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PACED - Evaluation von ambulanten und stationären Schulungen für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

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Projektkennung VfD_PACED_11_003456
Laufzeit von 03/2011 bis 04/2015
Webseitehttp://www.psychotherapie.uni-wuerzburg.de/forschung/projekte-koop_22.html
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Ziel des Projekts ist es, ein Schulungsmanual mit medizinischen und psychologischen Modulen für Patienten mit CED zu entwickeln und auf seine Wirksamkeit für die stationäre medizinische Rehabilitation und die ambulante Versorgung zu evaluieren. Die Patientenschulung soll sowohl Wissen über die CED und ihre Bewältigungsmöglichkeiten als auch die psychische Bewältigung im Alltag thematisieren.
Hintergrund / Ziele Schulungen für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) beschränkten sich bisher häufig auf Informationsvermittlung und waren wenig erfolgreich. Auch wenn sich Hinweise dafür zeigten, dass individuelle Beratung die Selbstmanagementfähigkeiten der Betroffenen und deren Krankheitsverlauf verbessern, steht eine patientenorientierte Gruppenschulung, die auch psychologische Aspekte berücksichtigt, noch aus. Ziel der Studie ist es, eine patientenorientierte Schulung mit medizinischen sowie psychosozialen Modulen für Patienten mit CED zu entwickeln und ihre Wirksamkeit für die stationäre medizinische Rehabilitation und die ambulante Versorgung zu untersuchen. Die Patientenschulung soll sowohl Wissen über die CED und ihre Bewältigungsmöglichkeiten als auch die psychische Bewältigung im Alltag thematisieren. Es sollen zwei Versionen der Schulung entstehen, eine für den stationären und eine für den ambulanten Einsatz.
Methodik In Phase 1 wurden Manuale für das stationäre und ambulante Setting entwickelt und formativ evaluiert. In Phase 2 erfolgte die summative Evaluation (randomisierte, kontrollierte, prospektive Studie). Die Effekte wurden stationär in der Klinik Taubertal mit einer Schulung mit unspezifischen, informativen Einheiten (KG) und ambulant über die DCCV mit einer Wartegruppe (WG) verglichen. Es wurde erwartet, dass die kombinierte Schulung einer Kontrollgruppe bzw. einer Wartegruppe überlegen ist. 445 stationäre und 181 ambulante CED-Patienten wurden konsekutiv rekrutiert und randomisiert zugewiesen. Primäre Zielgröße waren krankheitsbezogene Sorgen nach 3 Monaten; sekundäre Zielgrößen Wissen, Gesundheitskompetenz, Angst und Depressivität sowie gesundheitsbezogene Lebensqualität nach 3 und 12 Monaten. Die Datenanalyse erfolgte primär über Kovarianzanalysen, sekundär wurden weitere parametrische und nonparametrische Analysen durchgeführt. In Phase 3 wurde die Dissemination der Ergebnisse, die Publikation der Manuale und der Transfer in Routineversorgung unterstützt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Längsschnittstudie
Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 65 Jahre
Ergebnisse Ein Effekt der stationären Schulung mit psychologischen Modulen gegenüber der Schulung mit informativen Modulen konnte nicht nachgewiesen werden. Drei Monate nach der Rehabilitation zeigten sich keine signifikanten Gruppenunterschiede weder für die primäre Zielgröße krankheitsbezogene Sorgen noch für weitere sekundäre Zielgrößen. Vermutlich ist dies der starken Kontrollbedingung (informative Module) sowie dem informellen Austausch zwischen den Patienten während der mindestens 3-wöchigen stationären Rehabilitation geschuldet. Ein Interventionseffekt ergab sich bei den Bewältigungsstrategien. Patienten der EG machten sich signifikant häufiger ihre Stärken für die Krankheitsbewältigung bewusst als Patienten der KG. Die EG profitierte damit stärker von den psychologischen Modulen „Stärken und Kommunikation“ als die KG.
Die ambulante Schulung erwies sich im Vergleich mit einer Wartekontrollgruppe als wirksam. Drei Monate nach der Schulung ergab sich ein signifikanter Gruppenunterschied bei den krankheitsbezogenen Sorgen sowie der Gesundheitskompetenz. Betroffene, die an der Schulung teilnahmen, fühlten sich weniger durch Ängste und Sorgen belastet und verfügten über eine positivere Grundhaltung und mehr Handlungsstrategien im Umgang mit ihrer CED als nicht-geschulte Betroffene der Wartekontrollgruppe. Ambulant geschulte Betroffene wandten insgesamt mehr Bewältigungsstrategien an als nicht-geschulte Betroffene. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schulung zur Verbesserung der Selbstmanagementfähigkeiten und zur effektiveren Krankheitsbewältigung der Betroffenen beiträgt.
Die Dissemination der Ergebnisse erfolgte durch die Schulungsaufbereitung, Fachvorträge und Publikatione und Transfer in die Routineversorgung. Die strukturierte Schulungen für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wurden für das stationäre Setting manualisiert. Die Materialien können unmittelbar in der Praxis angewendet und über die Strukturen des Zentrums Patientenschulung www.zentrum-patientenschulung.de abgerufen werden. Besonders hervorzuheben ist, dass die ambulante CED-Schulung der DCCV auch nach Abschluss der Studie weiterhin in der Routineversorgung angeboten und von der DCCV finanziert wird (https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/beratung-informationen/wochenend-seminar/). Die Kostenübernahme der ambulanten CED-Schulung durch die Krankenkassen ist angestrebt.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 26.05.2015