[Zurück zur Trefferliste]

Angebotsplanung: Modellierung per Soll-Richtwerten - Angebotsplanung: Modellierung der Versorgungssituation bei Standortveränderungen unter Vorgabe der Erreichbarkeit und der Versorgungsdichte

 

Projektkennung VfD_Angebotsplanung:_14_003659
Laufzeit von 04/2014, fortlaufend
Status des Projekts laufend
GesamtprojektVersorgungsforschung 2015 (GÖG)
ProjektkuerzelVF 2015 GÖG

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Inwiefern kann die Versorgungsverteilung bei Standortveränderungen unter Vorgabe der Größe des Anbieters (gemessen anhand von Anbietereinheiten), der Soll-Erreichbarkeit (PKW-Reiseminuten) sowie der Soll-Versorgungsdichte anhand eines algorithmischen Ansatzes modelliert werden?
Hintergrund / Ziele Hintergrund:

Bei gesundheitsplanerischen Fragen im Zusammenhang mit Anbieterstandorten (z.B.: Aufstockungswünsche, Neugründungen) gilt es, die Auswirkungen auf die regionale Versorgungssituation zu analysieren. Standardberechnungen der Versorgungsdichte (VD) - wie z.B. die als Versorgungsschlüssel (VS) definierte Messgröße „Einwohner (EW) je Anbietereinheit (AE)“ - erfolgen vielfach anhand administrativer Raumeinheiten (z.B. Bezirke). Allerdings müssen auch überregionale Querbezüge (z.B.: Mitversorgungseffekte) berücksichtigt werden. Eine robuste Methode ist die Bildung von „natürlichen Einzugsbereichen“. Diese anbieterbezogenen Einzugsbereiche basieren auf der Nächstgelegenheit von einzelnen Wohngemeinden zu einem Anbieterstandort. Diese Methode hat allerdings die Einschränkung, dass die Anbietergröße (Anzahl AE) und Erreichbarkeitsfristen nur indirekt berücksichtigt werden können.
Methodik Durch den Algorithmus wird eine Zuordnungsvorschrift definiert, die zusätzlich zur Nächstgelegenheit auch
* die Anbietergröße (via AE),
* die Versorgungsdichte und
* eine Erreichbarkeitsfrist berücksichtigt.
Für die Zuteilung von AE zu Gemeinden werden die AE mittels VS in ein „Angebotsvolumen“ (AV) umgerechnet (AE x VS = AV).
Die Zuteilung dieses AV zu den EW in Gemeinden erfolgt geordnet - nach der Distanz der jeweiligen Gemeinden zur Anbietergemeinde (daher: Erfüllung des Kriteriums der Nächstgelegenheit) - bis entweder das verfügbare AV erschöpft ist oder die Distanz zu groß ist (Erreichbarkeitsfrist überschritten).
Datenbasis Sekundärdaten
   Österreichischer Spitalskompass  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Modellierung
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Durch diese algorithmische Zuteilung von AE auf EW können Gemeinden letztendlich drei verschiedene Zustände erreichen:

* Die Gemeinde hat unversorgte EW (EW-Zahl übersteigt das für sie verfügbare AV bzw. die Gemeinde liegt zu weit weg von einem Anbieterstandort)
* Die Gemeinde ist gemäß der Soll-VD versorgt (ein der EW-Zahl entsprechendes AV kann zugeteilt werden)
* Nur im Fall einer Anbietergemeinde: Gemeinde ist überversorgt (AV übersteigt die verfügbare EW-Zahl aller Gemeinden innerhalb der Erreichbarkeitsfrist

Der Algorithmus wurde als Software-Tool implementiert und testweise in verschiedenen Konstellationen erprobt. In der kartographischen Darstellung wird die Funktionsfähigkeit des Algorithmus ersichtlich. Im Tool können sowohl der Erreichbarkeits-RW (minutenweise) als auch der Versorgungsschlüssel variabel eingestellt werden.

Zur Veranschaulichung einer Standortveränderung (Akutbetten für Dermatologie) wird in Karte 1 und 2 (die Karten können beim korrespondierenden Autor angefordert werden) die lokale Aufstockung von 10 Betten (am Standort Feldkirch) algorithmisch vollzogen und dargestellt. Es ist anhand der Farbschattierung zu erkennen, welche zusätzliche Gemeinden nun den Status "gemäß Soll-VD versorgt" erhalten.
In den Karten 3 und 4 (die Karten können beim korrespondierenden Autor angefordert werden) wird demonstriert, dass die Parameter „Soll-Erreichbarkeit“ und „Versorgungsschlüssel“ variabel angepasst und die Auswirkungen kartografisch sichtbar gemacht werden können. Es ist zu erkennen, wie sich die Fläche jener Gemeinden, die "gemäß Soll-VD versorgt" sind verkleinert, wenn eine größere VD oder eine geringere „Soll-Erreichbarkeit“ gefordert wird.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 24.11.2015