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Vifa - Vielfalt aus einer Hand - Quartiersbezogener Gesamtversorgungsvertrag für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in der Häuslichkeit

Eine Studie zur Bewertung und Umsetzung einer Strukturinnovation

 

Projektkennung VfD_Vifa_16_003863
Laufzeit von 01/2016 bis 12/2018
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Nutzerperspektive: Inwieweit werden die Maßnahmen des Gesamtversorgungskonzeptes von den hilfe- oder pflegebedürftigen Menschen und den an der Versorgung beteiligten informellen Versorgungspersonen als bedarfsgerecht erlebt (z. B. Passgenauigkeit zu den individuellen Präferenzen, Akzeptanz der Angebote)?
Nutzerperspektive: Welchen Einfluss hat das Gesamtversorgungskonzept auf die Stabilität der häuslichen Versorgungsarrangements im Versorgungsverlauf?
Dienstleisterperspektive: Welche fördernden und hemmenden Faktoren lassen sich bei der konkreten Umsetzung des Gesamtversorgungskonzeptes identifizieren?
Dienstleisterperspektive: Welche Folgen hat der Gesamtversorgungsvertrag auf die internen strukturellen Rahmenbedingungen und Prozesse (u. a. Abrechnung, Personaleinsatz, Ablaufprozesse, Entscheidungsprozesse, Zuständigkeiten)innerhalb des Trägers?
Dienstleisterperspektive: Welche Folgen hat der Gesamtversorgungsvertrag auf die internen strukturellen Rahmenbedingungen und Prozesse (u. a. Abrechnung, Personaleinsatz, Ablaufprozesse, Entscheidungsprozesse, Zuständigkeiten)innerhalb der vier Einrichtungen pro Quartier?
Dienstleisterperspektive: Wie wirkt sich die Umsetzung des Konzeptes auf die vor Ort arbeitenden Leistungserbringer aus?
Systemperspektive: Wie schätzen Akteure/innen des regionalen Versorgungssystems das Gesamtversorgungskonzept und seine Umsetzung generell ein?
Systemperspektive: Wie schätzen sie das Gesamtversorgungskonzept in Bezug auf Potentiale, Risiken und möglichen Veränderungen im System der Leistungserbringung ein?
Systemperspektive: Was sind mögliche Potentiale des Gesamtversorgungskonzeptes im Hinblick auf die zukünftige pflegerische Versorgung älterer Menschen?
Ökonomische Perspektive: Welcher Ressourcenverbrauch, differenziert nach Arten und Mengen, und welche Kosten entstehen bei den Beteiligten aufgrund der Entwicklung und Umsetzung des Gesamtversorgungskonzeptes?
Ökonomische Perspektive: Welche ökonomischen Konsequenzen lassen sich aufgrund der Effekte des Gesamtversorgungskonzeptes identifizierten?
Ökonomische Perspektive: Wie ist das Verhältnis von erfassten Kosten zu bewertetem Nutzen des Gesamtversorgungskonzeptes?
Hintergrund / Ziele Bei der Gestaltung von häuslichen Versorgungsarrangements für hilfe- und pflegebedürftige Menschen stehen Betroffene und ihre Familien sowie formelle Akteure, u. a. aufgrund der leistungsrechtlichen Trennung zwischen Angeboten der ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung, vor großen Herausforderungen. So ist ein fragmentiertes System mit einer Vielzahl von Ansprechpartnern, Institutionen bzw. Anbietern, die einzelne Hilfeleistungen bereitstellen und abrechnen, zu konstatieren. Dies führt häufig zu einer nicht bedarfs- und bedürfnisgerechten Versorgungssituation.
Hier setzt das Gesamtversorgungskonzept (GVK) der Städtischen Seniorenheime Krefeld (SSK) an. Diese haben mit den für sie zuständigen Kostenträgern in NRW bisher einmalige Gesamtversorgungsverträge (GVV) für ihre vier vollstationären Pflegeeinrichtungen abgeschlossen. Die Versorgungseinheit der jeweiligen Pflegeeinrichtung kann auf die Weise Leistungen der ambulanten Pflege im Sinne des SGB XI (Leistungskomplexe) und SGB V (Behandlungspflege) sowie darüber hinausgehende Service- und Vermittlungsleistungen im Rahmen eines Gesamtversorgungskonzeptes anbieten, ohne dafür einen separaten ambulante Dienst einrichten zu müssen.
Das DZNE Witten hat im Rahmen einer Förderung durch die Stiftung Wohlfahrtspflege die wissenschaftliche Evaluation des Konzeptes übernommen.
Ziel der wissenschaftlichen Studie zur Umsetzung und Bewertung dieser Strukturinnovation ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich die Gestaltung häuslicher Versorgungsarrangements im Rahmen der Umsetzung des Gesamtversorgungskonzeptes darstellt
Methodik Das Projekt nutzt ein prospektives multiperspektivisches Langzeitdesign, in dem qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz kommen.
1. Nutzerperspektive (hilfe- und pflegebedürftige Menschen und deren versorgende Angehörige): Hier bilden Fallstudien den Schwerpunkt, in denen die Erfahrungen der Nutzer/innen im Verlauf der Umsetzung des Konzepts der SSK umfassend beschrieben werden. Die quantitative Erhebung ergänzt diese Einsichten um die Erfassung der Versorgungssituation, Bedürfnisse und Bedarfslagen, Inanspruchnahme von Leistungen, sowie die Zufriedenheit und die Lebensqualität der Nutzer/innen im Studienverlauf.
2. Dienstleisterperspektive (Angestellte der SSK): Es werden zu mehreren Zeitpunkten quantitative Daten mittels Fragebogenerhebungen durchgeführt. Ergänzend hierzu werden qualitative Daten mittels Einzelinterviews mit SSK-Führungskräften sowie Fokusgruppendiskussionen mit SSK-Pflegekräften durchgeführt, die stationäre und/oder ambulante Leistungen im Rahmen des GVK erbringen.
3. Systemperspektive (relevante Akteure und Entscheidungsträger im pflegerischen Versorgungssystem in NRW): Einblicke in diese Perspektive werden durch die Erhebung qualitativer Daten im Rahmen von Experteninterviews gewährleistet.
4. Ökonomische Perspektive: Ressourcenverbräuche zur Entwicklung und Umsetzung des Gesamtversorgungskonzeptes sowie den Kosten werden durch Dokumentenanalysen, Auswertung von Routinedokumentationen und mittels Interviews beim Projektpartner SSK erhoben. Zudem werden Daten zur Bewertung des GVK aus der Perspektive Dritter durch den Einsatz standardisierter Fragebögen ermittelt.
Die Analyse der Interviews erfolgt durch eine strukturierende Inhaltsanalyse nach Mayring (Systemperspektive), nach der Problemanalyse von Witzel (Dienstleisterperspektive) und anhand des thematischen Kodierens nach Flick (Nutzerperspektive). Die Analyse der quantitativen Daten erfolgt deskriptiv und wird mit den Ergebnissen der Interviews unter Berücksichtigung der Forschungsfragen zusammengeführt.
Datenbasis Primärdaten
Studiendesign Längsschnittstudie
Kohortenstudie (prospektiv)
Multiperspektivische Evaluationsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse 1. Nutzerperspektive: In die Fallstudien wurden bisher 10 Fälle eingeschlossen, im quantitativen Strang konnten 37 Fälle berücksichtigt werden. Die Datenerhebung für t0 ist abgeschlossen. Derzeit erfolgen die Analyse der Transkriptionen und die Erstellung eines Analyserasters. Darüber hinaus werden die quantitativ gewonnenen Daten analysiert.

