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Evaluation des Versorgungsprogramms RESIST - RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen

 

Projektkennung VfD_17_003884
Laufzeit von 01/2017 bis 03/2020
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Beeinflusst das Versorgungsprogramm RESIST die Verordnung von Antibiotika in 3.000 teilnehmenden Praxen? Und wenn ja, in welchem Umfang?
Wie wird das Versorgungsprogramm RESIST in den Praxen auf Ebene der Ärzte, Praxismitarbeiter und Patienten wahrgenommen und umgesetzt?
Hintergrund / Ziele Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der ambulanten Versorgung ist eine wesentliche Mitursache für die weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen. In Deutschland werden in der Humanmedizin 80 bis 90 Prozent der Antibiotika im ambulanten Bereich eingesetzt. Allein für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung wurden 2014 im ambulanten Bereich über 39 Millionen Antibiotikaverordnungen ausgestellt - der größte Teil davon durch Hausärzte. Der mit Abstand häufigste Grund dafür sind akute Infektionen der Atemwege. Vor diesem Hintergrund haben der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aufbauend auf bereits in nationalen wie internationalen Studien auf ihre Wirksamkeit getesteten Interventionsinstrumenten eine neue Versorgungsform entwickelt - RESIST. Diese verfolgt das Ziel, die Anzahl unnötiger Antibiotikaverordnungen bei akuten Atemwegsinfekten zu verringern, um die Zunahme multiresistenter Keime einzudämmen und die Wirksamkeit bestehender Antibiotika zu erhalten. Dazu sollen Ärzte und Patienten für das Thema Resistenzbildungen sensibilisiert und zu einem noch verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika bei akuten Atemwegsinfekten motiviert werden.
Koordiniert über die KBV nehmen acht kassenärztliche Vereinigungen (KVen) an der neuen Versorgungsform RESIST teil, die in ihren Versorgungsgebieten insgesamt 3.000 Haus-, Hals-Nasen-Ohren- sowie Kinder- und Jugendärzte für die Erprobung der neuen Versorgungsform einschließen. Patientenseitig werden alle Ersatzkassenversicherten einbezogen, die mit Verdacht auf einen Atemwegsinfekt einen teilnehmenden Arzt aus der oben genannten Gruppe im Zeitraum Q3/2017-Q2/2019 aufsuchen.

Die Vertragsteilnahme und Vergütung der Ärzte setzt die Absolvierung einer Online-Schulung mit CME-Anerkennung voraus, welche die Grundlagen der Partizipativen Entscheidungsfindung, einer rationalen Antibiotikatherapie bei Infektionen der oberen und unteren Atemwege sowie die Problematik nicht-indizierter Breitspektrumantibiotika vermittelt. Zentraler Ansatzpunkt ist die Förderung der Arzt-Patienten-Kommunikation sowie der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Dazu kommen neben der Vermittlung von Kommunikationsstrategien zur Exploration der patientenseitigen Erwartungen und Informationen zu einem rationalen Umgang mit Antibiotika verschiedene bereits in (inter)nationalen Forschungsprojekten auf ihre Wirksamkeit erprobte Interventionsinstrumente zum Einsatz. Ziel ist, dass teilnehmende Ärzte die so erworbenen Kompetenzen in der Konsultation umsetzen.

Mit der Förderung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss
(G-BA) wird eine Evaluation des Versorgungsprogramms RESIST vorausgesetzt. Das Institut für Allgemeinmedizin ist von der Konsortialführung des Projekts mit der unabhängigen Evaluation der neuen Versorgungsform beauftragt.
Methodik Die quantitative Ergebnisevaluation erfolgt auf Basis von Sekundärdaten, d.h. auf ohnehin routinemäßig erfasster, bereits vollständig pseudonymisierter GKV-Abrechnungsdaten aller ersatzkassenversicherten Patienten, die in den 3.000 Teilnehmerpraxen behandelt werden.

Folgende Faktoren werden in die Analyse einbezogen:
1. die Gesamtantibiotikaverordnungsrate über alle ersatzkassenversicherten Patienten pro Praxis pro Jahr vor und nach Einführung der neuen Versorgungsform
2. die Antibiotikaverordnungsrate bei allen Ersatzkassen-Versicherten mit eindeutig dokumentiertem, akutem Atemwegsinfekt pro Praxis pro Jahr vor und nach Einführung der neuen Versorgungsform
3. die Antibiotikaverordnungsrate bei allen Ersatzkassen-Versicherten in Bezug auf differenziert codierte Atemwegsinfektdiagnosen pro Praxis pro Jahr vor und nach Einführung der neuen Versorgungsform
4. die Verordnungsqualität von Antibiotikaverordnungen bei akuten Atemwegsinfekten gemessen an international konsentierten Qualitätsindikatoren

Zusätzlich erfolgt eine qualitative Prozessevaluation (Primärdaten), die auf Seiten der teilnehmenden Praxen und ihrer Patienten die Wahrnehmung der Versorgungsform untersucht.
Datenbasis Primärdaten
   Ärzte  (Stichprobengröße: 40)
   Patienten  (Stichprobengröße: 100)
Sekundärdaten
   Über das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung bereitgestellte Krankenkassendaten aller Ersatzkassenversicherten die sich mit einem vermuteten Atemwegsinfekt in einer teilnehmenden Praxis (insgesamt 3000) vorstellen  (Stichprobengröße: 1.350.000)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 13.12.2017