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Stärkung der Selbstmanagement-Kompetenzen von pflegenden Angehörigen türkeistämmiger Menschen mit Demenz

 

Projektkennung VfD_13_003520
Laufzeit von 04/2013 bis 12/2015
Status des Projekts laufend
GesamtprojektNutzerorientierte Versorgung bei chronischer Krankheit und Pflegebedürftigkeit
ProjektkuerzelNuV

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Bedürfnisse und Bedarfe haben pflegende Angehörige türkeistämmiger Menschen mit Demenz und wie kann man die Selbstmanagement-Kompetenzen dieser Gruppe stärken?
Hintergrund / Ziele Angehörige von pflegebedürftigen Menschen mit Migrationsgeschichte pflegen ihre Angehörigen häufig zu Hause und nehmen selten ambulante Unterstützungsangebote und Pflegedienste in Anspruch (Okken et al. 2008). Ursache dafür ist u. a. die unzureichende Information und die vom Pflegesystem unzureichende Berücksichtigung der Pflegesituation und -bedürfnisse (Brzoska/Razum 2011), aber auch die Scheu, über Pflege und die Probleme bei der Pflege zu sprechen. Denn die häusliche Pflege demenzkranker Menschen geht mit zahlreichen Herausforderungen und auch psychischen Belastungen für die Pflegenden einher. Bei Demenzpatienten mit Migrationsgeschichte kommen kulturelle und sprachliche Adaptationsschwierigkeiten hinzu – sowohl beim Patienten als auch bei den Angehörigen. Um die Pflege im häuslichen Umfeld für pflegende Angehörigen ermöglichen und aufrecht erhalten zu können, sind auf die spezielle Situation dieser Gruppe angepasste Unterstützungskonzepte erforderlich. Ziel dieses Teilprojektes ist in einem ersten Schritt, eine Bedarfsanalyse zur Unterstützung pflegender Angehöriger mit türkischer Herkunft durchzuführen. Die Ergebnisse sollen in ein selbsthilfeorientiertes Konzept zur Förderung der Selbstmanagementfähigkeit von pflegenden Angehörigen demenzkranker Menschen mit türkischer Herkunft auf der Grundlage des Storytelling-Ansatzes einfließen.
Methodik Das methodische Vorgehen des geplanten Teilprojektes gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Phasen.
Phase I: Systematischer Literaturreview zum Bedarf pflegender Angehöriger demenzkranker Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte (systematischer Literaturreview), qualitative Befragung pflegender Angehöriger und Experten mittels teilstrukturierter, leitfadengestützter Interviews und inhaltsanalytischer Auswertung (10-15 pflegende Angehörige; 10 Experten/innen). Gegenstand ist der Erkenntnisgewinn hinsichtlich Bedarfe, Bedürfnisse und psychische Belastungen von pflegenden Angehörigen türkeistämmiger Menschen mit Demenz.
Phase II: Auf Grundlage der Ergebnisse aus Phase I wird das Storytelling-Konzept nach Glodny et al. (2011) weiterentwickelt. Es werden relevante Themen identifiziert und Angehörige in einer regelmäßig stattfindenden Selbsthilfegruppe dazu angeleitet, selber Geschichten zu problematischen Themen in der Pflege zu entwickeln. Bei jedem Treffen wird mit Hilfe einer Geschichte ein Themenschwerpunkt erarbeitet. Diese Methode des „Storytellings“ (Glodny et al. 2011) erzielt durch das gegenseitige Erzählen pflegespezifischer Erfahrungen die Förderung des Wissens-, Erfahrungs- und Informationsaustauschs zwischen den pflegenden Angehörigen und die Stärkung ihrer Selbstmanagementkompetenzen. Als theoretischer Rahmen für das zu entwickelnde Konzept dient der „narrative Ansatz“ nach Greenhalgh et al. (2005). Dieser Ansatz wurde im Rahmen gesundheitlicher Versorgung erfolgreich bei verschiedenen Nationalitäten umgesetzt (Greenhalgh/Collard 2003). Das Konzept sieht vor, pflegende Angehörige aktiv mit einzubeziehen, um ihre vorhandenen Ressourcen verstärkt durch „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu fördern, und dadurch zur Entlastung beizutragen.
Die Angehörigentreffen werden mit dem Einverständnis der Teilnehmer/innen auf Tonband aufgenommen und im Nachhinein im Hinblick auf ihre Prozessqualität ausgewertet. Das Konzept wird methodisch und inhaltlich reflektiert, ggf. werden Änderungen vorgenommen.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 20)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 28.10.2014