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AHeaD - Künftige Aufgabenteilung von Pflegefachpersonen und Hausärzten in der ambulanten Demenzversorgung: Aufgaben, Akzeptanz, Qualifikation

 

Projektkennung VfD_AHeaD_17_003839
Laufzeit von 05/2017 bis 04/2020
Webseitehttps://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/ahead-kuenftige-aufgabenteilung-von-pflegefachpersonen-und-hausaerzten-in-der-ambulanten-demenzversorgung-aufgaben-akzeptanz-qualifikation.28
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Primäre Fragestellung:
1. Wie können Arbeitsprozesse künftig in Kooperation, Delegation und Substitution organisiert und implementiert werden?

Primäre Hypothesen:
1a. Die Anzahl der Dementia Care Manager Tätigkeiten hängt vom Alter, Geschlecht und Demenzstadium der Menschen mit Demenz ab.
1b. Tätigkeiten in Delegation werden im Vergleich zu Tätigkeiten in Kooperation und Substitution häufiger von Hausärzten, Pflegefachpersonen, Menschen mit Demenz und Angehörigen genannt. Die Motive unterscheiden sich dabei.
1c. DelpHi-MV Hausärzte und Pflegefachpersonen geben mehr Tätigkeiten in Delegation und Substitution an als nicht-DelpHi-MV Hausärzte und Pflegefachpersonen.
1d. Pflegefachpersonen nennen mehr zur Substitution geeignete Tätigkeiten als Hausärzte.
1e. Hausärztinnen nennen eine größere Anzahl zur Substitution geeignete Tätigkeiten als Hausärzte.
Sekundäre Fragestellungen:
2. Wie ist der Qualifikationsbedarf von Pflegefachpersonen?

3. Wie ist die Akzeptanz bei Hausärzten, Pflegefachpersonen, Menschen mit Demenz und Angehörigen?

4. Welche Auswirkungen hat eine veränderte Arbeitsteilung auf die Arzt-Patienten Beziehung?

5. Welche Kosten sind mit der Einführung verbunden und ist der Ansatz rentabel für das Versorgungssystem?

Sekundäre Hypothesen:
2a. Hausärzte, Pflegefachpersonen, Menschen mit Demenz und Angehörige äußern einen Qualifikationsbedarf für Pflegepersonen zur erweiterten Aufgabenübernahme.
2b. Der Qualifikationsbedarf hängt von der Aufgabenübernahm (Kooperation, Delegation, Substitution) ab.
2c. Hausärzte sind häufiger als professionell Pflegende der Auffassung, das Pflegefachpersonen zur erweiterten Aufgabenübernahme eine Hochschulausbildung benötigen.


3a. Die Akzeptanz der Aufgabeneuverteilung ist bei Hausärzten und Pflegefachpersonen der DelpHi-MV Studie größer als bei nicht DelpHi-MV Hausärzten und Pflegefachpersonen.
3b. Angehörige akzeptieren die Übernahme von medizinischen Tätigkeiten durch Pflegefachpersonen.
3c. Hausärzte und Pflegende äußern mehr Vor- als Nachteile einer veränderten Arbeitsteilung.
3d. Hausärzte äußern mehr Bedenken zur Substitution ärztlicher Tätigkeiten als zur Delegation.
3e. Die Akzeptanz jüngerer Hausärzte ist höher im Vergleich zu älteren.
3f. Die Akzeptanz von Hausärztinnen ist größer als bei Hausärzten.


4a. Hausärzte bleiben wichtigste Kontaktperson für die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.
4b. Pflegefachpersonen werden als kompetente Ansprechpartner für die Demenz von den Betroffenen und ihren Angehörigen wahrgenommen.
4c. Die abgestimmte Kommunikation zwischen Hausarzt und Pflegefachperson fördert eine positive Arzt-Patienten Beziehung.


5a. Der zeitliche Aufwand und die Kosten unterschiedlicher Delegation-, Kooperations- und Substitutionsleistungen lassen sich aus den DelpHi-MV Daten ermitteln.
5b. Es können unterschiedliche Finanzierungsoptionen identifiziert werden.
5c. Der Hausarzt hat durch Substitution ärztlicher Leistungen Erlöseinbußen.
5d. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist positiv aus Sicht der Kostenträger.
Hintergrund / Ziele Hintergrund:
In Deutschland leben derzeit ca. 1.6 Mio. Menschen mit einer Demenz. Diese sind auf eine leitliniengerechte medizinische und pflegerische Versorgung angewiesen. Gleichzeitig altern auch die Akteure des Gesundheitswesens, so dass bereits heute die Sicherung der bedarfsgerechten Versorgung eine Herausforderung darstellt. Innovative Versorgungskonzepte sind erforderlich. Diese sollten sich u.a. durch eine Neustrukturierung von Aufgabenfeldern einzelner Berufsgruppen und der Neuverteilung von Tätigkeiten unter den Akteuren charakterisieren. Daher untersucht die AHeaD Studie die veränderte Arbeitsteilung von Pflegefachpersonen und Hausärzten am Beispiel der ambulanten Versorgung von Menschen mit Demenz und der Unterstützung des (pflegenden) Umfeldes.

Ziel:
Ziel ist es, die Aufgabenneuverteilung von Pflegefachpersonen und Hausärzten für die ambulante Demenzversorgung zu spezifizieren und die Ergebnisse für die Entwicklung eines Versorgungskonzeptes gemäß §63 Abs. 3c SGB V zu nutzen.
Methodik Die AHeaD Studie ist eine Mixed Methods Beobachtungsstudie mit einem sequentiellen Vertiefungsdesign und umfasst eine (a) Dementia Care Management Tätigkeitsanalyse des erfolgreich implementierten Dementia Care Management Konzeptes der DelpHi-MV Studie (Demenz: lebensweltorientierte und personenzentrierte Hilfen für Mecklenburg-Vorpommern), eine (b) quantitative schriftliche Befragung und (c) vier qualitative Fokusgruppen. Dies erfolgt mit Hausärzten (N=94), Dementia Care Managern (N=6), Menschen mit Demenz (N=336) und Angehörigen (N=194) von DelpHi-MV. Zum Vergleich möglicher Bewertungsunterschiede werden Hausärzte (N=95) und Pflegefachpersonen (N=98) eingeschlossen, die bislang keine Erfahrungen mit dem Dementia Care Management haben und die Regelversorgung repräsentieren. Um die Studiengröße für die DelpHi-MV und nicht-DelpHi-MV Probanden zu erreichen, wurde die Studienregion auf Greifswald und den Radius im Umfang von 100km festgelegt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 824)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 40)
   Analyse bestehender DelpHi-MV Daten  (Stichprobengröße: 631)
Studiendesign Beobachtungsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 15.05.2017