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NisA-Dem - Niedrigschwellige Betreuung für Familien mit Demenz

 

Projektkennung VfD_NisA-Dem_10_003531
Laufzeit von 06/2010 bis 12/2013
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Was ist für eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Umsetzung von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten notwendig?
Hintergrund / Ziele Die zukünftige häusliche Versorgung der zunehmenden Anzahl von Menschen mit Demenz stellt eine große Herausforderung dar, da sowohl familiale als auch professionelle Pflegepotenziale voraussichtlich abnehmen werden. Niedrigschwellige Betreuungsangebote bieten die Möglichkeit der Entlastung der pflegenden Angehörigen und der Aktivierung der Menschen mit Demenz unter Einsatz von ehrenamtlichen Helfern. Die Betreuung findet in Gruppen außerhalb der Häuslichkeit oder einzeln in der Häuslichkeit der Betroffenen statt. Die Hürde der Inanspruchnahme soll bei dieser Art Angeboten möglichst gering sein. Die wissenschaftliche Literatur zu dieser Thematik ist sehr begrenzt.
Das Ziel dieser Studie ist es niedrigschwellige Betreuungsnagebote aus den Perspektiven aller beteiligter Personengruppe (Menschen mit Demenz, pflegende Angehörige, ehrenamtliche Helfer, Koordinatoren, Träger) umfangreich zu beleuchten und Empfehlungen zur Gestaltung dieser Angebote zu geben. Die leitende Forschungsfrage lautet: Was ist für eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Umsetzung von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten notwendig?
Methodik Um einen umfangreichen Einblick in das Forschungsfeld zu bekommen, wurden quantitative und qualitative Methoden kombiniert. Den quantitativen Teil der Studie stellte eine Fragebogenerhebung dar. Hierzu wurden vier Fragebögen entwickelt, die aus drei Teilen bestehen. Im ersten Teil werden die persönlichen Charakteristika, im zweiten Teil der Gesundheitszustand und die Angebotssituation/-struktur und im dritten Teil eine Einschätzung der Wichtigkeit bestimmter Aspekte, die in der Literatur identifiziert wurden, auf einer 4Punkt-Skala erhoben. Die Auswertung erfolgte deskriptiv.
Gruppendiskussionen und Einzelinterviews mit den unterschiedlichen Personengruppen stellten den qualitativen Teil der Studie dar. Diese wurden mit einem Leitfaden geführt und inhaltsanalytisch ausgewertet. Die gesamte Erhebung fand in zwei Projektregionen Nordrhein-Westfalens statt. Der Zugang erfolgte über die Träger der Angebote.
Datenbasis Primärdaten
Studiendesign Querschnittstudie
Literaturarbeit
Qualitative Studie: Gruppendiskussionen und Einzelinterviews
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die quantitativen und qualitativen Erhebungen und Analysen sind abgeschlossen und die Ergebnisse werden zur Publikation vorbereitet. Weiterhin wird ein spezifischer Projektbericht angefertigt.
Von 747 verteilten Fragebögen wurden 164 zurückgesendet. Allerdings wurden nur die Fragebögen der pflegenden Angehörigen (53) und der ehrenamtlichen Helfer (92) ausgewertet, da die Anzahl der Träger- (4) und Koordinatorenbögen (15) zu gering war. Als ein Ergebnis ist festzuhalten, dass die in der Literatur beschriebenen Aspekte von Niedrigschwelligkeit (Erreichbarkeit, Flexibilität, Kostengünstigkeit, Zugang) aus Sicht der Angehörigen und ehrenamtlichen Helfer eine eher untergeordnete Rolle spielen. Für beide Personengruppe ist mit unterschiedlichen Schwerpunkten v.a. die inhaltliche Gestaltung der Angebote und somit der Betreuung der Menschen mit Demenz und deren Wohlbefinden wichtig. Die ehrenamtlichen Helfer zeigen weiterhin eine hohe Engagementbereitschaft und Motivation. Für sie scheint die ehrenamtliche Tätigkeit einen wichtigen Stellenwert im Leben einzunehmen. Interessant ist ebenso, dass etwa die Hälfte der Helfer sich nicht rein ehrenamtlich engagieren, sondern vom Träger des Angebotes angestellt werden und somit vertraglich gebunden sind und eine regelmäßige Entlohnung erhalten.
In den qualitativen Ergebnissen (7 Gruppendiskussionen, 5 Interviews) wurde dieser Aspekt weiter thematisiert. Die Helfer sprechen von ihrem „Job“, während jedoch die Koordinatoren und Träger der Angebote in zwei Richtungen tendieren. Die eine Richtung ist die des klassischen Ehrenamtes: Hier wird versucht, den Preis für das Angebot möglichst gering zu halten, um jedem den Zugang zu ermöglichen und ehrenamtliche Helfer führen gegen eine geringe Aufwandentschädigung auf freiwilliger Basis die Betreuung durch. Die Angebote der anderen Richtung zeigen eine zunehmende Professionalisierungstendenz, indem die Helfer angestellt und richtig entlohnt werden. Weiterhin bekommen diese eine umfangreiche Schulung und der Preis für die Betreuung ist deutlich höher. Dies wird mit dem Bedarf einer qualitativ hochwertigen Betreuung und v.a. der damit möglichen Kontinuität begründet. Die pflegenden Angehörigen bestätigen diese beiden Richtungen, indem einmal ein eher outcome-orientierter Ansatz mit therapeutischen Inhalten bevorzugt wird, während auf der anderen Seite v.a. die Beschäftigung der Menschen mit Demenz in Gesellschaft anderer und ihr Wohlbefinden dabei im Vordergrund steht. Die Gruppendiskussion mit den Menschen mit Demenz selbst konnte nur teilweise verwendet werden. Hier betonen sie die Gemeinschaft unter gleichaltrigen in einer Betreuungsgruppe.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 25.11.2015