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SODIA - Wie soziale Ungleichheiten den Behandlungs- und Versorgungsverlauf bei Diabetes mellitus Typ-2 beeinflussen.

 

Projektkennung VfD_SODIA_15_003646
Laufzeit von 04/2015 bis 03/2016
Webseitehttp://ims.uni-halle.de/forschung/forschungsprojekte/laufende_projekte/sodia/
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Sind soziale Ungleichheiten mit dem Zugang, der Inanspruchnahme und der wahrgenommenen Qualität gesundheitlicher Versorgungsleistungen in den einzelnen Versorgungsphasen bei Diabetes mellitus Typ-2 assoziiert?
Lassen sich bestimmte Faktoren ermitteln, die den Effekt zwischen sozialen Ungleichheiten und Versorgungsungleichheiten vermitteln?
Hintergrund / Ziele Soziale Ungleichheiten finden sich nicht nur in der Gesundheit, sondern auch in der gesundheitlichen Versorgung. Erkenntnisse über den Einfluss sozialer Ungleichheiten auf die Versorgung bei Diabetes mellitus Typ-2 liegen bislang nur bruchstückhaft vor, da häufig nur ein einzelner Versorgungssektor (z.B. Akutklinik, Rehabilitation) analysiert wurde. Der Großteil der Studien folgt zudem einem quantitativen Ansatz, der oftmals nur beschreibende Ergebnisse zur Verfügung stellt. Wo die sozialen Ungleichheiten entlang des Versorgungspfades (erstmalig) auftreten und wie sie überhaupt entstehen, bleibt damit unbeantwortet.

Ziel des Projektes ist es, im Rahmen einer qualitativen Studie den Einfluss sozialer Ungleichheiten auf den Zugang, die Inanspruchnahme und die wahrgenommene Qualität der gesundheitlichen Versorgung bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ-2 zu explorieren. Die Studie richtet die Aufmerksamkeit auf die Perspektive der Patienten in unterschiedlichen Versorgungbereichen und wird auch die bisherigen Erfahrungen des Patienten im Gesundheitssystem berücksichtigen. Dabei soll analysiert werden, ob soziale Ungleichheiten mit dem Zugang, der Inanspruchnahme und der wahrgenommenen Qualität gesundheitlicher Versorgungsleistungen in unterschiedlichen Versorgungsphasen bei Diabetes mellitus Typ-2 assoziiert sind. Eine weitere Fragestellung untersucht, ob sich bestimmte Faktoren identifizieren lassen, die den Effekt zwischen sozialer Ungleichheit und Versorgung vermitteln.

In diesem Projekt werden Schlüsselstellen im Versorgungsverlauf identifiziert, an denen die Erfahrungen von Patienten unterschiedlicher sozialer Herkunft variieren. Damit stellt es eine Grundlage für eine bessere Erklärung sozialer Ungleichheiten in der Versorgung dar. Die gebildete Theorie kann in einem nächsten Projekt empirisch geprüft werden und damit die bisherigen Erklärungsmodelle zur Produktion von Versorgungsungleichheiten und gesundheitlicher Ungleichheit ergänzen.
Methodik Die Studie ist als qualitative Querschnittstudie konzipiert. Es werden 30 Patienten mit Diabetes mellitus Typ-2 eingeschlossen und persönlich interviewt. Um eine möglichst große Variation der Erfahrungen mit dem Zugang, der Inanspruchnahme und Qualität der Versorgung in den Interviews abzudecken, werden die Teilnehmer in drei Versorgungsbereichen rekrutiert, bis eine theoretische Sättigung erreicht ist. Um sicherzustellen, dass Männer und Frauen aus unterschiedlichen sozioökonomischen Gruppen in verschiedenen Versorgungsbereichen repräsentiert werden, wird ein qualitativer Stichprobenplan angewandt und durch theoretisches Sampling ergänzt. Eingeschlossen werden erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ-2. Ausgeschlossen sind moribunde Personen. Für die semi-strukturierten qualitativen Interviews wird ein Leitfaden entwickelt, der offene Fragen beinhalten und Gesprächsbereiche vorgeben, die im Interview thematisiert werden (ohne Vorgabe einer Reihenfolge). Die aufgezeichneten Interviews werden transkribiert und mit Hilfe der Software MAXQDA nach der Grounded Theory ausgewertet. Diese qualitative Vorgehensweise verfolgt das Ziel, eng am erhobenen Material arbeitend, eine gegenstandsbezogene Theorie zu generieren. Sie zielt darauf ab, die Bedeutung menschlicher Erfahrungen zur Aufdeckung sozialer Strukturen im Prozess praktischer Forschung offenzulegen und ist damit geeignet, die subjektiven Perspektiven der Patienten mit Typ-2 Diabetes in ihrem eigenen sozialen und kulturellen Kontext aufzunehmen und für ein Verstehen der Wahrnehmung der Patienten im Prozess der gesundheitlichen Versorgung aufzuarbeiten.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 18)
Studiendesign Qualitative Studie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 19.06.2015