[Zurück zur Trefferliste]

“Evaluation eines verhaltenstherapeutischen Online-Selbsthilfeprogramms (moodgym) bei Menschen mit leichten und mittelschweren depressiven Störungen im deutschen Hausarztsetting – eine clusterrandomisierte kontrollierte Studie“

 

Projektkennung VfD_12_003753
Laufzeit von 07/2012 bis 11/2017
Webseitehttp://isap.uniklinikum-leipzig.de/isap.site,postext,ag-public-health,a_id,1653.html
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die Studie untersucht die Wirksamkeit, Nutzungsakzeptanz und Kosteneffektivität eines verhaltenstherapeutischen Online-Selbsthilfeprogramms (moodgym) für Menschen mit leichten und mittelschweren depressiven Störungen in der primärärztlichen Versorgung.
Hintergrund / Ziele Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter und sind mit schwerwiegenden Folgen verbunden. Als eine sehr effektive Methode in der Behandlung von Depressionen hat sich die kognitive Verhaltenstherapie erwiesen. moodgym ist ein internetbasiertes Selbsthilfeprogramm für depressive Erkrankungen (entwickelt durch Wissenschaftler des Centre for Mental Health Research der Australian National University), das auf der kognitiven Verhaltenstherapie basiert und international zu den bereits sehr gut untersuchten Programmen im Bereich computerbasierter kognitiver Verhaltenstherapie gehört. 2013 wurde moodgym von einem Wissenschaftlerteam des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig in die deutsche Sprache übersetzt. In dieser Studie soll moodgym erstmalig im deutschen Hausarztsetting evaluiert werden. Dabei soll geprüft werden, wie sich das Programm als „Add-on“ zur hausärztlichen Standardversorgung hinsichtlich der Behandlungseffekte und -kosten von einer ausschließlichen hausärztlichen Versorgung unterscheidet.
Methodik Die Studie weist ein clusterrandomisiertes kontrolliertes Design auf. Für den Patienteneinschluss wurden praktizierende Hausärzte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kontaktiert. Teilnehmende Praxen wurden zufällig der Interventionsgruppe (IG) oder Kontrollgruppe (KG) zugewiesen. Anschließend wurden die Ärzte gebeten, Patienten mit leichter und mittelschwerer depressiver Symptomatik zu rekrutieren. Durch diese Strategie konnten 190 Hausärzte (N = 95 pro Gruppe) und 647 Patienten (IG: N = 320; KG: N = 327) eingeschlossen werden. Patienten der Kontrollgruppe erhielten ihre hausärztliche Behandlung wie gewohnt während Patienten in der Interventionsgruppe neben ihrer Standardbehandlung zusätzlich einen Zugang zu moodgym erhielten. Alle Studienteilnehmer wurden zu drei Messzeitpunkten schriftlich mittels Fragebogen befragt. Die Baseline-Erhebung (T0) fand statt, bevor Patienten der Interventionsgruppe einen Zugang zu moodgym erhielten. Darauf folgten ein Kurzzeit-Follow-Up (T1: 6 Wochen) und ein Langzeit-Follow-Up (T2: 6 Monate). Neben der depressiven Symptomatik wurden Behandlungspräferenzen, die allgemeine psychische Belastung, psychische Begleiterkrankungen, die Lebensqualität sowie körperliche, kognitive und soziale Aktivitäten erfasst. Darüber hinaus beantworteten Patienten der IG Fragen zu moodgym, insbesondere zur Nutzungsakzeptanz. Die gesundheitsökonomische Auswertung aus der GKV-Perspektive erfolgt über Abrechnungsdaten (Routinedaten).
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 647)
Studiendesign Längsschnittstudie
Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 0 Jahre
Ergebnisse Erste Ergebnisse der Studie zeigen, dass moodgym die depressive Symptomatik bei leicht und mittelgradig depressiven Hausarztpatienten sowohl kurz- als auch langfristig reduziert. Weiterhin zeigten sich positive Effekte im Hinblick auf die Lebensqualität, die allgemeine psychische Belastung und die Selbstwirksamkeit der Patienten. Somit stellt moodgym einen wirksamen komplementären Behandlungsbaustein in der Hausarztpraxis dar. Wartezeiten für eine weitere fachspezifische Behandlung als auch Versorgungsdefizite in ländlichen Räumen könnten damit aufgefangen werden. Analysen zur Kosteneffektivität stehen noch aus.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 15.05.2017