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Status quo in der Hüft- und Knieendoprothetik - Ergebnisse einer Umfrage in Deutschland

 

Projektkennung VfD_12_003430
Laufzeit von 11/2012 bis 10/2013
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die Behandlungsprozesse und medizinischen Versorgungskonzepte im Rahmen der elektiven Hüft- und Knieendoprothetik sind in deutschen Krankenhäusern heterogen ausgeprägt. Die Ergebnisse sollen erste Hinweise liefern, in welchem Umfang Organisationsstrukturen und Behandlungsabläufe die Patientenversorgung beeinflussen.
Hintergrund / Ziele Der endoprothetische Ersatz von Hüft- und Kniegelenken gehört in Deutschland zur Routineversorgung. Mit fast 214.000 implantierten Hüftgelenken und 158.000 Kniegelenken im Jahr 2011 erzielten die Verfahren jeweils den 7. und 18. Rang der 50 häufigsten vollstationären Operationen in deutschen Krankenhäusern. Trotz des hohen Fallvolumens gibt es jedoch kaum Daten über die einzelnen Behandlungsprozesse.

Ziel der Umfrage war es einen detaillierten Überblick über die Behandlungsabläufe sowie die medizinischen Versorgungskonzepte in der elektiven Hüft- und Knieendoprothetik in Deutschland zu erhalten, um erste Ansätze für eine bessere Patientenversorgung aufzuzeigen.
Methodik Um ein möglichst vollständiges Bild der Behandlungsprozesse zu erhalten, wurde auf Basis einer systematischen Literaturrecherche nach Behandlungskonzepten und –pfaden eine Befragung unter den behandelnden Ärzten durchgeführt. Es wurden drei Umfragen mit dem Online-Umfrage-Programm LimeSurvey (Version 2.00+ Build 121213) erstellt: Die Fragebögen für Hüft-TEP-Operateure, Knie-TEP-Operateure und Anästhesisten enthielten jeweils 39, 40 und 30 Fragen. Neben Behandlungskonzepten und -pfaden, die u.a. das Aufnahmemanagement von Patienten, Anästhesieverfahren und Operationstechniken, postoperative Schmerztherapie, Zeitpunkt der Mobilisierung, Entlassungsmanagement und Nachbeobachtung enthielten, wurden ebenfalls krankenhausspezifische Merkmale (Trägerschaft, Bettenzahl, etc.) sowie soziodemografische Angaben der Teilnehmer (Alter, Position im Krankenhaus, etc.) erhoben.
Ende April 2013 wurden die Chefärzte für Orthopädie/Unfallchirurgie und Anästhesie von 694 Krankenhäusern mit mehr als insgesamt 100 Knie- und Hüft-TEP pro Jahr zur Teilnahme an dieser Befragung eingeladen. Non-Responder wurden in vierwöchigem Abstand bis zu zwei Mal erinnert.
Aufgrund der beschriebenen Zielsetzung der Befragung wurde eine explorative Datenanalyse mit der Software SPSS (Version 21) zur Generierung von Hypothesen durchgeführt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung online  (Stichprobengröße: 694)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Rückmeldungen erfolgten aus 31,8% (=221) der angeschriebenen Krankenhäuser. Die insgesamt 303 vollständig ausgefüllten Fragebögen, die überwiegend von Chefärzten beantwortet wurden, entsprechen einer Rücklaufquote von 24,2%, 10,2% und 9,2% für Anästhesie, Hüft -TEP und Knie-TEP.
Nach der OP werden zur postoperativen Schmerztherapie häufig Opiate und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und seltener Paracetamol und Ketamin verabreicht. Nur 22% der Anästhesisten setzen die lokale Infiltrationsanästhesie (LIA) ein. Davon verwenden 43% die LIA bei Hüft- und Knie-TEP, ausschließlich bei Hüft-TEP oder Knie-TEP in 19% bzw. 38%. Deutliche Unterschiede gibt es in den Angaben der Teilnehmer zur durchschnittlichen postoperativen Verweildauer ihrer Patienten für 2012. Die mediane postoperative Verweildauer nach elektiver Hüft-TEP betrug 10,5 Tage (Spannweite: 6,8 bis 15,2 Tage) und nach elektiver Knie-TEP 11,0 Tage (Spannweite: 6,8 bis 14.1 Tage). Neben ökonomischen Faktoren sehen die Teilnehmer der Umfrage das Schmerzmanagement und Behandlungspfade als wichtige vergangene und zukünftige Einflussfaktoren auf die Reduktion der postoperativen Verweildauer.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 01.04.2014