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KURVE - KURVE - Kultursensible Versorgungsbedürfnisse identifizieren und Chancen nutzen

Qualifizierung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen mit Migrationshintergrund und Pflegefachkräften

 

Projektkennung VfD_KURVE_13_003478
Laufzeit von 09/2013 bis 08/2016
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie können ältere Migranten, die von Familienangehörigen gepflegt werden, erreicht werden?
Wie sieht die Pflegesituation älterer türkischer und polnischer Migranten aus? Welche Bedarfe liegen aus der Perspektive der pflegenden Angehörigen, der zu Pflegenden und der professionell Pflegenden vor?
Gibt es kulturelle Unterschiede in der Pflege von älteren türkischen und polnischen Migranten?
Welche Schulungsinhalte müssen berücksichtigt werden, um eine adäquate Versorgung (unter Berücksichtigung möglicher kultureller Unterschiede)zu gewährleisten?
Wie können die Ergebnisse auf weitere Zielgruppen (andere Migrantengruppen und andere Städte Deutschlands) übertragen werden?
Hintergrund / Ziele In Deutschland lebten im Jahre 2010 insgesamt 15,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Nach den Angaben des Mikrozensus lebten 2010 knapp 1,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund im Alter ab 65 Jahren in Deutschland. In der Altersgruppe zwischen 55 und 65 Jahren sind Menschen mit Migrationshintergrund mit 1.538.000 gegenüber 8.482.000 ohne Migrationshintergrund sehr viel häufiger vertreten (Statistisches Bundesamt, 2011). Die in Hamburg lebenden Menschen mit Migrationshintergrund über 54 Jahre kommen vor allem aus Polen (17%) und der Türkei (16%). In absoluten Zahlen ausgedrückt leben in Hamburg n=92.766 (Bezugsland Türkei) bzw. n=65.374 Personen (Bezugsland Polen). Im Bezirk Hamburg-Mitte ist der absolute Anteil beider Gruppen am höchsten, dabei sind die Menschen mit türkischem Migrationshintergrund vorwiegend im Stadtteil Wilhelmsburg und diejenigen mit polnischem Hintergrund vor allem in Billstedt anzutreffen (vgl. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein 2011). Im Zeitraum von 2005 bis 2025 ist in Hamburg mit einer Verdopplung der Menschen über 55 Jahre mit Migrationshintergrund zu rechnen (Freie und Hansestadt Hamburg, 2012).
Aufgrund der zunehmenden Zahl von älteren Menschen mit Migrationshintergrund und der gesundheitlichen Belastungen dieser Zielgruppe, die besonders auf das Arbeitsleben zu-rückzuführen sind, wächst ebenfalls der Pflegebedarf dieser Gruppe (Robert Koch-Institut, 2008). Daraus folgt, dass die pflegerische Versorgung in den kommenden Jahren voraussichtlich erheblich bedeutender und die Nachfrage nach bedarfsgerecht qualifizierten Pflegekräften steigen wird. Somit ist es wichtig, sprachliche und kulturelle Kompetenzen der professionell Pflegenden zu fördern, um einer interkulturellen Sensibilisierung in der Pflege und einer adäquaten Betreuung gerecht zu werden.

Das Projekt KURVE richtet sich an pflegende Angehörige mit Migrationshintergrund sowie professionell Pflegende, die Pflegebedürftige mit einem Migrationshintergrund versorgen. Dabei konzentriert sich das Projektvorhaben zunächst auf pflegende Angehörige und Pflegebedürftige mit einem türkischen bzw. polnischen Migrationshintergrund - begründet durch ihren hohen Anteil an der Gesamtzahl der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Hamburg. Das Gesamtziel des Vorhabens verfolgt die Verbesserung der häuslichen Pflegesituation sowohl für die pflegenden Angehörigen und die Pflegebedürftigen als auch für professionell Pflegende. Insgesamt sollen damit die Partizipations- und Gestaltungschancen von pflegenden An-gehörigen mit Migrationshintergrund optimiert werden.
Methodik Es werden insgesamt fünf Arbeitspakete realisiert:

Die Zielsetzung des ersten Arbeitsschrittes, der Bedarfsanalyse, ist es, Schulungsbedarfe für pflegende Angehörige mit Migrationshintergrund aus unterschiedlichen Perspektiven zu identifizieren und darauf aufbauend die Inhalte für eine kultursensible Kompetenzbildung für professionell Pflegende zu formulieren. Ausgehend aus dieser Analyse, die eine systematische Literaturrecherche und Gespräche mit Expert_innen sowie pflegenden Angehörigen und professionell Pflegenden beinhaltet, sollen jeweils Schulungen für pflegende Angehörige und für professionell Pflegende konzipiert, durchgeführt und evaluiert werden. Die Schulungsangebote sollen kulturspezifisch für den entsprechenden türkischen bzw. polnischen Migrationshintergrund von pflegenden Angehörigen entwickelt werden und in unterschiedlichen Settings (z.B. häusliche Umgebung) anwendbar sein. Das Schulungsprogramm wird kompetenz- und handlungsorientiert entwickelt, um die praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der pflegenden Angehörigen zu erweitern und damit eine alltägliche Bewältigung der Pflegesituation und gesellschaftliche Teilhabe eher zu ermöglichen. Es werden den professionell Pflegenden didaktische und kultursensible Kompetenzen vermittelt, die sie befähigen, pflegende Angehörige mit Migrationshintergrund bedarfsgerecht hinsichtlich pflegerischer Tätigkeiten zu schulen.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 11)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 18)
Studiendesign Querschnittstudie
Literaturarbeit
   Systematische Literaturrecherche
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 60 bis 99 Jahre
Ergebnisse Erste Ergebnisse können bei Frau Johanna Buchcik (johanna.buchcik@haw-hamburg.de) eingeholt werden.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 11.06.2014