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Hypo-Dt. - Evaluation der Inzidenz schwerer Hypoglykämien unter Berücksichtigung der antihyperglykämischen Medikation von 2006-2011 in Deutschland

 

Projektkennung VfD_Hypo-Dt._14_003589
Laufzeit von 10/2014 bis 12/2015
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Führt die Veränderung in der Verordnung antihyperglykämischer Medikation tatsächlich zu einer Reduktion der schweren Hypoglykämien?
Hintergrund / Ziele In der Diabetestherapie gibt es sehr gut wirksame Medikamente, deren Effektivität in Endpunktstudien nachgewiesen wurde. Eine Hauptnebenwirkung der antihyperglykämischen Therapie sind die Hypoglykämien. Fast jährlich kommen deshalb neue antihyperglykämische Medikamente auf den Markt, welche unter anderem das Risiko für Hypoglykämien senken sollen.

Ziel dieser Untersuchung ist es, die Inzidenz schwerer Hypoglykämien im Jahr 2006 und 2011 unter Berücksichtigung der antihyperglykämischen Therapie im Versorgungsalltag zu analysieren.
Methodik Grundlage bilden in der folgenden Untersuchung die Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten (ca. 24 Mio.) aus den Jahren 2006 und 2011. Alle erwachsenen Versicherten mit der Diagnose Typ 2 Diabetes (nach ICD 10; hochgerechnet auf die deutsche Wohnbevölkerung 6,6 Mio. in 2006 und 7,9 Mio. in 2011) wurden auf die Diagnose schwere Hypoglykämie gescreent. Die Definition der schweren Hypoglykämie erfolgte nach ICD 10. Antihyperglykämische Medikamente wurden mittels ATC-Code identifiziert.
Datenbasis Primärdaten
   Abrechnungsdaten von Krankenkassen  (Stichprobengröße: 7)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Es zeigte sich ein geringer Anstieg der Inzidenz schwerer Hypoglykämien von 2006 (0,04%, n=28.892) zu 2011 (0,05%, n=33.741). Personen mit schwerer Hypoglykämie waren älter (69,7J vs. 73,8J in 2006 und 70,1J vs. 74,4J in 2011) und hatten zu 46,5% in 2006 und zu 56,2% in 2011 die Diagnose Nephropathie. 8,3% (n=2412 von 28.892)der Personen mit schwerer Hypoglykämie wurden 2006 mit Sulfonylharnstoffen als Monotherapie behandelt und 8,9% (n=565.862 von 6,3 Mio.) der Personen ohne schwere Hypoglykämie (die Definierte tägliche Dosis (DDD) betrug 214 mit vs. 248 ohne schwere Hypoglykämie). In 2011 wurden Sulfonylharnstoffe als Monotherapie mit 4,4% (n=1.471 von 33.741)sowohl bei Personen mit als auch ohne schwerer Hypoglykämie (n=330.175 von 7,5 Mio.) (DDD 252 mit vs. 309 ohne schwere Hypoglykämie) deutlich seltener verordnet. Eine Kombinationstherapie aus Biguaniden und Sulfonylharnstoffen erhielten 17% (n=4.926 von 28.892) der Personen mit und 12,7% (n= 804.757 von 6,3 Mio.) der Personen ohne schwerer Hypoglykämie in 2006 (DDD dieser Kombinationstherapie war 480 mit vs. 577 ohne schwere Hypoglykämie). 2011 hatten 14,2% (n=4791 von 33.741) der Personen mit dieser Kombinationstherapie eine schwere Hypoglykämie und 10% (n=749.878 von 7,5 Mio.)der Personen ohne schwerer Hypoglykämie(DDD 518 vs. 664). Eine Kombinationstherapie aus kurz und langwirksamen Humaninsulin hatten 17,1% (n=4.941 von 28.892) der Personen mit schwerer Hypoglykämie und 4% (n=254.588 von 6,3 Mio.) der Personen ohne schwerer Hypoglykämie im Jahr 2006 (DDD 481 vs. 563) und 14,4% (n=4.851 von 33.741) der Personen mit und 3,4% (n=257.357 von 7,5 Mio.) der Personen ohne schwerer Hypoglykämie in 2011 (DDD 491 vs. 592). Eine Kombinationstherapie aus kurz und langwirksamen Analoginsulinen erhielten 6,1% (n=1.761 von 28.892) der Personen mit und 1,3% (n=81.898 von 6,3 Mio.) der Personen ohne schwerer Hypoglykämie in 2006 (DDD 558 vs. 589) und 12,4% (n=4.200 von 33.741) der Personen mit und 2% (153.014 von 7,5 Mio.) der Personen ohne schwere Hypoglykämie in 2011 (DDD 570 vs. 628).

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 27.03.2015