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HIP - Häusliche Intensivpflege

 

Projektkennung VfD_HIP_12_003483
Laufzeit von 11/2012 bis 12/2014
Webseitehttp://igpw.charite.de/gesundheitswiss/forschungsschwerpunkte/health_services_research/haeusliche_intensivpflege/
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie stellt sich das Feld der häuslichen Intensivpflege derzeit in Deutschland dar?
Auf welchen Wegen gelangen (invasiv) beatmete Patienten in die häusliche Spezialversorgung?
Welche qualifikatorischen Herausforderungen stellen sich Pflegenden in der häuslichen Beamtungspflege?
Hintergrund / Ziele Seit den 1990er Jahren etablieren sich in Deutschland zunehmend häusliche Intensivpflegedienste. Ihr zentrales Betätigungsfeld liegt in der Pflege und Betreuung von beatmeten und weiteren Patienten mit technikintensivem Unterstützungsbedarf (High-Tech Home Care - HTHC / Home Mechanical Ventilation - HMV). Die Erweiterung der therapeutisch-technischen Möglichkeiten und die zunehmende Differenzierung der Versorgungsstrukturen lässt eine wachsende Zahl dieser Patienten erwarten. Da diese insbesondere pflegerisch betreut und begleitet werden, ist eine pflegewissenschaftliche Auseinandersetzung angezeigt.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, den Hintergrund der zuvor skizzierten Entwicklung auszuleuchten und Erkenntnisse über den aktuellen Entwicklungsstand der HTHC/HMV zu gewinnen. Zudem sollen Wege der Patienten in die häusliche Beatmungspflege nachgezeichnet und die qualifikatorischen Anforderungen auf Seiten der ambulant Pflegenden aus subjektiver Sicht erfasst werden.
Methodik Teilprojekt 1 (Wege von beatmeten Patienten in die häusliche Intensivpflege)

Im Rahmen dieser qualitativ-empirischen Teiluntersuchung mit explorierender Zielsetzung werden leitfadengestützte Interviews mit leitenden und mit für die Pflegeüberleitung zuständigen Mitarbeitern von in der Beatmungspflege tätigen Intensivpflegediensten geführt, inhaltsanalytisch ausgewertet und berichtsförmig aufbereitet.

Teilprojekt 2 (Aufgaben und Qualifikationsanforderungen in der häuslichen Intensivpflege)

Diese qualitativ-empirische, explorierende Teiluntersuchung basiert auf leitfadengestützten Interviews mit Pflegenden, die eine Fachweiterbildung "Intensivpflege und Anästhesie" oder einer Weiterbildung "Beatmungspflege" (gemäß den DIGAB-Vorgaben) abgeschlossen haben und/oder in der häuslichen In-tensivpflege invasiv beatmeter erwachsener Patienten tätig sind. Die Interviews werden inhaltsanalytisch ausgewertet und berichtsförmig aufbereitet.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 27)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Invasiv beatmete Patienten gelangen auf unterschiedlichen Wegen in die häusliche Beatmungspflege, wobei eine große Variationsbreite an Zuweisungsinstanzen und Zuweisungsgründen beobachtbar ist. Auch aktive Formen der Patientenakquise sind nicht unüblich – häufig in Verbindung mit spezialisierten klinischen Zentren oder Dienstleistungsanbietern mit industrieller Anbindung. Anekdotische Hinweise aus dem Feld auf ausgeprägte Koordinations- und Kooperationsprobleme, intransparente und ungeklärte Interessenlagen der jeweils beteiligten Akteure und Instanzen sowie ernst zu nehmende Informations- und Partizipationsdefizite wurden durch die Studie verdichtet. Die Wege der Patienten in die häusliche Beatmungspflege erscheinen aufgrund dessen vielfach als hochgradig zufallsabhängig, risikoreich und unsicher. Um dem zu begegnen, sind transparente Zugangskriterien und stabile Patientenpfade zu entwickeln und zu konsentieren. Zudem bedarf es einer systematischen Fall- und Versorgungssteuerung über Sektoren¬-, Organisations- und Professionsgrenzen hinweg sowie angemessener Formen der Nutzerinformation und -partizipation. Aspekte der Patientensicherheit werden dabei besondere Aufmerksamkeit erfahren müssen.


It is obvious that the educational requirements associated with High-Tech Home Care have not been taken sufficiently into account in the existing traditional hospital based basic training and further educational programs in Germany. It’s not only necessary to overcome the mainly medical and technical orientation of these programs, but to consider the care relationship and the interactional and social environmental aspects of this special form of home care for the seriously ill. Moreover, the recently started process of shifting the basic education of nurses on a university level should be fostered, to meet new and sophisticated educational requirements. Finally, the importance of a structured training program on the job for new employees in High-Tech Home Care become apparent.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 04.07.2017