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EvaFit - Studie zur Evaluation des Fitkids-Programms zur Kinderorientierung in Drogenberatungsstellen

 

Projektkennung VfD_EvaFit_15_003651
Laufzeit von 06/2015 bis 12/2017
Webseitehttp://imvr.de/index.php?page=fitkids
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Werden bei der Implementierung des Fitkids-Konzepts die evidenzbasierten Erkenntnisse der Implementierungswissenschaft berücksichtigt und die Prinzipien des Change Managements eingehalten?
Wie wird der Vorgang der Implementierung von den Mitarbeitern und Leitern der Beratungsstellen wahrgenommen und bewertet?
Hat sich die Kinder- und Familienorientierung in der Beratungsstelle von der Zeit vor Einführung des Fitkidsprogramms bis ein Jahr danach verändert?
Hintergrund / Ziele In Deutschland leben etwa 50.000 Kinder von drogenabhängigen Eltern. Immer wieder stehen sie durch Meldungen tragischer Todesfälle von Säuglingen und Kleinkindern im Fokus der Öffentlichkeit. Um die Kinder von Suchtkranken in den Blick nehmen zu können, ist eine Öffnung und Ergänzung der derzeitigen Angebote der Sucht- und Drogenberatungsstellen nötig. Bisher gibt es in nur 10 % der Bundesländer Beratungsstellen, die spezielle Angebote für Kinder suchtkranker Eltern haben bzw. diese mit in die Hilfeplanung einbeziehen. Die Sucht- und Drogenhilfe ist demnach bisher nicht auf die Arbeit mit Kindern eingestellt.

Die Drogenberatungsstelle Wesel hat vor vielen Jahren ein Programm entwickelt, um das Kinderthema in die Sucht- und Drogenberatungsstellen zu tragen – das Fitkids-Programm. Das Programm bietet einen unterstützenden Rahmen, der das Thema kontinuierlich im Gespräch hält und Raum schafft für Fortbildungen, Informationen und Umsetzungsprozesse. Die Prozessevaluation der Pilotierungsphase in den Jahren 2011 und 2012, in denen das Programm in 7 Standorten implementiert worden ist, ergab, dass der gegliederte Prozess des Fitkids-Programms praxisnah und realistisch ist (weitere Informationen finden Sie hier: http://www.fitkids-wesel.de/).

Im Jahr 2015 wird das Programm auf ca. 13 weitere Sucht- und Drogenberatungsstellen unter Berücksichtigung wichtiger Prinzipien der Organisationsentwicklung und des Change Managements übertragen. Das IMVR ist nun damit beauftragt, die Wirksamkeit sowie die Implementierung des Programmes in den neu rekrutierten Standorten zu evaluieren.
Methodik Modul 1: Quasi-Experiment mit Pre-Post-Design

In einer summativen Evaluation sollen sowohl die Implementierungs- als auch die Ergebnisqualität untersucht werden. Bezüglich der Implementierung interessieren folgende Aspekte:

- Umsetzungsbarrieren und Förderfaktoren
- Beachtung von Prinzipien guter Implementierung
- Akzeptanz der Veränderung unter den Mitarbeitern
- Entwicklung der Strukturen und Prozesse zur Kinderorientierung
- Arbeitsbelastung und Betriebsklima


Hinsichtlich der Ergebnisqualität interessieren folgende Punkte:

- Kinderorientierung
- Netzwerkorientierung Zufriedenheit/Akzeptanz der Mitarbeiter und Eltern
- Image der Beratungsstelle
- Handlungssicherheit der Mitarbeiter


In einem Quasi-Experiment mit Vorher-Nachher-Design werden die Beratungsstellenleitungen und –mitarbeiter sowohl vor dem Start des Fitkids-Programms (t0) als auch ein Jahr nach Programmstart (t1) schriftlich mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Die Angaben der Leitungen und Mitarbeiter werden verknüpft und über die beiden Zeitpunkte hinweg verglichen.

Modul 2: Quasi-Experiment im Querschnitt

Im zweiten Modul werden Sucht- und Drogenberatungsstellen, die bereits Fitkids-Standorte sind, anhand von Sekundärdaten mit Beratungsstellen verglichen werden, die keine Fitkids-Standorte sind. Als Sekundärdatenquelle dient der Erfassungsbogen zur Situation der Kinder drogenabhängiger Eltern, der ab Herbst 2015 flächendeckend in allen Beratungsstellen in NRW genutzt werden soll. Mitarbeiter der Drogenberatungsstellen füllen den Bogen für jeden ihrer Klienten aus. Die Erfassungsbögen werden an den Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen e.V. (Bella Donna) gesendet. Bella Donna stellt dem Projekt Fitkids die Daten zur Verfügung, die diese dem IMVR zur Auswertung liefern. Das IMVR untersucht mittels statistischer Verfahren Unterschiede zwischen am Fitkids-Programm teilnehmenden und nicht-teilnehmenden Beratungsstellen. In den Analysen kann nach strukturellen Merkmalen der Beratungsstellen kontrolliert werden, z.B. Region, Klientenzahl, Zahl der Mitarbeiter oder Trägerschaft.

Die Ergebnisse der Evaluation liefern einen Beitrag zum evidenzbasierten Change Management in der sozialen Arbeit und sollen helfen, das gesunde Aufwachsen von Kindern suchtkranker Eltern wirkungsvoll in die Arbeit der Sucht- und Drogenberatungsstellen zu implementieren.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Längsschnittstudie
Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 23.07.2015