[Zurück zur Trefferliste]

EmoR - Entlassungsmanagement in der onkologischen Rehabilitation.

Analyse der Nachsorgeplanung und der schnittstellenübergreifenden Versorgungspfade onkologischer Rehabilitanden

 

Projektkennung VfD_EmoR_17_003876
Laufzeit von 07/2017 bis 12/2019
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die Studie gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Untersuchungsphasen (A und B).
Phase A stellt die Erhebungsphase dar. Die Bewertung des Reha-Entlassungsmanagements wird aus Sicht der beteiligten Akteure (Reha-Mitarbeiter, Rehabilitanden, weiterbehandelnde Haus-/Fach-/Betriebsärzte) erhoben mit den Leitthemen:
a) Deskription und Bewertung des Entlassungsmanagements, der Nachsorgeplanung und des Schnittstellenmanagements bei den Übergängen in die nachstationäre (ambulante) Versorgung
b) Bewertung des Entlassungsberichts hinsichtlich Spezifität, Ergebnisorientierung, Vollständigkeit, Transparenz und Einfluss auf den Rehabilitationserfolg
c) Einschätzung der Zusammenarbeit zwischen Rehabilitationsklinik und weiterbehandelndem Arzt sowie mit weiteren Akteuren der nachstationären Versorgung (u.a. Beratungsstellen, psychoonkologische Betreuung, Selbsthilfe)
d) Verbesserungsvorschläge hinsichtlich Zusammenarbeit, Angebotsstrukturen und Steuermechanismen

