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EPICS-I - Überfüllung in der Notaufnahme - Die Wahrnehmung des medizinischen Personals zu Gründen und der Einfluss patientenbezogener Faktoren als Basis zur Entwicklung Evidenz-basierter Lösungsstrategien

Überfüllung der Notaufnahme: Processes in Clinical Structures –(EPICS)-I

 

Projektkennung VfD_EPICS-I_13_003638
Laufzeit von 07/2013 bis 12/2013
Webseitehttp://notfallmedizin.charite.de/forschung_lehre/campus_charite_mitte_ccm_campus_virchow_klinikum_cvk/forschung/emergency_processes_in_clinical_structures_epics/
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Primäre Fragestellung:
Was sind die vom medizinischen Personal wahrgenommenen Gründe für die Überfüllung ihrer Notaufnahme?
Sekundäre Fragestellungen:
Wie unterscheiden sich die wahrgenommenen Gründe in den beiden Notaufnahmen?
Wie unterscheiden sich die Patientenpopulationen der beiden Notaufnahmen?
Welchen Einfluss haben Charakteristika der Patientenpopulation einer Notaufnahme auf die vom Personal wahrgenommenen Gründe für die Überfüllung ihrer Notaufnahme?
Für welche dieser Gründe gibt es nach Meinung des medizinischen Personals realistische, in der Notaufnahme umsetzbare Lösungsansätze?
Hintergrund / Ziele Die Überfüllung der Notaufnahmen ist ein zunehmendes Problem in Deutschland und auch an den Einrichtungen der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Aus internationalen Studien weiß man, dass die Überfüllung von Notaufnahmen die Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit beeinträchtigt, Arbeitsabläufe stört und eine ungünstige Auswirkung auf das Outcome der Patienten hat. In Deutschland ist die Überfüllung der Notaufnahmen ein relativ neues Phänomen und daher ein wenig erforschtes Gebiet. Ziel der Arbeit war es, die Gründe der Überfüllung („Crowding“) in den Notaufnahmen der Charité qualitativ zu erfassen und mit quantitativen Patientendaten abzugleichen, um so eine Datengrundlage zu schaffen anhand derer Instrumente zur quantitativen Erfassung der Ursachen für eine Überfüllung und Hypothesen für Interventionen und Evidenz-basierte Lösungsstrategien entwickelt werden können.
Methodik Mixed-methods Studie aus zwei universitären Notaufnahmen. Dazu wurde in beiden Einrichtungen ein Fokusgruppeninterview mit Assistenzärzten und Pflegepersonal der Notaufnahmen durchgeführt, um deren Wahrnehmung zu den Gründen der Überfüllung ihrer Einrichtung zu evaluieren. Zusätzlich wurde eine retrospektive Sekundärdatenanalyse von Daten aus dem Krankenhausinformationssystem (KIS) aller Patienten, die sich innerhalb eines Kalenderjahres in den beiden Notaufnahmen vorgestellt haben durchgeführt, um Patientencharakteristika und klinische Daten mit den Angaben der Mitarbeiter zu triangulieren.
Datenbasis Primärdaten
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: k.A.)
Sekundärdaten
   Krankenhäuser  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Beobachtungsstudie

Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Die von den Mitarbeitern genannten Gründe umspannten alle Bereiche, die in der gängigen Konzeptualisierung von Crowding angeführt werden. Dabei unterschieden sich die ursächlichen Faktoren zwischen beiden Einrichtungen nur wenig, es wurden jedoch unterschiedliche Diskussionsschwerpunkte gesetzt, die in der Rettungsstelle eines Berliner Bezirkes mit einem durchschnittlich hohen Sozialstatus gelegen ist, vor allen Dingen organisatorische Abläufe in der Rettungsstelle und den gestörten Patientenabfluss aus der Rettungsstelle betraf. In der anderen Notaufnahme, die in einem Bezirk mit einem durchschnittlich niedrigem Sozialstatus angegliedert ist, lag der Diskussionsschwerpunkt dagegen auf dem hohen Zufluss an Patienten, die die Notaufnahmen ohne Notfallindikation nutzen. Im Vergleich mit internationalen Publikationen neu ist der Begriff „Sicherheitsmedizin“, der einen als übertrieben wahrgenommenen diagnostischen und therapeutischen Aufwand insgesamt und insbesondere bei Patienten ohne Notfallindikation beschreibt und der in beiden Einrichtungen angeführt wurde. Die qualitative Herangehensweise konnte insbesondere auch Gründe evaluieren, die über die quantitativen Daten, die in einer Notaufnahme erhoben werden können, hinausgeht. Dazu gehören gesellschaftliche Faktoren, die einen erhöhten Patientenzufluss verursachen. Es zeigt sich, dass ein Großteil der Gründe für eine Überfüllung der Notaufnahme außerhalb des Einflussbereiches der Notaufnahmen liegt, daher werden Krankenhaus- und Gesundheitssystem überspannende interdisziplinäre Lösungsstrategien benötigt, die im Rahmen quantitativer Studien zu den vorherrschenden Überfüllungs- und Belastungsfaktoren einer Notaufnahme auf Basis der vorliegenden Daten priorisiert werden sollten.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 08.06.2015