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Leben-QD II - Leben QD II – Lebensqualität von Menschen mit Demenz stärken

 

Projektkennung VfD_Leben-QD_II_11_003633
Laufzeit von 04/2011 bis 12/2014
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Zeigt die DCM-Implementierung positive Effekte bezüglich der Lebensqualität und des herausfordernden Verhaltens von Bewohnern mit Demenz?
Zeigt die DCM Implementierung positive Effekte bezüglich der Einstellungen und Haltung von Pflegenden, sowie deren Arbeitszufriedenheit und Burnout?
Inwieweit konnte die Intervention DCM in den teilnehmenden Einrichtungen implementiert werden?
Welche fördernden und hemmenden Einflussfaktoren des Implementierungsprozesses lassen sich identifizieren?
Welche Kosten entstehen im Rahmen der DCM Implementierung und wie hoch sind diese im Vergleich zu den beiden Vergleichsgruppen?
Hintergrund / Ziele Die Förderung und der Erhalt der Lebensqualität und des Wohlbefindens ist ein zentrales Ziel der pflegerischen Versorgung von Menschen mit Demenz. Mit der Dementia Care Mapping (DCM) Methode wird das Ziel verfolgt, das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz durch die Implementierung personzentrierter Pflege zu erfassen und zu steigern. Zur Effektivität der DCM-Methode liegen international heterogene Ergebnisse vor. Ferner ist in Bezug auf mögliche fördernde und hemmende Faktoren der DCM-Implementierung kein systematisches wissenschaftliches Wissen vorhanden.
Ziel des Projektes LebenQD-II (ISRCTN43916381) ist es, Aussagen zu Effektivität und Bedingungen der Implementierung personzentrierter Pflege unter Anwendung von Dementia Care Mapping (DCM) in Wohnbereichen der stationären Altenpflege zu treffen.
Methodik In der dreiarmigen quasi-experimentellen Studie Leben-QD II wurden die Bewohner/innen mit Demenz (BmD) von neun teilnehmenden Wohnbereichen aus neun unterschiedlichen Altenpflegeeinrichtungen nach Vorgabe des Einrichtungsträgers aufgeteilt. Die Gruppen mit jeweils 3 Wohnbereichen unterschieden sich wie folgt:

Gruppe A: DCM wurde hier bereits mindestens 2 Jahre vor Projektstart
angewendet und die Anwendung während der Projektlaufzeit intensiviert
Gruppe B: DCM wurde hier im Rahmen der Studie neu eingeführt
Gruppe C: Hier erfolgte eine regelmäßige standardisierte LQ-Einschätzung der Bewoh-ner/innen mit Demenz die in die normale Versorgung integriert wurde.

Die Datenerhebung erfolgte zu drei verschiedenen Zeitpunkten (T0 – vor Beginn, T1 – 6 Monate und T2 – 18 Monate nach der Intervention). Zusätzlich erfolgte die Erhebung der Daten zur 3. und 4. Forschungsfrage während der Interventionsphasen. Für die erste Forschungsfrage ist die Lebensqualität der Bewohner/innen das Primäre Outcome (Erfassung mit QoL-AD-proxy). Sekundäre Outcomes sind herausforderndes Verhalten (Erfassung mit NPI-NH) und Lebensqualität (Erfassung mit QUALIDEM). Mitarbeiter/innenbezogenes primäres Outcome der zweiten Forschungsfrage ist Haltung und Einstellung zur Demenz (Erfassung mit ADQ). Sekundäre Outcomes sind Arbeitszufriedenheit (Erfassung mit COPSOQ) und Burnout (Erfassung mit CBI).
Im Rahmen der begleitenden Prozessevaluation wird die dritte Forschungsfrage zu Merkmalen einer gelungenen Implementierung theoriegeleitet mit einem Set verschiedener Daten beantwortet: Prozessdokumente zur Abbildung der in der DCM-Methode enthaltenen Prozessschritte, Interviewdaten, schriftliche Mitarbeiter/innenbefragung, Veränderungen in der Pflegedokumentation, Informationen zum demenzgerechten Milieu (Erfassung mit DMA), DCM Daten. Die vierte Forschungsfrage zu fördernden und hemmenden Einflussfaktoren der Implementierung wird ebenfalls theoriegeleitet (CFIR) unter Nutzung unterschiedlicher Daten erfasst (Haltung und Einstellung zur Demenz (ADQ) vor der Implementierung, Interaktion im Team (SYMLOG), Interviewdaten, schriftliche Mitarbeiter-/innenbefragung, Organisationsfaktoren (DIQ)).
Die fünfte Forschungsfrage wird durch eine Analyse der im Implementierungsprozess (DCM-Methode/regelmäßige standardisierte Lebensqualitätseinschätzung) entstandenen Kosten beantwortet.
Datenbasis Primärdaten
Studiendesign Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Alle eingeschlossenen Wohnbereiche nahmen bis zum Schluss an der Studie teil und alle Bewohner/innen mit Demenz (n = 234 insgesamt, 154 zu Beginn) wurden in die Datenanalyse eingeschlossen. In dem adjustierten gemischten linearen Modell zeigte sich insgesamt kein signifikanter Gruppen-Zeit-Effekt für die Qol-AD-proxy Werte. Auch für die sekundären Outcomes zeigte sich keine signifikante Veränderung.

Die Ergebnisse der Prozessevaluation weisen auf eine unzureichende Protokolltreue in je-weils einem Wohnbereich in den Gruppen A und B sowie in allen drei Wohnbereichen in Gruppe C hin.

Fördernde Faktoren der DCM Implementierung waren gut funktionierende Netzwerke, eine demenzfreundliche Einrichtungskultur, flexible Organisationsstrukturen, eine positive Einstellung gegenüber der DCM-Methode, eine detaillierte Interventionsplanung und Interventionsimplementierung, das Vorhandensein von „Champions“ die die Interventionsumsetzung unterstützen sowie ein/e gut qualifizierte/r und erfahrene/r Koordinator/in zur Interventionsumsetzung.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 25.11.2015