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IMET - Erhebung von geschlechts- und altersdifferenzierten Referenzdaten zu Einschränkungen der Teilhabe in der Allgemeinbevölkerung gemessen mit dem IMET (Index zur Messung von Einschränkungen der Teilhabe) in einer repräsentativen Stichprobe der Lübecker Bevölkerung.

Gesundheit und Krankheit in Lübeck

 

Projektkennung VfD_IMET_14_003566
Laufzeit von 07/2014 bis 03/2015
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Normdaten für den IMET
Hintergrund / Ziele Die medizinische Rehabilitation in Deutschland ist durch das bio-psycho-soziale Denkmodell der ICF geprägt. Für einen Einsatz in rehawissenschaftlichen Studien ist die Anwendung der ICF aufgrund ihrer Komplexität jedoch weniger geeignet. Die Umsetzung der ICF erfordert eigene Assessmentinstrumente, die im rehabilitativen Setting Aktivitäten und Teilhabe in ökonomischer Weise erfassen können. Instrumente zur Erfassung von sozialer Teilhabe sind im deutschen Sprachraum kaum verfügbar und wurden bislang nur vereinzelt in empirischen Arbeiten einge-setzt. Der 2005 entwickelte Index zur Messung von Einschränkungen der Teilhabe (IMET) misst indikationsübergreifend das in der ICF formulierte Konstrukt Teilhabe bei Personen mit unterschiedlichen chronischen Krankheiten. Er wurde bislang in zahlreichen Studien eingesetzt. Bislang fehlte es an Referenzwerten, die eine Einordnung der Ergebnisse aus dem rehabilitativen Setting ermöglichen.
Methodik Der Bevölkerungssurvey wurde zwischen Juli und Oktober 2014 in der Hansestadt Lübeck (214.000 Einwohner) durchgeführt. Das Einwohnermeldeamt stellte Namen, Adressen, Geburtsjahr und Geschlecht von 5.004 Personen im Alter zwischen 19 und 79 Jahren für den Survey zur Verfügung.
Die vom Einwohnermeldeamt zufällig gezogenen Personen erhielten postalisch einen Fragebogen mit einem Begleitschreiben, das über den Inhalt der Befragung und über die Einhaltung des Datenschutzes informierte. Die Einwilligung zur Befragung wurde direkt im Fragebogen erfasst. Dem Anschreiben war ein Freiumschlag für die Rücksendung beigefügt. Bei Nichtantwort erfolgte nach 4 Wochen eine erste Erinnerung mit der erneuten Zusendung der Studienunterlagen, eine zweite Erinnerung erfolge aufgrund der Urlaubszeit nach 8 Wochen. Der Fragebogen beinhaltete neben dem IMET Fragen zum Gesundheitszustand und zur Lebensqualität sowie Fragen zur Prävalenz von 14 chronischen Erkrankungen („hat ein Arzt jemals eine der genannten Erkrankungen festgestellt?“), die zu einem Komorbiditätsscore zusammengefasst werden können. Darüber hinaus wurden Schul- und Berufsstatus erfasst.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 2.024)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 19 bis 79 Jahre
Ergebnisse Der Fragebogen wurde von 2.755 Personen von 4.692 eligiblen Personen zurückgeschickt (58,7%). 731 Personen lehnten im Fragebogen eine Teilnahme an der Studie ab, die Teilnahmequote liegt damit bei 43,1%. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 53 Jahre (SD: 17,1), der Frauenanteil lag bei 53%. Der Anteil fehlender Werte betrug über alle Einzelitems des IMET 10%, wobei Item 8 „Sexualleben“ am häufigsten nicht beantwortet wurde. Lässt man Item 8 unberücksichtigt, halbiert sich der Anteil fehlender Werte über alle restlichen Items. Die Ausprägungen der Einschränkungen der Teilhabe variieren nach Geschlecht und Alter. Männer sind in ihrer Teilhabe tendenziell stärker eingeschränkt. Einschränkungen der Teilhabe nehmen mit höherem Alter erwartungsgemäß zu. Teilnehmer mit geringer Schulbildung weisen auf allen Items die signifikant höheren Teilhabeeinschränkungen auf als Personen mit höherer Schulbildung. Teilhabeeinschränkungen korrelieren signifikant mit dem Gesundheitszustand und der Lebensqualität sowie mit der Prävalenz verschiedener chronischer Krankheiten.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 04.06.2015