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Interaktions- und Beziehungserfahrungen von chronisch kranken Kindern in stationären Settings

 

Projektkennung VfD_16_003834
Laufzeit von 08/2016 bis 07/2019
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) 1) Wie erleben Kinder zwischen 4 und 12 Jahren mit einer chronischen Erkrankung Interaktionen mit den sie versorgenden Akteuren? Welche Aspkete treten in der Kinderperspektive besonders hervor, welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die Gestaltung von Interaktion und Beziehung in Versorgungssettings ableiten? 2) Wie gestaltet sich die beobachtbare Interaktion zwischen den Kindern und unterschiedlichen professionellen Akteuren? Welche Merkmale von Interaktion und Beziehung lassen sich feststellen? Welche Faktoren beeinflussen die Interaktionsgestaltung?
Hintergrund / Ziele Chronisch kranke Kinder sind häufig mit immer wiederkehrenden und länger andauernden Krankenhausaufenthalten konfrontiert. Der Alltag im Krankenhaus wird dabei nicht selten zu einer „Parallelwelt“. Langzeiterkrankungen und chronische Erkrankungen sind mit einer erhöhten Vulnerabilität und besonderen Entwicklungsaufgaben verbunden, die aber auch positiv bewältigt werden können. Positive und stärkende Beziehungen zu Erwachsenen sind als psychosoziale Schutzfaktoren für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bekannt. Über die Interaktions- und Beziehungsqualität von medizinischen, pflegerischen, therapeutischen und pädagogischen Akteuren zu vier- bis zwölfjährigen chronisch kranken Kindern, mit denen sie regelmäßig und über lange Zeiträume in Kontakt stehen, ist bisher jedoch wenig bekannt.
Das Promotionsvorhaben zielt auf die Untersuchung der Interaktions- und Beziehungsgestaltung in Versorgungssettings, in denen die Kinder behandelt werden. In einem Mixed-Methods-Design soll einerseits das subjektive Erleben der Interaktions- und Beziehungsgestaltung durch chronisch kranke Kinder während eines stationären Aufenthaltes mit Hilfe leitfadengestützter, teilnarrativer Kinderinterviews erhoben und andererseits die Qualität der Interaktions- und Beziehungsgestaltung mit Hilfe videogestützter, standardisierter Verfahren eingeschätzt werden. Hierfür soll ein bereits bestehender standardisierter Beobachtungsbogen zur Fremd- und Selbsteinschätzung für das Setting adaptiert werden und eine erste item- und skalenanalytische Überprüfung desselben stattfinden. Bei der Weiterentwicklung des Beobachtungsbogens sollen auch die durch die Kinder benannten und aus ihrer Sicht relevanten Merkmale einfließen. Der weiterentwickelte Beobachtungsbogen zur Fremd- und Selbsteinschätzung kann ggf. in der Aus- und Weiterbildung von medizinischen, pflegerischen, therapeutischen und pädagogischen Fachkräften im stationären Setting Verwendung finden.
Methodik Die Ziele des Promotionsvorhabens sollen mit zwei verschiedenen methodischen Zugängen verfolgt werden:
1) Das subjektive Erleben von Interaktion- und Beziehung durch chronisch kranke Kinder während eines stationären Aufenthaltes soll mit Hilfe leitfadengestützter, teilnarrativer Kinderinterviews (Weltzien 2009, Trautmann 2010) mit ca. 15 bis 20 Kindern (bei den jüngeren Kindern in Anwesenheit einer primären Bezugsperson) erhoben werden. Neben möglichen Grundtypiken des subjektiven Erlebens bei chronisch kranken Kindern sollen prototypische Merkmale von Interaktion und Beziehung in Versorgungssettings mit Hilfe feinanalytischer Verfahren rekonstruiert werden; hierbei wird das Integrative Basisverfahren nach Kruse (2015) zur Anwendung kommen. So können beispielsweise über eine Agency-Analyse Aspekte wie Partizipation und subjektiv erlebte Teilhabe, Handlungsmächtigkeit und Selbstwirksamkeitserleben besondere Beachtung finden.
2) Die Qualität der Interaktions- und Beziehungsgestaltung soll mit Hilfe eines videogestützten, standardisierten Verfahrens eingeschätzt werden. Hierfür werden Interaktionssequenzen mit Fachpersonen aus Medizin, Pflege, Therapie sowie Pädagogik und dem Kind videografiert und mit Hilfe bereits entwickelter und erprobter (ggf. für das Setting adaptierter) Instrumente geratet (das Instrument „GInA E“ wurde von Weltzien (2014, vgl. auch Bücklein, Hoffer & Strohmer 2016) für pädagogische Settings entwickelt und wird derzeit von einer Forschergruppe an der Evangelischen Hochschule Freiburg als Evaluationsinstrument weiterentwickelt (Weltzien et al. 2017). Die Antragstellerin ist selbst an der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung beteiligt.
Nach einer ersten item- und skalenanalytischen Überprüfung des adaptierten Beobachtungsbogens zur Fremd- und Selbsteinschätzung kann die faktorielle Struktur mittels explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalyse überprüft werden. Die sich daraus ergebenden Faktoren werden dann über die Berechnung von Cronbachs Alpha auf ihre interne Konsistenz hin überprüft werden.
Zur Auswertung der erhobenen Daten, die ggf. Rückschlüsse auf Zusammenhänge zwischen Merkmalen der untersuchten Personen und der beobachtbaren Interaktionsqualität erwarten lassen, sollen je nach tatsächlich rekrutierter Fallzahl (siehe Punkt 7.1) latente Klassenanalysen und regressionsanalytische Verfahren herangezogen werden (Bühner & Ziegler 2009).
Die Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden erfolgt in einem parallelisierten Mixed-Methods-Design (Kuckartz 2014), die dem explorativen Charakter der Fragestellung Rechnung trägt.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 20)
   Videosequenzanalyse  (Stichprobengröße: 120)
Studiendesign Querschnittstudie
Beobachtungsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 4 bis 12 Jahre
von 18 bis 67 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 27.04.2017