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Teilprojekt A - Neuausrichtung der sozialpsychiatrischen Versorgung für erwachsene psychisch kranke Menschen durch Impulse aus dem SGB XII (resp. SGB IX)

BAESCAP - Teilprojekt A

 

Projektkennung VfD_Teilprojekt_A_15_003572
Laufzeit von 01/2015 bis 12/2017
Status des Projekts laufend
GesamtprojektBewertung aktueller Entwicklungen der sozialpsychiatrischen Versorgung auf der Grundlage des Capabilities Approachs und der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen
ProjektkuerzelBAESCAP

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) 1. Wie ist der Status Quo der Versorgungssituation und der biopsychosozialen Gesundheitslage von Nutzer/innen der ambulanten Sozialpsychiatrie (ASP) in Hamburg? Wie entwickeln sich diese über einen Verlauf von 24 Monaten?
2. Welchen Einfluss hat die Einführung von ASP (im Unterschied zur Versorgung durch vergleichbare Eingliederungshilfeleistungen) auf die untersuchten Merkmale der biopsychosozialen Gesundheit?
3. Inwieweit und in welcher Form wirkt ASP auf die Möglichkeit dieser Personengruppe, ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben in der Gesellschaft führen zu können?
4. Welche konzeptionellen und methodischen Herausforderungen ergeben sich für die Leistungserbringer hinsichtlich des neuen Leistungsspektrums der ASP?
Hintergrund / Ziele Das Teilprojekt A „Neuausrichtung der sozialpsychiatrischen Versorgung für erwachsene psychisch kranke Menschen durch Impulse aus dem SGB XII (resp. SGB IX)“ ist Teil des Forschungsverbunds BAESCAP. Auf Grundlage des Capabilities Approachs und der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen will der Forschungsverbund die Versorgungssituation und biopsychosoziale Gesundheitslage psychisch erkrankter, erwachsener Menschen in Norddeutschland untersuchen. Im Rahmen von Teilprojekt A soll geprüft werden, ob durch aktuelle Versorgungsangebote des Sozialgesetzbuches XII und IX moderne psychiatriepolitische und fachliche Leitideen, wie die der Personen- und Sozialraumorientierung bzw. Inklusion, umgesetzt werden und welche Wirkungen diese Angebote auf unterschiedliche personenbezogene Outcome-Kriterien haben. Im Fokus steht hierbei die Evaluation der Neuausrichtung der Sozialpsychiatrie durch die Verstärkung der ambulanten Versorgung und die sozialräumliche Orientierung von Eingliederungshilfeleistungen durch die Einführung der Leistungsform „ambulante Sozialpsychiatrie“ (ASP) in Hamburg. Durch die Einführung dieser Versorgungsform sollen Versorgungsstrukturen personenzentrierter und flexibler gestaltet werden, ohne dabei die individuellen Rechtsansprüche der behinderten Menschen einzuschränken. Zudem wird durch ASP angestrebt, auch niedrigschwellige Hilfeleistungen für psychisch erkrankte, erwachsene Menschen ohne Eingliederungshilfebescheid vorzuhalten.
Methodik Es soll ein Mixed-Method-Design realisiert werden:
a) Im Rahmen einer quantitieren Längsschnittstudie werden standardisierte und validierte Fragebögen (OXCAP-MH, F-INK, MANSA, SCLK 9, KLIBB, EPAS) zu drei Messzeitpunkten (t1-t3) mit einem Abstand von jeweils 8 Monaten eingesetzt: t1 = Juni 2015; t2 = Februar 2016; t3 = Oktober 2016 (t0 entspricht der fragebogenbasierten Querschnittsuntersuchung „Erfassung der Lebenslage psychisch erkrankter Menschen“, die durch Teilprojekt C realisiert wird). Es werden ASP-Nutzer/innen mit und ohne Eingliederungshilfebescheid befragt. Die pseudonymisierte Rekrutierung der ASP-Nutzer/innen mit Eingliederungshilfebescheid erfolgt durch Unterstützung der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) und der Leistungserbringer. Durch ein mehrstufiges Verfahren wird aus der Grundgesamtheit aller Nutzer/innen mit Eingliederungshilfebescheid (n = ca. 6500) eine Zufallsstichprobe (n = 1000) ausgewählt und bzgl. einer möglichen Studienteilnahme angesprochen. Rekrutierung und Ansprache von ASP-Nutzer/innen ohne Eingliederungshilfebescheid erfolgt durch die Leistungserbringer.
b) Im Rahmen einer qualitativ-heuristischen Querschnittsstudie werden zwischen t2 und t3 leitfadengestützte Interviews mit ASP-Nutzer/innen mit und ohne Eingliederungshilfebescheid sowie Mitarbeitenden der Leistungserbringer geführt. ASP-Nutzer/innen (n = 25) werden zu Forschungsfrage 2 befragt. Die Auswahl potenzieller Interviewpartner/innen aus dieser Kohorte erfolgt auf Basis der quantitativ gewonnenen Zwischenergebnisse in Form eines Extremgruppensamples = Gruppe 1: Personen, bei denen sich von t1 zu t2 hochsignifikante Entwicklungen abzeichnen; Gruppe 2: Personen, die von t1 zu t2 keine bzw. besonders geringe Veränderungen aufweisen. So wird sichergestellt, dass die entstehenden qualitativen Daten durch ein Maximum an Perspektiven gespeist sind. Zudem werden Interviews mit operativ tätigen Mitarbeiter/innen bzw. Leitungs- und Planungsverantwortlichen der Leistungserbringer der Stichproben-Kohorte (n=25) zu Forschungsfrage 3 und 4 geführt. Aus jedem Leistungserbringer der quantitativen Stichproben-Kohorte soll mindestens ein/e Mitarbeiter/in mit fundierten Erfahrungen in der Arbeit mit der Zielgruppe in der ambulanten Sozialpsychiatrie interviewt werden.

Für einen Vergleich der Wirkungen von ASP gegenüber der Versorgung durch vergleichbare Eingliederungshilfeleistungen werden Daten von Teilprojekt C „Evaluation von Wohn- und Betreuungsformen für psychisch kranke Menschen im Rahmen der Eingliederungshilfe“ genutzt. Im Rahmen dieses Projekt wird die oben beschriebene Methodik zeitgleich in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 500)
   Befragung online  (Stichprobengröße: 500)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 45)
Studiendesign Längsschnittstudie
Kohortenstudie (prospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 21 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 26.03.2015