[Zurück zur Trefferliste]

Evaluative Versorgungsforschung mit administrativen Daten: Wirksamkeit rehabilitativer Strategien

 

Projektkennung VfD_14_003585
Laufzeit von 06/2014 bis 12/2016
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Ziel des Vorhabens ist es zu prüfen, inwiefern sich längsschnittliche administrative Daten für die Evaluation rehabilitativer Versorgungsleistungen nutzen lassen.
Hintergrund / Ziele Die evaluative Versorgungsforschung zu rehabilitativen Leistungen unterliegt erheblichen methodischen Limitationen. Insbesondere sind die vorliegenden Studien zur Wirksamkeit meist einarmig und erlauben keinen Vergleich.
Ziel der Untersuchungen waren vergleichende Analyse verschiedener Strategien (Durchführung vs. Nicht-Durchführung einer stufenweisen Wiedereingliederung; Teil- vs. Vollqualifizierungen). Für diese Analysen sollte auf administrativ generierte Daten zurückgegriffen werden, um die Zielkriterien rehabilitativer Leistungen (versicherungspflichtige Beschäftigung, Transferleistungen und Erwerbsminderungsrentenzugänge) zuverlässig, valide und vollständig abzubilden. Eine wesentliche zu lösende forschungsmethodische Herausforderung für evaluativ vergleichende Analysen bildet die eingeschränkte Vergleichbarkeit von Teilnehmern verschiedener Leistungsarten. Um balancierte Stichproben zu generieren und valide Schätzungen der Behandlungseffekte zu ermitteln, wurde das Matching anhand von Propensity Scores erprobt.
Methodik Für die Analysen wird der Scientific Use File "Abgeschlossene Rehabilitation im Versicherungsverlauf 2002-2009" des Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung (FDZ-RV - SUFRSDLV09B) genutzt. Der Datensatz ermöglicht interessierten Forschern Zugang zu den von der Rentenversicherung produzierten administrativen Daten und bildet die Versicherungsverläufe von Personen ab, die im Zeitraum 2002-2009 eine Rehabilitationsleistung beendeten, eine Rente bewilligt bekamen oder für die bestimmte demographische Ereignisse (z. B. Tod) dokumentiert wurden.
Datenbasis Sekundärdaten
   Rentenversicherung  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Längsschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 65 Jahre
Ergebnisse Effekte stufenweise Wiedereingliederung (STW): Die gematchte Stichprobe umfasste 1875 Rehabilitanden mit STW und 1875 Rehabilitanden ohne STW. Die Stichproben waren hinsichtlich aller berücksichtigen Ausgangsvariablen balanciert. Das Risiko eines erwerbsminderungsbedingten Rentenzugangs war für Rehabilitanden mit STW um rund 40 % reduziert (5,4 % vs. 8,6 %; HR = 0,62; 95 % KI: 0,49 bis 0,80). Das zwischen 2007 und 2009 erzielte kumulierte Entgelt aus versicherungspflichtiger Beschäftigung war für Teilnehmer einer STW um 12920 Euro höher (95 % KI: 10054 Euro bis 15786 Euro). Die kumulierte Dauer von Transferleistungen war bei Teilnahme an einer STW deutlich verringert.

Teil- vs. Vollqualifizierung: Die gematchten Gruppen waren hinsichtlich aller Ausgangswerte balanciert (Teilqualifizierung: n = 514; Vollqualifizierung: n = 514). Vier und fünf Jahre nach Beginn der Maßnahmen waren jährliches Entgelt, die Bezugsdauer von Transferleistungen und das Risiko erwerbsminderungsbedingter Renten für beide Gruppen gleich. Das für 2005 bis 2009 kumulierte Einkommen war für Teilnehmer von Teilqualifizierungen um 9294 Euro (95 % KI: 3656 Euro bis 14932 Euro) höher. Die kumulierte Bezugsdauer von Transferleistungen war für Teilnehmer von Teilqualifizierungen geringer. Die Festlegung einer beruflichen Rehabilitationsstrategie sollte den kumulativen Einkommensvorteil von Teilqualifizierungen berücksichtigen.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 29.08.2016