[Zurück zur Trefferliste]

Evaluation von Option Grids zur Unterstützung der Partizipativen Entscheidungsfindung in der Brustkrebsbehandlung

 

Projektkennung VfD_15_003581
Laufzeit von 01/2015 bis 12/2015
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Das übergreifende Ziel dieser Studie ist eine Pilottestung und Evaluation von zwei kurzen Entscheidungshilfen, sog. Option Grids (1. Art der Operation, 2. Art der Brustrekonstruktion), zur Unterstützung der Partizipativen Entscheidungsfindung in der Brustkrebsbehandlung in Deutschland durchzuführen.
Hintergrund / Ziele Insgesamt hat die Studie vier Zielsetzungen:
Ziel 1: Übersetzung und Adaptation der beiden englischsprachigen Option Grids zur Brustkrebsbehandlung
Ziel 2: Überprüfung der Akzeptanz der deutschen Versionen auf Seiten von Patientinnen und Ärzten
Ziel 3: Überprüfung der Machbarkeit einer Umsetzung in der klinischen Versorgung
Ziel 4: Ermittlung des Bedarfs an weiteren Option Grids zu weiteren relevanten Behandlungsentscheidungen
Methodik Die Studie bedient sich qualitativer Forschungsmethodik. Die Studie wird in Kooperation mit dem Brustzentrum einer großen deutschen Universitätsklinik durchgeführt und unterteilt sich in zwei Phasen. In Phase 1 werden die Option Grids angelehnt an das von Beaton et al. empfohlene Vorgehen übersetzt. Daraufhin werden sie in Kooperation mit Ärzten mit deutschen klinischen Standards verglichen und durch kognitive Interviews mit Patienten auf ihre Verständlichkeit überprüft. Zur anschließenden Adaptation der Option Grids und der Erstellung der finalen deutschen Versionen werden Rückmeldungen von Ärzten und Patienten herangezogen. In der zweiten Phase werden die deutschen Versionen wie von der „International Patient Decision Aids Standards Collaboration“ empfohlen einer Pilottestung unterzogen. Dies gliedert sich in eine sog. Alphatestung zur Akzeptanzüberprüfung in Fokusgruppen mit Ärzten und Patienten (N=4 mit jeweils 8-10 Teilnehmern) und eine sog. Betatestung im „real world setting“ durch teilnehmende Beobachtung in Arzt-Patienten-Gesprächen, in denen die Option Grids über einen Zeitraum von 4-6 Wochen verwendet werden. Während der Beobachtungen wird auch der Bedarf an diesen Option Grids in der Routineversorgung sowie an weiteren Option Grids erhoben. Die in der Alpha- und Betatestung erhobenen Daten werden jeweils digitalisiert und anonymisiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Während der Beobachtungen wird zusätzlich die OPTION-Skala, eine validierte Beobachtungsskala zur Erhebung von PEF, angewendet, welche quantitativ ausgewertet wird.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 18)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 3)
   Beobachtungen  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Querschnittstudie
Übersetzung und Adaptation
Akzeptanz- und Machbarkeitsprüfung
Bedarfsanalyse
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Die Übersetzung der Option Grids war erfolgreich. Der Vergleich mit deutschen klinischen Standards führte zu relevanten Modifikationen, um der deutschen Behandlungsrealität zu entsprechen. Aufgrund der kognitiven Interviews wurden darüber hinaus sprachliche Überarbeitungen notwendig. Bzgl. der Akzeptanzprüfung zeigte sich, dass Patienten und Ärzte die Idee der Option Grids schätzen. Allerdings hielten einige Ärzte die Umsetzung in der klinischen Routine für schwer realisierbar. Sie waren sich unsicher, wie man die Option Grids in den aktuellen Strukturen einsetzen kann und ob die beschriebenen Behandlungsoptionen in Deutschland tatsächlich die relevantesten sind.Im Rahmen der teilnehmenden Beobachtung zeigte sich, dass 33 der 77 beobachteten Konsultationen den Anlass "OP-Planung" hatten. In neun dieser 33 Konsultationen wurden Option Grids verwendet. Zumeist wurden die Option Grids nur kurz angerissen und mitgegeben ohne ausführliche Verwendung im Gespräch. Es zeigte sich dass es nicht ausreicht Option Grids mittels einer sehr knappen Schulung zur Verfügung zu stellen, damit diese genutzt werden.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 26.04.2016