[Zurück zur Trefferliste]

PHOEBE - Prävention psychischer und psychosomatischer Erkrankungen innerhalb und außerhalb des Betriebes

Erfahrungen und Haltungen von Betriebsärzten, Hausärzten, Psychotherapeuten und Personalverantwortlichen

 

Projektkennung VfD_PHOEBE_13_003745
Laufzeit von 01/2013 bis 12/2016
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Erfahrungen und Haltungen haben Hausärzte, Betriebsärzte, Psychotherapeuten und Personalverantwortlich in Deutschland in Bezug auf die Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention psychischer und psychosomatischer Erkrankungen bei Beschäftigten?
Welche Erfahrungen und Haltungen haben die genannten Akteure in Bezug auf ihre Zusammenarbeit bei der Prävention und Versorgung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen bei Beschäftigten?
Welchen Stellenwert messen die Akteure verschiedenen allgemeinen Faktoren und Faktoren aus der Arbeitswelt bei im Hinblick auf die Entstehung oder die Prävention psychischer und psychosomatischer Erkrankungen bei Beschäftigten?
Hintergrund / Ziele Das betriebliche Setting spielt für die Prävention psychosomatischer und psychischer Erkrankungen eine besondere Rolle. Hier können Maßnahmen der Primärprävention (Gestaltung der Arbeitsbedingungen), Sekundärprävention (Früherkennung von und Frühintervention bei gefährdeten und erkrankenden Personen zur Vermeidung langdauernder oder chronischer Verläufe) und Tertiärprävention (Wiedereingliederung nach Erkrankung) durchgeführt werden.
Die Schnittstelle zwischen der betriebsärztlichen Betreuung und der Versorgung durch Haus- und Fachärzte bzw. psychotherapeutisch Tätigen ist aber meist nicht gut ausgeprägt. Vor diesem Hintergrund wurden in der Vergangenheit modellhaft einerseits strukturierte Präventionspfade vorgeschlagen, andererseits das Konzept einer so genannten "Psychosomatischen Sprechstunde im Betrieb" entwickelt. Beide dienen über zusätzliche Angebote in Bezug auf Diagnostik und frühe Intervention der Sekundärprävention drohender psychischer und psychosomatischer Erkrankungen und können darüber hinaus Anstoß für Maßnahmen der Primär- und Tertiärprävention geben.
Wenig bekannt ist allerdings, welche Erfahrungen, Haltungen und wahrgenommenen Zuständigkeiten die Akteure an den Schnittstellen, d.h. Betriebsärzte, Hausärzte und Psychotherapeuten sowie die Personalverantwortlichen in Betrieben zur Prävention psychischer und psychosomatischer Erkrankungen von Beschäftigten haben.
Methodik Ausgehend von Literaturrecherchen und Ergebnissen eigener qualitativer Studien bzw. vertiefter Analyse von Transkripten aus Einzelinterviews und Fokusgruppen wurde in einem interdisziplinären und interprofessionellen Team ein standardisierter Fragebogen für die vier Berufsgruppen (Hausärzte, Betriebsärzte, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten und Personalverantwortliche) entwickelt und im Sommer 2014 im Rahmen einer postalischen Befragung in Baden-Württemberg eingesetzt. Angeschrieben wurden n=1000 Hausärzte, n=700 Psychotherapeuten (jeweils Zufallsstichprobe aus der Internet-Datenbank der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg), n=450 Mitglieder des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW e.V.) (Vollerhebung) und n=1426 Personalverantwortliche (Vollerhebung unter den Mitgliedern des Verbands der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg (Südwestmetall e.V.))
Parallel zu ersten Auswertungen der Befragung wurde ein teil-analoger Fragebogen für die Sicht von Beschäftigten als fünfte Akteursgruppe und Betroffene konzipiert und einem Pretest unterzogen. Die Befragung der Beschäftigten ist für das Jahr 2016 geplant.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 3.576)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Erste Ergebnisse wurden z.B. auf dem DKVF 2015 (http://www.egms.de/en/meetings/dkvf2015/15dkvf030.shtml)vorgestellt:
Teilergebnisse zum Thema "Zusammenarbeit an den Schnittstellen":
(Zitat aus dem o.g. veröffentlichten Abstract)
"Der Fragebogenrücklauf betrug bei Betriebsärzten (BÄ) 30% (n=133), bei Hausärzten (HÄ) 14% (n=136) und bei Psychotherapeuten(PT) 27% (n=186). Mindestens 75% der BÄ hatte wegen der PPE eines Patienten bzw. Beschäftigten schon einmal Kontakt mit einem Hausarzt oder einen Psychotherapeuten. Umgekehrt galt dies für rund 1/3 der HÄ und der PT. Kontakterfahrungen mit einem Hausarzt berichteten 3/4 der PT (umgekehrt rund 50%). Bezogen auf die letzten zwei Jahre waren dies im Median maximal 4 Patienten/Beschäftigte.
Mehrheitlich wurden Kontaktversuche beschrieben, die von den Befragten selbst ausgingen. Bei fast allen HÄ und PT waren sie bei Betriebsärzten auch erfolgreich; umgekehrt konnten die BÄ die niedergelassenen HÄ und PT nur in drei Viertel der Fälle erreichen.
Die standardisiert vorgegebenen Gründe der Nichterreichbarkeit bzw. eines zu hohen Zeitaufwands bei nicht erfolgreichen Kontaktversuchen wurden jeweils nur zu geringen Anteilen angegeben (maximal 15%; Ausnahme: 33% HÄ-PT). Auch das Nichteinverständnis von Beschäftigten für einen Austausch zwischen BÄ und HÄ bzw. PT spielte nur eine geringe Rolle (13 bzw. 17%).
Insgesamt wurde die Zusammenarbeit mit HÄ in den letzten zwei Jahren von 38% der BÄ mit Kontaktversuchen mit den Schulnoten 1 oder 2 beurteilt (umgekehrt 69%; p=0,029, w=0,17), die Zusammenarbeit mit PT entsprechend von 63% (umgekehrt 53%, nicht signifikant). 53% der HÄ beurteilte die Zusammenarbeit mit PT positiv (umgekehrt 75%, nicht signifikant). Nahezu alle Akteure hielten eine bessere bilaterale Zusammenarbeit für "eher" oder "sehr wichtig".

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.06.2016