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BILANZ - Bilanzierungsdialoge als Mittel zur Förderung von Patientenorientierung und zur Verbesserung hausärztlicher Behandlungsqualität bei Menschen mit chronischer Krankheit

 

Projektkennung VfD_BILANZ_11_003550
Laufzeit von 07/2011 bis 04/2015
Webseitehttp://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/abteilung_fuer_allgemeinmedizin_id304/dateien/Projekte/Projektmaske_Bilanz_Stand_10_2014.pdf
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Halbjährliche gemeinsam von Patient und Hausarzt gestaltete Bilanzierungsdialoge (BD) können Erfolge ärztlicher Beratung zum Lebensstil sowie zu Einstellungs- und Handlungsmodi chronisch kranker Menschen fördern, wenn die folgenden Bedingungen gegeben sind: a) Herausarbeiten salutogener Möglichkeiten und Selbstmanagementfähigkeiten des Patienten; b) ausreichend Zeit und Kontinuität im patientenzentrierten Arzt-Patient-Gespräch; c) in Bilanzierungsdialog und gemeinsamer Entscheidungsfindung geschulte Hausärzte.
Hintergrund / Ziele Hintergrund: Die Langzeitversorgung chronisch kranker Menschen kennt keinen "natürlichen" Zeitpunkt für ein Arzt-Patienten-Gespräch über den Behandlungsverlauf. So können präventionsrelevante Informationen als "Nebenbefunde" untergehen, Chronifizierungspotentiale unterschätzt werden, die Aktualisierung von Behandlungsaufträgen unterbleiben. Daher wurde im Projekt "Gesundheitsfördernde Praxen" das Instrument des Bilanzierungsdialogs (BD) entwickelt, der in einem clusterrandomisierten RCT evaluiert wird.
Fragestellung des Gesamtprojekts: Unterstützt ein verändertes Gesprächssetting in der Hausarztpraxis die Risiko-Ressourcen-Orientierung? Fördert die Thematisierung von Behandlungsverläufen, dass Arzt und Patient gemeinsame Gesundheitsziele vereinbaren und Verantwortlichkeiten festlegen?
Methodik Die Studie ist konzipiert als prospektive Interventionsstudie mit Kontrollgruppe (Clusterrandomisierung) unter Einschluss einer explorativen qualitativer Studie (mixed methods design). Zusätzlich werden ökonomische Daten ausgewertet. Der Beobachtungszeitraum dauert 1 Jahr pro Praxis. Interventionen finden auf zwei Ebenen statt:
Intervention I:
1 1/2 tägige Schulung der Allgemeinmediziner zum Führen von Bilanzierungsdialogen mit besonderem Fokus darauf, wie man die salutogenen Ressourcen des Patienten herausarbeiten und diesen bei seinem Selbstmanagement unterstützen kann. Dabei werden auch Aspekte der sozialen Lage betrachtet.
Intervention II:
Durchführung von ca. halbstündigen Bilanzierungsdialogen mit gemeinsamer Aufgabenklärung, Zielvereinbarung, Überprüfung der Zielerreichung und ggf. Veränderung der Ziele. Diese Gespräch finden 4 Mal innerhalb eines Jahres statt: t1, nach 3 Monaten (T2), weiteren 3 Monaten (t3) und nach Ablauf des Jahres (t4).
Die Kontrollgruppe führt 2 Gespräche wie sonst auch, aber ebenfalls mit Zielvereinbarung innerhalb 1 Jahres (t1 und t4).
Die Zielvereinbarungen werden dokumentiert und bilden neben weiteren Befragungen (demographische Daten, Status, SOC, WONCA-Charts) die Datengrundlage für die quantitative Teilstudie.
Primärer Outcome: die bei t4 von Patient und Arzt bewertete nachhaltige Zielerreichung in mindestens einem der maximal zwei bei t1 der Studie gemeinsam festgelegten Ziele
Qualitative Teilstudie:
Videodokumentation von 5 konsekutiven Konsultationen zu mind. drei Messzeitpunkten. Leitfadengestützte Interviews mit 20 Patienten und (bis zu) 20 Ärzten.
Alle Videodokumentationen werden mittels RLI (= Ratinginventar lösungsorientierter Interventionen) sowie mit RIAS (Roter's Interactional Analysis System) halbstandardisiert ausgewertet. Ausgewählte Fälle werden zusätzlich sequenzanalytisch ausgewertet. Auswahlkriterien sind: Risiko-Ressourcen-Konstellationen, Genderaspekte, soziale Lage, Zielerreichung aus Sicht von Patient und Arzt, Schwere der Erkrankung sowie Vertrautheit von Patient und Arzt.
Die anschließende Triangulation der Daten (Videoanalysen, Interviews mit Ärzten und Patienten, Daten aus der quantitativen Erhebung) dient der Validierung von Daten und Untersuchungsergebnissen.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 2.600)
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 19)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 40)
   Bilanzierungsdialoge zu 4 (IG) bzw. 2 (KG) Zeitpunkten  (Stichprobengröße: 2.600)
   Dokumentation der Zielvereinbarungen  (Stichprobengröße: 1.410)
   Beurteilung der Zielerreichung nach 1 Jahr durch A und P  (Stichprobengröße: 1.410)
Studiendesign Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
qualitative Teilstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 70 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 02.06.2015