2. Dienstleisterperspektive: Die Interviews und Mitarbeiterbefragungen für t0 sind abgeschlossen. Es wurde bereits ein Code-Baum zur Analyse der Transkriptionen erstellt. Die Fragebögen der Mitarbeiterbefragungen wurden digital erfasst, bereinigt und in SPSS überführt.

3. Systemperspektive: Derzeit werden Experteninterviews geführt und weitere Termine vereinbart.

4. Ökonomische Perspektive: Die Datenerhebung zu den ökonomischen Auswirkungen aus der Nutzerperspektive für t0 ist abgeschlossen. Derzeit wird ein Analyseplan für die gewonnen Daten erstellt. Darüber hinaus erfolgt derzeit die Erfassung der Ressourcenverbräuche und Kosten für die Entwicklung des GVK.
In den nächsten Schritten werden die in t0 erhobenen Daten analysiert und die nächsten Erhebungen vorbereitet bzw. durchgeführt.

Die gewonnenen Erkenntnisse liefern Kostenträgern eine wichtige Grundlage für Entscheidungen über zukünftige Ausrichtung der Gesamtversorgungsverträge. Des Weiteren erhalten interessierte Träger eine Bewertungsgrundlage und Hinweise zur Umsetzung eines solchen Konzepts.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 07.08.2017