Onkologische Rehabilitanden werden ferner bis zu zwölf Monate nach Entlassung aus der Rehabilitation befragt mit dem Ziel, erste Aussagen zu den Auswirkungen des Entlassungsmanagements treffen zu können (u.a. Umsetzung der vereinbarten Nachsorgeempfehlungen, der Zusammenarbeit mit den Ärzten und weiteren Akteuren in der nachstationäre Versorgung, den Unterstützungsbedarfen, den Versorgungspfaden einschließlich fördernder und hemmender Faktoren sowie den Krankheits- und Erwerbsverläufen). Aus den Daten sollen zudem Prädiktoren identifiziert werden, die mit der Nichtumsetzung der Nachsorgeempfehlungen bzw. Inanspruchnahme von Angeboten verbunden sind.
Phase B beinhaltet die Durchführung eines Expertenworkshops: Mit Vertretern aus den beteiligten Rehabilitationskliniken (Ärzte, Therapeuten), weiterbehandelnden Ärzten (Haus-/Fach-/Betriebsärzte) und Rehabilitanden werden die aufbereiteten Ergebnisse relevanter Problemfelder sowie Lösungsvorschläge aus Untersuchungsphase A gemeinsam diskutiert und Handlungsempfehlungen für ein optimiertes Entlassungs- und Schnittstellenmanagement erarbeitet.
Diese Empfehlungen bilden die Basis für die Konzeption bedarfsorientierter Versorgungskonzepte für die onkologische Rehabilitation und Nachsorge.
Hintergrund / Ziele Tumorerkrankungen und deren Therapien können langfristig zu gesundheitlichen Beschwerden und zu erheblichen Einschränkungen in der Teilhabe am Arbeitsleben und in der Gesellschaft führen. Zur Bewältigung dieser Beschwerden und Langzeitfolgen ist ein interdisziplinäres Versorgungssystem wesentlich, um eine Versorgungskontinuität durch den Wechsel (teil-)stationärer und ambulanter Angebote langfristig sicherzustellen. Aufgrund von Schnittstellenproblemen ist die Versorgungskontinuität zwischen den stationären und ambulanten Sektoren, aber auch zwischen den Leistungsanbietern innerhalb eines Sektors, nicht immer gewährleistet. Mangelnde Transparenz, unzureichende Kommunikation, Kooperation und Vernetzung werden hierfür verantwortlich gemacht. Wenngleich in den letzten Jahren durch verschiedene Versorgungskonzepte (Tumorzentren, DMP-Programme, Case-Management) in einzelnen Sektoren eine verbesserte Vernetzung erreicht werden konnte, ist eine effektive und schnittstellenübergreifende Versorgung onkologischer Patienten immer noch nicht gegeben. Im Rahmen der Versorgung von Tumorpatienten übernimmt die medizinische Rehabilitation mit ihrer Diagnostik, den zielorientierten Behandlungsplänen und Empfehlungen für eine ICF orientierte Nachsorge (ICF: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) eine bedeutsame Funktion und stellt im Kontext des Entlassungsmanagements ideale Ausgangsbedingungen für eine patienten- und bedarfsorientierte Nachsorgeplanung bereit.
Allerdings existieren zurzeit nur unzureichende Informationen über ein patienten- und bedarfsorientiertes Reha-Entlassungsmanagement, eine lösungsorientierte Zusammenarbeit der beteiligten Akteure im rehabilitativen und ambulanten Sektor sowie den Unterstützungsbedarfen und Versorgungspfaden der Patienten nach Abschluss einer onkologischen Rehabilitation. Diese Themenbereiche sollen im Rahmen der EmoR-Studie untersucht werden mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen für ein patientenorientiertes Entlassungs-und Schnittstellenmanagement für onkologische Rehabilitanden zu entwickeln.
Methodik Es werden sowohl qualitative als auch quantitative Erhebungsmethoden eingesetzt. Die Datenerhebungen finden in mindestens drei Rehabilitationskliniken statt.
Die Bewertung des Entlassungs- und Schnittstellenmanagements wird aus Sicht der Reha-Ärzte und Therapeuten über Fokusgruppen (eine Fokusgruppe pro Klinik), aus Sicht der Rehabilitanden über Gruppeninterviews (mind. drei Gruppeninterviews pro Klinik) und poststationär aus Sicht der weiterbehandelnden Haus-/Fach-/Betriebsärzte über eine schriftliche Querschnittsbefragung (n=500) und telefonische Interviews (n=10) erhoben.
Des Weiteren werden Daten zu den Themen Entlassungsmanagement, Umsetzung der Nachsorgeempfehlungen, Unterstützung/-sbedarfe sowie Krankheits- und Erwerbsverläufe aus Sicht der Rehabilitanden (n=500) über eine prospektive, schriftliche Längsschnittbefragung mit vier Messzeitpunkten (Reha-Ende, 3-, 6- und 12-Monatskatamese) erfasst. Zur qualitativen Vertiefung dieser komplexen Themen sollen mit einer Auswahl von Studienteilnehmern (n=50) teilstrukturierte telefonbasierte Interviews (1-, 4- und 8-Monate poststationär) geführt werden. Die konsekutive Rekrutierung der Studienteilnehmer erfolgt zu Beginn der onkologischen Rehabilitation anhand festgelegter Ein- bzw. Ausschlusskriterien durch die Ärzte.
Einschlusskriterien:
- männliche und weibliche onkologische Rehabilitanden
- ohne Selektion auf Tumorstatus
- unter kurativer Behandlung
- Anschlussheilbehandlung und Heilverfahren
- Alter zwischen 18 und 75 Jahre
- informierte Einverständniserklärung zur Studie liegt schriftlich vor
Ausschlusskriterium:
- Palliative Gesamtsituation
- unzureichende Deutschkenntnisse
- Alter < 18 Jahre und >75 Jahre

Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchungsphase A werden im Rahmen des Expertenworkshops (Phase B) von den beteiligten Akteuren der stationären und ambulanten Versorgung verbesserte Strategien für ein sektorenübergreifendes Entlassungsmanagement hinsichtlich Nachsorgeplanung und Gestaltung der Übergänge von der Rehabilitation in die nachstationäre Versorgung für onkologische Rehabilitanden abgeleitet und in einem Empfehlungskatalog zusammengetragen.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 500)
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 50)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 9)
   Fokusgruppe (Klinikmitarbeiter)  (Stichprobengröße: 3)
   Befragung postalisch (Ärzte in der ambulanten Versorgung)  (Stichprobengröße: 500)
   Befragung telefonisch (Ärzte in der ambulanten Versorgung)  (Stichprobengröße: 10)
Studiendesign Querschnittstudie
Längsschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 75 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 22.11.2017