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DESKK - DESKK - Entwicklung und Erprobung eines Demenzspezifischen Kurzzeitpflegekonzeptes

 

Projektkennung VfD_DESKK_16_003873
Laufzeit von 04/2016 bis 03/2019
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie kann ein spezifisches Unterstützungsangebot für MmD in der Kurzzeitpflege auf Grundlage bestehender wissenschaftlicher Erkenntnisse und im Hinblick auf Inhalte der geriatrischen Rehabilitation und der Beratung von Angehörigen aufgebaut werden?
Welche Interventionsbestandteile sind relevant für die Entwicklung eines demenzspezifischen Kurzzeitpflegekonzeptes im Hinblick auf mobilitätsbasierte Reha-Maßnahmen bei MmD und Beratungsprogramme für pflegende Angehörige?
Welche Grundvoraussetzungen müssen bei den Studienteilnehmern (MmD + Angehörige) vorhanden sein, um an der jeweiligen Intervention wie geplant teilnehmen zu können und welche Veränderungen ergeben sich durch die Intervention anhand der Outcomes?
Welche fördernden und hindernden Faktoren können für die Umsetzung des Konzeptes im praktischen Kurzzeitpflegesetting identifiziert werden und wie wird es von Kurzzeitpflegemitarbeitern bewertet?
Hintergrund / Ziele Die Pflege von Menschen mit Demenz (MmD) ist häufig stark belastend für pflegende Angehörige. Insbesondere Einschränkungen in den ADLs führen zu einer Abnahme der Selbstständigkeit von MmD, da einfache Verrichtungen, wie z.B. die Entnahme einer Tasse aus einem Küchenschrank, erschwert oder unmöglich werden. Die damit erhöhte Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit ist ein wichtiger Belastungsfaktor für pflegende Angehörige und die betroffenen MmD.
Das Entlastungsangebot der Kurzzeitpflege kann innerhalb des Gesundheitssystems dazu beitragen, die Versorgungssituation von MmD und pflegenden Angehörigen in der Häuslichkeit zu verbessern. In diesem Rahmen können auch gezielte Beratungsangebote für pflegende Angehörige erfolgen, um die pflegebedingte Belastung zu reduzieren. Allerdings bestehen für die gezielte Förderung von mobilitätsbasierten ADL Maßnahmen von MmD in der Kurzzeitpflege sowie flankierenden Beratungen pflegender Angehöriger bisher keinerlei implementierte und strukturierte Konzepte.
Diese Problematik wiegt umso schwerer, als dass vermutlich ca. die Hälfte der Gäste in Kurzzeitpflegeeinrichtungen kognitive Einschränkungen oder Demenzen aufweist.

Das DESKK-Projekt (Demenzspezifisches Kurzzeitpflegekonzept) verfolgt das primäre Ziel, ein mobilitätsbasiertes, modulares Rehabilitationskonzept für MmD im Setting der Kurzzeitpflege zu entwickeln und zu testen. Dieses fokussiert individuelle ADL Fähigkeiten von MmD und bezieht ebenfalls die pflegenden Angehörigen im Rahmen einer Beratungsintervention mit einn. Dazu bearbeitet das Projekt folgende Fragestellungen:
Methodik Bei dem Studiendesign handelt es sich um eine literaturgestützte, evidenzbasierte Interventionsentwicklung mit anschließender Erprobung der Umsetzung und explorativer Evaluation im einfachen Prä-Post Design.
Das Unterstützungsangebot wird in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung, die speziell auf MmD ausgerichtet ist, entwickelt und erprobt. Diese Einrichtung befindet sich in Trägerschaft des Caritasverbandes Paderborn e.V. am Standort Paderborn.
Es ist angedacht, insgesamt 30 Dyaden in die Studie einzuschließen. Diese Zahl ergibt sich auch aus der Verfügbarkeit von geeigneten Teilnehmern (max. 10 Plätze in der Einrichtung) über den Interventionszeitraum (10 Monate) hinweg und einer durchschnittlichen Verweildauer von je 15,1 Tagen. Daraus ergibt sich die Gesamtzahl von n=100. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 40% der Bewohner dieser Kurzzeitpflegeeinrichtung die Studien-Einschlusskriterien erfüllen. Die zu erwartende Drop-Out Rate während der Intervention wird auf 10 Prozent geschätzt.

Als primäres Outcome wird die ADL Fähigkeit der MmD in Hinblick auf ihre Mobilität untersucht. Diese wird mit Hilfe der Assessments Short Physical Performance Battery, Box-and Plot Test und des Strength Dexterity Tests ermittelt. Mittels Berliner Inventar zur Angehörigenbelastung werden pflegebedingte Belastungen der Angehörigen erfasst.
Neben den oben aufgeführten, quantitativ strukturierten Assessments, finden auch leitfadengestützte Interviews mit Mitarbeitern der Kurzzeitpflege und den pflegenden Angehörigen statt, um die Akzeptanz und Benutzerfreundlichkeit des Konzepts zu evaluieren.
Schließlich werden die quantitativen Daten deskriptiv mit Hilfe von SPSS ausgewertet. Die qualitativen Daten aus den transkribierten Interviews werden inhaltsanalytisch in Anlehnung an Mayring ausgewertet.
Datenbasis Primärdaten
Studiendesign Längsschnittstudie
Beobachtungsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die Literaturrecherche zu den Interventionsbausteinen ist abgeschlossen. Momentan (Dezember 2016) werden auf Grundlage der Literaturrecherche Interventionsbausteine im Bereich Mobilität und Beratung entwickelt, die an das spezielle Setting der Kurzzeitpflege angepasst sind. Diese Bausteine werden in den nächsten Monaten intern, als auch durch Expertenpanels rückgekoppelt. Darauffolgend wird das fertig entwickelte Konzept in der Praxis getestet.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 07.08.2017