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Ambulante Schmerzversorgung in Österreich

 

Projektkennung VfD_11_003474
Laufzeit von 02/2011 bis 09/2011
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Strukturen gibt es in Österreich für die ambulante Schmerzversorgung?

Wie hoch sind die ökonomischen Kosten der ambulanten Schmerzversorgung in Österreich?
Hintergrund / Ziele Chronische Schmerzen sind ein großes gesellschaftliches Problem. Es wurde untersucht, wie sich die Versorgungssituation für Patienten mit chronischem Schmerz in Österreich im ambulanten Bereich darstellt. Nach der Klärung von Begriffsdefinitionen, wie zum Beispiel chronischer und akuter Schmerz, wurden Daten aus verschiedenen Studien und Befragungen zur Prävalenz von chronischen Schmerzen allgemein sowie verschiedenen Schmerzarten analysiert und diskutiert. Anschließend wuerden die Versorgungsstrukturen und ‐prozesse von chronischem Schmerz in Österreich dargestellt. Einerseits erfolgt eine Analyse der Anzahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit dem ÖAK‐Zusatzdiplom „Spezielle Schmerzmedizin“. Andererseits werden Schmerzambulanzen anhand der Strukturqualitätskriterien für Interdisziplinäre Schmerzambulanzen, die einen Soll‐Zustand darstellen und von der Österreichischen Schmerzgesellschaft gemeinsam mit dem ÖBIG entwickelt wurden, analysiert. Darüber hinaus werden verschiedene Daten zur Inanspruchnahme im Gesundheitswesen dargestellt. Im abschließenden Kapitel erfolgt eine Abschätzung der ökonomischen Kosten von chronischen Schmerzen für Österreich.
Methodik Einerseits wurden systematische Literaturrecherchen (zu Prävalenzen, Leitlinien und ökonomischen Studien) durchgeführt, andererseits erfolgte eine telefonische Befragung mittels eines strukturierten Interviewleitfadens von MitarbeiterInnen von Schmerzambulanzen
Datenbasis Primärdaten
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 21)
Studiendesign Querschnittstudie
Literaturarbeit
   Systematische Literaturrecherche
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die Strukturqualitätskriterien der Österreichischen Schmerzgesellschaft
werden nur teilweise erreicht. Es zeigt sich ein Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Schmerzausbildung im niedergelassenen Bereich, der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie in der Outcomemessung.
Die Schätzung der direkten und indirekten Kosten ist aufgrund der schlechten Datenlage sehr schwierig, da beispielsweise chronischer Schmerz nicht als eigenständige Erkrankung codiert wird, dies erschwert die Schätzung der Kosten und Prävalenzen mittels Routinedaten.
Dennoch lassen sich einige Aussagen treffen:
• Der Hauptanteil der direkten Kosten (d.h. Ausgaben des Gesundheitssektors) bei Schmerzen ist mit chronischem Schmerz verbunden.
• Während bei akuten Schmerzen direkte Kosten vor allem durch Arztbesuche (niedergelassener Bereich) und die Ausgaben für Medikamente entstehen, sind bei chronischem Rückenschmerz die Kostenelemente der stationären Kosten und Therapiekosten dominant, bei chronischem Kopfschmerz jene der Medikamente.
• Kostensenkungen können einer Studie zufolge gerade bei Rückenschmerzen, die einen Großteil der Kosten verursachen, durch die Vermeidung einer Chronifizierung und damit verbundener stationärer Aufenthalte und Therapien erreicht werden.
• Bewirkt werden kann dies durch eine leitlinienbasierte Diagnose und Therapie sowie eine funktionierende abgestufte Versorgung unter Einbeziehung des niedergelassenen Bereichs mit klaren Überweisungsregeln.
• Daraus ergibt sich für Österreich auch die Notwendigkeit einer verbesserten Schmerzausbildung.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 27.05.2014