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INSEA - INSEA - Selbstmanagement Programm "Gesund und aktiv leben"

 

Projektkennung VfD_INSEA_14_003744
Laufzeit von 08/2014 bis 02/2018
Webseitehttp://www.insea-aktiv.de
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie beurteilen die Teilnehmer den Nutzen der Kurse? Lassen sich im Zeitverlauf Wirkungen auf den Umgang mit der Erkrankung und das Empowerment der Betroffenen zeigen?
Hintergrund / Ziele Das Nationale Netzwerk INSEA „Gesund und aktiv leben“ hat das Ziel, ein Selbstmanagement Programm für Menschen mit chronischen Erkrankungen in Deutschland zu etablieren. Bei dem Programm handelt es sich um einen standardisierten Kurs mit einem festgelegten Kursprogramm und einem evaluierten Begleitbuch, das sich am bewährten «Chronic Disease Self-Management Program» (CDSMP) der Universität Stanford (USA) orientiert. INSEA wird gefördert von Careum (CH), wo das Programm unter dem Namen EVIVO bereits erfolgreich umgesetzt wird. Das Selbstmanagementprogramm „Gesund und aktiv leben“ ist krankheitsübergreifend, also sowohl für körperlich als auch für viele psychisch Erkrankte geeignet. Teilnehmen können Menschen, die in der Lage und interessiert sind, einmal wöchentlich zweieinhalb Stunden am Stück mit anderen Menschen zusammen zu sein, und das über einen Zeitraum von insgesamt sechs Wochen.
Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung des Programms und für eine breite Dissemination ist auch, dass interessierte Personen mit und ohne chronische Erkrankungen als Kursleitungen gewonnen und ausgebildet werden. Sie sollten in der Lage sind, im Tandem mit einem anderen im Projekt geschulten Kursleiter gemeinsam einen Kurs durchzuführen. Geschult werden die Kursleiterinnen und Kursleiter, also Personen, die offen sind für andere Menschen und die in der Lage sind, sozial kompetent einen Kurs durchzuführen, von zwei zertifizierten Trainern in jeweils 4 Tages-Kursen.
Ziele des Projekts sind der Aufbau, die Organisation und das Management der Nationalen Koordinierungsstelle des Selbstmanagement-Programms „Gesund und aktiv leben“ sowie die Implementierung zweier Standorte für das Selbstmanagement-Programm „Gesund und aktiv leben“. Aktuell wird eine nationale Koordinierungsstelle an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aufgebaut, erste Umsetzungsstandorte sind die Selbsthilfekontaktstellen (SeKo) Bayern e.V. und die Patientenuniversität an der MHH, weitere Standorte in Deutschland sollen sukzessive hinzukommen.

Dazu werden auf unterschiedlichen Ebenen Gremien bzw. Institutionen installiert:

Nationale Koordinierungsstelle
Die nationale Koordinierungsstelle soll die Strukturen für eine flächendeckende Implementation des Selbstmanagementprogramms entwickeln. Dazu gehört, dass
•weitere Modellstandorte innerhalb und außerhalb der Selbsthilfe akquiriert werden,
•Strukturen für die Qualifizierung von Kursleitern und die Durchführung von Selbstmanagementkursen aufgebaut werden,
•Synergien in der Arbeit der Projektbeteiligten hergestellt werden und zwar durch Vernetzung, Informationsaustausch, gemeinsame Evaluationsstrategien und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.

Modellstandorte
Zu Projektbeginn starten zwei Modellstandorte (Niedersachsen und Bayern). Ihre Aufgaben sind u.a.
•Strukturen für die Organisation der Selbstmanagementschulungen aufzubauen,
•Kursleiter für die Selbstmanagementschulungen zu rekrutieren,
•chronisch Erkrankte und Angehörige zu gewinnen
•Selbstmanagementkurse durchzuführen.

Steuerungsgruppe
Die Steuerungsgruppe, in der alle am Projekt beteiligten Akteure arbeiten hat die Aufgabe gemeinsam ein innerdeutsches Netzwerk aufzubauen und den Wissenstransfer innerhalb des Projektes zu unterstützen. Darüber hinaus soll ein internationales Netzwerk aufgebaut und gefördert werden.
Methodik Die Evaluation erfolgt auf Basis halbstandardisierter Selbstbewertungsfragebögen zu drei Zeitpunkten; vor Beginn des Kurses, direkt nach dem Kurs sowie 6 Monate nach Abschluss des Kurses. Das Erhebungsinstrument basiert auf bereits in der Evaluation der CDSMP-Kurse genutzten Skalen, die um zusätzliche Frageblöcke wie den Health Education Impact Questionnaire (heiQ) erweitert wurden. So werden u.a. die soziodemografischen Daten der Teilnehmenden, ihr subjektiver Gesundheitszustand, Gesundheitskompetenz und -verhalten, Selbstwirksamkeit und die Zufriedenheit mit den INSEA-Kursen erfasst.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 300)
Studiendesign Längsschnittstudie

Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 24 bis 80 Jahre
Ergebnisse Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 17 INSEA-Kurse durchgeführt, in die insgesamt 221 Teilnehmende integriert werden konnten. Aus dem Pool der Teilnehmenden beteiligten sich 176 (79,2%) Personen an der Evaluation zu den ersten beiden Messzeitpunkten (78,7% weiblich; mittleres Alter: 59,6 Jahre; Altersspanne: 24-80). Die drei häufigsten chronischen Erkrankungen der Teilnehmenden sind Erkrankungen des Bewegungsapparates (54,0%), psychische Erkrankungen (32,4%) und Diabetes (22,0%). Über 60% der Teilnehmer sind von mehr als einer chronischen Erkrankung betroffen.
In den Daten zeichnen sich leichte Verbesserungen beim subjektiven Gesundheitszustand der Teilnehmenden, in ihrer Selbstwirksamkeit sowie eine Verminderung krankheitsbedingter Einschränkungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens ab. Außerdem konnten leichte Verbesserungen der Gesundheitskompetenz und Selbstmanagementfähigkeiten festgestellt werden. Die meisten Teilnehmenden haben im Kurs gelernt, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen (77,9%), Fragen in Gesprächen mit Ärzten besser zu formulieren (71,7%) und was sie selbst für ihre Gesundheit tun können (91,2%). Sie bewerten die Kurse im Durchschnitt mit einer Schulnote von 1,7 und würden das Programm weiterempfehlen (97,7%).

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 18.04.2016