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Multimorbide Menschen in der ambulanten Betreuung: Patientenzentriertes, Bedarfsorientiertes Versorgungsmanagement (MamBo)

das Projekt ist auch bekannt unter dem Titel: MamBo – Menschen ambulant betreut, optimal versorgt!

 

Projektkennung VfD_17_003885
Laufzeit von 07/2017 bis 06/2020
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Das vorliegende Forschungsprojekt geht der Frage nach, ob es, dargestellt am Beispiel multimorbider Menschen, durch die Etablierung einer Kombination von Bedarfs- und Versorgungsmanagement als indikationsübergreifende Metastrategie zu einer Erhöhung der generellen Versorgungseffizienz kommt?

Im Rahmen der Evaluation ist das Ziel zum einen, in einer begleitenden formativen Evaluation förderliche und hemmende Faktoren in der Implementierung dieses Versorgungsmodells zu identifizieren. Zum anderen sollen im Rahmen einer summativen Evaluation Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität des Versorgungsmodells multiperspektivisch untersucht werden.

Arbeitshypothesen im Rahmen der Evaluation:
H1 Strukturqualität: Die Elemente der MamBo-Struktur (BM,VM,KVP) sind etabliert.
H2a Prozessqualität Substitution: Die MamBo-Struktur weist im Vorher/
Nachher-Vergleich ein höheres Maß an Substitution der ärztlichen Informationsbeschaffung auf.
H2b Delegation: Die MamBo-Struktur weist im Vorher/Nachher-Vergleich ein
höheres Maß an Delegation patientennaher und koordinativer Aufgaben im
Arztnetz auf.
H3a Ergebnisqualität: Durch die MamBo-Struktur ergeben sich für die Arztpraxen spürbare Entlastungen im Arbeitsalltag (Ressourcenallokation).
H3b: Die MamBo-Struktur wirkt sich positiv auf die Patientenzufriedenheit aus.
H3c: Durch die MamBo-Struktur verbessert sich die Versorgungsqualität gemessen an medizinischen Outcomes und Therapiesicherheit für das Versichertenkollektiv im Vergleich zur Regelversorgung.
H3d: Die MamBo-Struktur steht nach drei Jahren durch die Reduktion vermeidbarer Kosten und durch eine qualitativ bessere Versorgung in einem positiveren Kosten-Nutzenverhältnis als die Regelversorgung.
Hintergrund / Ziele Da am Versorgungsgeschehen viele Akteure beteiligt sind, ist eine enge und zielgerichtete Abstimmung über verschiedene Krankheiten hinweg, besonders bei der Versorgung multimorbider Menschen, notwendig. Die infrastrukturellen und zeitlichen Ressourcen der behandelnden Ärzte stellen einen Engpass dar, wenn es darum geht individuellen und kollektiven Bedarfen gerecht zu werden. Im MamBo-Projekt wird in der Region Leverkusen eine Struktur aufgebaut, die diesen Engpass adressiert und Bedarfsorientierung in der Versorgung fokussiert. Auf Kostenträgerseite (Pronova BKK) wird ein Bedarfsmanager etabliert. Auf Seiten der Leistungserbringer (Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen eG) wird ein Versorgungsmanagement eingerichtet, bestehend aus einem Versorgungsmanager und fünf Monitoring- und Koordinationsassistentinnen (MoniKa). Das Tandem aus Bedarfs- und Versorgungsmanagement hat zur Aufgabe, kollektive und patientenseitige Versorgungsbedarfe zu identifizieren und den Behandelnden zu kommunizieren. Das Versorgungsmanagement entwickelt in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess gemeinsam mit teilnehmenden Praxen des Arztnetzes umsetzbare Lösungen. Die Praxen sind darüber hinaus durch eine gemeinsame elektronische Patientenakte im Austausch. Die MoniKas übernehmen in der Struktur praxisübergreifend ärztlich delegierbare, patientennahe sowie koordinative Aufgaben (z.B. Hausbesuche, Patientenschulung).
Das vorliegende Forschungsprojekt geht der Frage nach, ob es, dargestellt am Beispiel multimorbider Menschen, durch die Etablierung einer Kombination von Bedarfs- und Versorgungsmanagement als indikationsübergreifende Metastrategie zu einer Erhöhung der generellen Versorgungseffizienz kommt? Die Metastrategie des Indikations-übergreifenden Bedarfs- und Versorgungsmanagements ist prinzipiell vom hier vorgestellten Anwendungsfeld losgelöst anwendbar und unabhängig von der Region Leverkusen. Bei Erfolg, wäre eine Übertragbarkeit auf andere Populationen und Erkrankungen ebenso denkbar, wie eine Ausweitung auf weitere Kostenträger und Arztnetze oder arztübergreifende Körperschaften.
Methodik Zur angemessenen Berücksichtigung der Heterogenität und Komplexität der neuen Versorgungsstruktur erfolgt die Evaluation formativ und summativ anhand verschiedener Datenquellen.
Im Rahmen der formativen Evaluation werden prozessbegleitende jährliche Erhebungen durchgeführt. Mit Bedarfs- und Versorgungsmanagement wird es Einzelinterviews und mit Ärzt*innen und Monika-Fachkräften Fokusgruppen geben. Diese werden in einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Endpunkte sind hierbei förderliche und hemmende Faktoren der Innovationsimplementierung sowie die Nützlichkeit des Change Managements als Implementierungsstrategie. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Ergebnisworkshops zurückgespiegelt.
Im Rahmen der summativen Evaluation werden Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität multiperspektivisch untersucht. Hierbei werden verschiedene primäre und sekundäre Datenquellen verwendet. Zum einen werden Befragungen im Prä-Post-Design durchgeführt (Patient*innen der Evaluationsgruppe N=2.617, behandelnde Ärzt*innen N=80, Praxismitarbeitende N=320). Alle Befragungen erfolgen postalisch zu zwei Zeitpunkten nach Dillman´s Total Design Methode. Zum andern werden im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse im quasiexperimentellen Design Struktur-, Prozess- und Ergebniskennzahlen betrachtet (Zielpopulation N=8.723, Evaluationsgruppe n=2.617, quasiexperimentelle Zwillingsgruppe N=2.617). Endpunkte der Analyse sind hier u. A. Kennzahlen zur Hospitalisierung, zur Inanspruchnahme ambulanter Leistungen und allgemein zur Koordination des Leistungsgeschehens. Auch Sekundärdaten aus der Dokumentation des Arztnetzes (z.B. Tätigkeitsdokumentationen des Versorgungsmanagements) werden analysiert. Die Analysen der verschieden Datenbasen werden einander gegenübergestellt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 2.617)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 2)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 5)
Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Längsschnittstudie
Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 29.08.2017