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Evaluation der Dekubitusdokumentation am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

 

Projektkennung VfD_12_003465
Laufzeit von 01/2012 bis 12/2014
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die Dekubitusdokumentation anhand patientenindividueller Eigenschaften ist in der stationären Routineversorgung umsetzbar.
Mit Hilfe einer patientenindividuelle Dekubitusdokumentation verschlechtert sich die Rate an Dekubitusinzidenzen nicht.
Hintergrund / Ziele Die Brisanz der Dekubitusprophylaxe ist auch nach zwölf jährigem Bestehen des nationalen Expertenstandards Dekubitusprophylaxe in der Pflege bekannt und weiterhin ein aktuelles Thema für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung in deutschen Krankenhäusern. Dennoch fehlen aktuelle versorgungsepidemiologische Untersuchungen zu Häufigkeit, Schwere und Risikofaktoren von Decubitalulcera im stationären Versorgungsalltag. Ziel der Studie ist die Darstellung von Häufigkeiten und Determinanten von Dekubitalulcera sowie die Evaluation der patientenindividuellen Dekubitusdokumentation.
Methodik Die Nutzung von Routinedaten des Qualitätsmanagements ermöglicht die längsschnittliche Abbildung der tatsächlichen Versorgungsrealität zu Inzidenz und Risikofaktoren von Decubitalulcera in allen stationären Fachbereichen des Universitätsklinikums Dresden (UKD) sowie die Untersuchung der Performance des eingesetzten Risikoassessments mittels der Braden Skala. Datenbasis bilden alle vollstationären Fälle des UKD zwischen 01.01.2007 und 31.12.2011. Anhand von logistischen Regressionsmodellen erfolgte die Ermittlung von Determinanten inzidenter Decubitalulce-ra während der stationären Behandlung. Mit Hilfe der Area under curve der Receiver Operating Characteristic (ROC) wurde die Performance des Risikoassessments anhand der Braden Skala untersucht.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenhäuser  (Stichprobengröße: 251.928)
Studiendesign Kohortenstudie (prospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse Insgesamt 1.914 Patienten entwickelten während des stationären Aufenthaltes einen inzidenten Dekubitus (Inzidenz: 0,78%). Bei Entlassung wurde in 784 der 1.914 inzidenten Fälle ein Dekubitus 1. Grades (41%), bei 915 Fällen (48%) ein Dekubitus 2. Grades, bei 157 Patienten (8%) ein Dekubitus 3. Grades und bei 58 Patienten (3%) ein Dekubitus 4. Grades diagnostiziert. Signifikant mit einem erhöhten Risiko für inzidenten Dekubitus während der stationären Therapie assoziiert waren das Patientenalter (Odds Ratio (OR) 1,03; 95%-Konfidenzintervall (95%-KI) 1,02-1,03 pro Jahr), der Braden Score (OR 1,19; 95%-KI 1,18-1,21 pro Abnahme um einen Punkt), die Verweildauer (OR 1,03; 95%-KI 1,031-1,033 pro Tag) sowie die Verlegung aus einer stationären Pflegeeinrichtung (OR 6,05; 95%-KI 5,13-7,11) oder von einem anderen Krankenhaus (OR 4,58; 95%-KI 3,90-5,39) verglichen mit der Aufnahme von zu Hause. Geschlecht und Erkrankungsschwere (PCCL) waren nicht mit dem De-kubitusrisiko assoziiert. Die Performance der Braden Skala variiert zwischen Normalstationen (85%) und Intensivstationen (69%).

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 24.11.2015