vereinzelte Daten vor, dies trifft in noch größerem Maß auf die Psychotherapie zu. Grundsätzlich sind Patienten heute in hohem Maße über das Internet vernetzt und informiert (Schachinger, 2014), wenngleich es sich dabei nicht um Gesundheits-Apps im engeren Sinn handelt sondern vielmehr um Informationsportale und Foren. Positive Erfahrungen bei Gesundheits-Apps bestehen in ausgewählten Anwendungsgebieten, z.B. in der psychosomatischen Nachsorge (D. Ebert et al., 2013), bei der Behandlung von Depressionen und Angststörungen (Harrison et al., 2011) oder bei Altersdepressionen (Anguera, Gunning, & Arean, 2017). Diese Studien haben gemeinsam, dass ausgewählte Tools erprobt wurden. Selten wurden Patienten aber nach ihrer grundsätzlichen Akzeptanz bzw. nach ihren Erwartungen hinsichtlich dieser Techniken befragt.
Die vorliegende Studie wird angrenzend an die Fragestellungen im BMBF-Förderprojekt SELFPASS (Self-administered Psycho-TherApy-SystemS) durchgeführt, in der eine Plattform für das Selbstmanagement von Patienten mit Depressionen entwickelt wird. Die Ergebnisse dieser Studie werden dazu beitragen, die Plattform bestmöglich an die Erwartungen und Bedürfnisse der beteiligten Nutzergruppen anzupassen.
Methodik Folgende Probanden werden befragt:

- Ärzte (Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Psychosomatik, Psychiatrie, Psychotherapie)
- Psychologische Psychotherapeuten
- Psychotherapeuten in Ausbildung
- Pflegepersonal
- Studierende Medizin
- Studierende Psychologie
- Patienten


Der Fragebogen wurde selbst entwickelt und erfasst die folgenden Sachverhalte:

- Demografische Daten (Alter, Geschlecht, Berufsgruppe, Berufserfahrung, Tätigkeitsumfeld, bei Patienten auch sozioökonomischer Status)
- Bestehende Erfahrungen mit ausgewählten Gesundheits-Apps für psychische Erkrankungen
- Positive Erwartungen an derartige Anwendungen
- Kritische Haltungen gegenüber derartigen Anwendungen
- Erwartete Risiken bei derartigen Anwendungen
- Private Nutzungsgewohnheiten von Smartphone und Tablet (Technikaffinität)

Die Befragung soll online und in Papierform ausgearbeitet werden. Probanden im näheren Umfeld erhalten eine Papierversion. Auch Patienten werden nur direkt, mittels eines gedruckten Fragebogens befragt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 300)
   Befragung online  (Stichprobengröße: 200)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 26.09.2017