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TRANS-Need - Lost in Transition?

Versorgungssituation aus der Sicht psychisch kranker Jugendlicher und Behandler an der Schnittstelle von einer kinder- und jugendlichenzentrierten in die erwachsenenzentrierte Behandlung

 

Projektkennung VfD_TRANS-Need_15_003655
Laufzeit von 06/2015 bis 05/2016
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Primäre Fragen und Ziele der vorliegenden Studie sind:
(1) die Erfassung von Erfahrungen und Sichtweisen psychisch kranker Jugendlicher und junger Erwachsener im Transitionsalter im Hinblick auf ihren bereits erfolgten oder geplanten Übergang in die psychiatrisch/psychotherapeutische Erwachsenenversorgung:
a. Wie nehmen die Patienten ihre Versorgungssituation am Übergang wahr und wie bewerten sie diese?
b. Welche Bedarfe sehen sie als gedeckt, welche Bedarfe sind nicht ausreichend gedeckt?
c. Welche intra-, interpersonellen und kontextuellen Faktoren sind bei der Entscheidung für oder gegen eine Weiterbehandlung (= Gesundheitsverhalten) von Relevanz?
(2) Die Erfassung von Erfahrungen und Sichtweisen von Leistungserbringern von Versorgung für psychisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene im Hinblick auf strukturelle bzw. settingbedingte, organisatorische Faktoren, die die Weiterversorgung begünstigen oder behindern:
a. Wie nehmen Behandler die Versorgungssituation am Übergang wahr und wie bewerten sie diese?
b. Wo sehen sie Faktoren oder Barrieren, die den Transitionsprozess und somit die Behandlungskontinuität behindern oder fördern könnten?
(3) die Entwicklung einer Intervention zur Verbesserung der Transition von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen

Fernziele
In einem Folgeprojekt soll die Intervention zur Transition von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen evaluiert werden. Dies soll mit Blick auf die Entwicklung eines verbesserten Versorgungsangebotes für die Zielgruppe geschehen.
Hintergrund / Ziele Zusammenfassung
Einführung: Transition wird allgemein als ein „absichtsvoller, geplanter Übergang von Adoleszenten oder jungen Erwachsenen mit einem chronischen medizinischen Problem von der kindzentrierten zu einer erwachsenenzentrierten Gesundheitsbetreuung“ beschrieben (American Academy of Pediatrics 2002). Aufgrund der sektoralen Trennung von medizinischer Leistungserbringung in Deutschland wird unter normalen Umständen das Erreichen des 18. Lebensjahres als Zeitpunkt angesehen, an dem ein Transfer von der kinder- und jugendpsychiatrischen/ -psychoterapeutischen Versorgung in die Erwachsenenversorgung vollzogen sein sollte. In Ausnahmefällen z. B. bei chronischen Erkrankungen oder entwicklungsbedingten Besonderheiten kann die Versorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie/ -psychotherapie auch bis zum 21. Lebensjahr weitergeführt werden. In der Richtlinienpsychotherapie gilt für die Altersgruppe der 18-21-jährigen ein Überlappungsbereich für die Behandlung durch entweder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) oder Psychologischen Psychotherapeuten (PP). Der Übergang stellt eine kritische Phase und eine Herausforderung sowohl für die Jugendlichen selber, für die Behandler als auch für das Gesundheitssystem dar, um die im Hinblick auf möglicherweise bereits erreichten Erfolge in der Behandlung nicht zu gefährden. Behandlungskontinuität ist von besonderer Bedeutung (Alpay 2009), denn deren Gelingen hat einen wesentlichen Einfluss auf die Prognose von chronischen Krankheitsverläufen. Entgegen dem zunehmenden Bedarf an Anschlussbehandlung ist international in dieser Altersspanne dagegen ein Rückgang der Inanspruchnahme von Behandlungsangeboten festzustellen (Singh et al. 2010). Psychisch kranke Jugendliche nehmen nach Vollendung des 18. Lebensjahres und dem damit verbundenen, notwendigen Übergang in erwachsenenzentrierte Behandlungsangebote deutlich weniger Versorgungsleistungen in Anspruch. Über die Versorgungssituation in Deutschland ist darüber noch wenig bekannt.
Ziele: Die Ziele der Studie sind die Erhebung und Analyse der Erfahrungen und Sichtweisen zum einen von psychisch kranken jungen Patienten im Transitionsalter im Hinblick auf ihren bereits erfolgten oder noch ausstehenden Übergang in die psychiatrisch/psychotherapeutische Erwachsenenversorgung unter besonderer Berücksichtigung intra-, interpersoneller und kontextueller Faktoren, die ihr Gesundheitsverhalten und damit die Entscheidung für oder gegen eine Weiterbehandlung beeinflussen. Zum anderen werden Behandler nach strukturellen, settingbedingten und organisatorischen Faktoren befragt, welche eine Weiterversorgung begünstigen oder behindern können. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für eine gezielte Intervention zur Verbesserung der Transition von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen unter besonderer Berücksichtigung der genannten Faktoren bilden.
Ausblick: Das Vorhaben strebt an, durch den Einbezug von betroffenen Patienten und Behandlern in die Entwicklungsphase einer Intervention zur Verbesserung der Behandlungs-kontinuität im Übergang in eine erwachsenenzentrierte Behandlung das Erfahrungswissen für eine
gezielte Maßnahmenentwicklung zu nutzen.
Methodik Methode: In einem explorativ-qualitativen Studiendesign werden sechs Gruppendiskussionen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren im Übergang zwischen beiden Versorgungssystemen und vier Gruppendiskussionen mit Leistungserbringern von Versorgung durchgeführt. Die Auswertung des transkribierten Textmaterials erfolgt mittels des rekonstruktiven Verfahrens der Dokumentarischen Methode nach R. Bohnsack.
Datenbasis Primärdaten
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 50)
Studiendesign Explorativ-qualitatives-Studiendiesign (qualitativer Querschnitt)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 16 bis 25 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 31.08.2015