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AR_Routinedaten - Versorgung und Therapie der allergischen Rhinitis

Eine Sekundärdatenanalyse basierend auf GKV Routinedaten 2005 bis 2011

 

Projektkennung VfD_AR_Routinedaten_13_003525
Laufzeit von 04/2013 bis 06/2015
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie hoch sind Prävalenz und Inzidenz der allergischen Rhinitis (AR) in der Routineversorgung?
Wie häufig nehmen Versicherte aufgrund einer AR medizinische Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch?

Ärzte welcher Fachdisziplinen behandeln in welchem Umfang Patienten mit AR? Wie sind die Versorgungswege und die interdisziplinäre Kooperation zwischen Allergologen unterschiedlicher Disziplinen in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht der Patienten und dem Vorhandensein weiterer Er-krankungen des atopischen Formenkreises (allergisches Asthma bronchiale, Neurodermitis)?

Bei welchem Teil der Patienten mit AR erfolgt eine allergologische Diagnostik mittels Prick- und/oder Blutuntersuchung in Abhängigkeit von Patientenalter, Geschlecht und versorgender Fachdisziplin?

Wie werden Patienten mit AR in der Routineversorgung tatsächlich medikamentös versorgt?

Welche atopischen und psychischen Komorbiditäten sind bei Patienten mit AR versorgungsrelevant?

Hintergrund / Ziele Die allergische Rhinitis (AR) zählt mit einer Prävalenz von 15 bis 20% zu den häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt. Für die kommenden Jahre wird eine weitere Zunahme der Inzidenz und Prävalenz der AR und anderer allergischer Erkrankungen prognostiziert.

Die allergische Rhinitis geht mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität und der Leistungsfähigkeit der Betroffenen einher. Die medizinische Versorgung von Patienten mit AR wird durch mehrere Fachdisziplinen (insbes. Dermatologen, HNO-Ärzte, Pädiater, Pulmologen) sichergestellt.Trotz der hohen medizinischen und auch gesundheitsökonomischen Relevanz der AR fehlen verlässliche versorgungsepidemiologische Daten aus der niedergelassenen fachärztlichen Versorgung weitestgehend.

Die allergische Rhinitis ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung eines allergischen Asthma bronchiale.

Patienten mit Atopie leiden häufiger an psychischen Erkrankun-gen als Personen ohne Erkrankung des atopischen Formenkreises.

Die spezifische Immuntherapie (SIT) stellt die einzige kausale Therapieoption bei AR dar. Für die meisten Typ-I Allergene steht die SIT als subkutane (SCIT) und als sublinguale (SLIT) Therapie zur Verfügung. Daneben besteht bei Gräserpollenallergie die Option einer Tabletten SIT.
Trotz des steigenden Bedarfs der SIT und positiver Nutzenbewer-tung durch das IQWiG und entgegen den allergologischen Leitli-nien zeigt sich derzeit ein genereller Rückgang an SIT Behand-lungen in Deutschland. Ein relevanter Anteil an Patienten erhält entgegen der derzeitigen Leitlinie zur SIT keine kausale Therapie, was mutmaßlich die Krankheitslast allergischer Erkrankun-gen und die damit einhergehenden gesundheitsökonomischen Konsequenzen verstärken wird.
Methodik Datenbasis bilden umfangreiche Routinedaten der AOK PLUS. Für alle Versicherten (ca. 2,4 Mio) aus Sachsen stehen für die Jahre 2005 bis 2011 pseudonymisierte soziodemographische Daten (Alter, Geschlecht, Versichertenstatus, PLZ), Diagnose- (ICD-10 Codes), Rezept- (PZN, Menge, Preis, Packungsgröße, ATC-Code, Präparatname) , Leistungs-, Überweisungs-, AU-Daten, Daten zu den Leistungserbringern (Fachdisziplin) aus der ambulanten Ver-sorgung zur Verfügung.
Routinedaten der AOK aus Sachsen eignen sich besonders gut für Studien der Versorgungsforschung, da in Sachsen ca. 55% der Be-völkerung bei der AOK PLUS versichert sind.
Die Gesamtkohorte dient der Beschreibung der Häufigkeit der Do-kumentation der Diagnose AR allgemein, sowie nach Alter, Ge-schlecht und Facharztgruppe. Dargestellt werden die Anzahl der Scheine pro Jahr und die Anzahl der Versicherten mit mindestens einmaliger Dokumentation der Diagnose J30 pro Jahr sowie insge-samt im Zeitraum 2005 bis 2011.

Zur Analyse kommen hier deskriptive Verfahren zur Anwendung. Stratifizierungen erfolgen nach Alter, Geschlecht, Fachdisziplin des Leistungserbringers und Art der AR (saisonal vs. ganzjährig)

Die Patientenkohorte dient als Basis für die versorgungsepidemio-logische Analyse zur Erkrankungshäufigkeit und Erkrankungsver-lauf, sowie zur Analyse der erbrachten medizinischen Leistungen (Allergietestungen) und der tatsächlichen Therapie. Hier wird insbe-sondere die Versorgung der AR mit einer SIT detailliert untersucht und dabei auf die einzelnen Präparate und deren Eigenschaften (Dosis, Allergenzusammensetzung, Modifikatoren, Applikationsform) sowie die Therapiedauer eingegangen. Ein weiterer Fokus ist das Überweisungsverhalten der Leitungserbringer sowie Häufigkeit und Richtung von Arztwechsel der Patienten mit AR (Versorungswege).

Zur Analyse kommen hier neben deskriptiven Verfahren (jahres-weise und gesamt, mit den oben genannten Stratifizierungen) mul-tivariate Regressionsanalysen zur Anwendung. Letztere insbeson-dere für die Untersuchung von Prädiktoren für die Einleitung und leitliniengerechte Durchführung einer SIT bei AR.

Basierend auf den Patienten dieser Kohorte erfolgen desweiteren arztbezogene Analysen. Hierzu werden die medianen Anteile der Patienten eines Arztes, die eine bestimmte Diagnostik oder Therapie der AR erhalten, miteinander verglichen(11). Es erfolgen Vergleiche innerhalb und zwischen den allergologisch relevanten Fachdiszipli-nen bzgl. der Versorgung von Patienten mit AR.

Die Vergleichskohorte ohne AR dient als Kontrollgruppe, gegen welche die Patientenkohorte bzgl. des Risikos für atopische (allergi-sches Asthma bronchiale, Neurodermitis) und psychische Erkra-nungen (Depression, ADHS, Angststörung) verglichen wird. Hier kommen wiederum multivariate logistische Regressionsmodelle sowie Cox Modelle zur Anwendung.

Aufgrund der großen Fallzahl werden auch kleine Gruppenunter-schiede statistisch signifikant sein. Daher werden für die Interpreta-tion der Ergebnisse zusätzlich zum Kriterium der statistischen Signi-fikanz die Kriterien der klinischen und versorgungsepidemiologi-schen Relevanz nach Einschätzung des interdisziplinären Stu-dienteams herangezogen.

Datenbasis Sekundärdaten
   GKV-Versicherte (Patientenkohorte)  (Stichprobengröße: 250.000)
Studiendesign Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.11.2014