[Zurück zur Trefferliste]

ProPASS - Probe-Wohnen, Patienten-/AngehörigenSchulung & Selbstinformations-/Selbstlernzentrum

Ressourcen- und Selbstmanagementförderung für den Übergang von der stationären in die häusliche Versorgung

 

Projektkennung VfD_ProPASS_13_003382
Laufzeit von 01/2013 bis 07/2015
Webseitehttp://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag6/projekte/propass.html
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Es soll untersucht werden, ob mit einem Versorgungsansatz,der auf unterschiedliche Gruppen älterer Pflegebedürftiger mit komplexem Versorgungsbedarf zielt, Angehörige konstitutiv einbezieht und stark auf edukative Vorbereitung auf die mit der Rückkehr in die Häuslichkeit verbundenen Veränderungen und Aufgaben setzt, positive Effekte auf die subjektive Bewertung der Lebensqualität und den Nutzen der Intervention sowie auf objektive Versorgungsaspekte wie die Wiedereinlieferungsrate erzielt werden können.
Hintergrund / Ziele Seit einigen Jahren sind Bemühungen zur Überwindung der Schnittstellenprobleme an den Sektorengrenzen erkennbar (Amelung, Eble & Hildebrandt, 2011). Oft konzentrieren sie sich aber auf systemische Probleme und schenken der Situation der Erkrankten und ihren Angehörigen zu wenig Beachtung. Gerade aber für sie ist die Rückkehr in die häusliche (Selbst-)Versorgung nach einem stationären Aufenthalt ein bedeutsamer Schritt, der mit Unsicherheiten und Risiken verbunden ist (Schaeffer, 2004; Wingenfeld, 2011). Nicht nur steigen die Anforderungen an die Autonomie der Betroffenen, auch ihre Versorgungssituation verändert sich grundlegend und ist – weil beim Übergang von der stationären in die häusliche Versorgung sektorale Grenzen überschritten und Versorgungsart, -dienste und -akteure gewechselt werden müssen – der Gefahr von Diskontinuitäten und Brüchen ausgesetzt. Zugleich beginnt für die Erkrankten mit der Rückkehr in die häusliche Versorgung auch eine neue Phase im Krankheitsverlauf, die ihrerseits Anpassungsherausforderungen aufwirft und um so besser bewältigt wird, je besser die Erkrankten vorbereitet und in ihrer Kompetenz gestärkt werden. Dies gilt um so mehr, als mit der Rückkehr in die häusliche Versorgung ein höheres Maß an Selbstorganisation gefordert ist (Büscher & Schnepp, 2011). Um diesen Herausforderungen zu begegnen, soll ein neues Versorgungsmodell für („pro“) einen problem- und nahtlosen Übergang bzw. eine Passage (the „pass“) von der stationären in die häusliche Versorgung erprobt werden. ProPASS – dies steht auch für die Interventionsmodule Probe-Wohnen, Patienten-/AngehörigenSchulung &Selbstinformations-/Selbstlernzentrum.
Methodik Zu den Kernelementen des ProPASS-Ansatzes gehören vier unterschiedliche, sowohl einzeln als auch im Gesamtpaket individuell und flexibel nutzbare Interventionsmodule, mit denen Patient/inn/en wie Angehörige bereits in der stationären Einrichtung auf die häusliche Pflegesituation praktisch vorbereitet werden. Sie bestehen u. a. aus alltagsorientierten Übungs- und Lernmodulen, die die Erprobung von Alltagsabläufen im häuslichen Setting unter Betreuung/Begleitung ermöglichen: Das Probe-Wohnen (Modul 1) besteht aus alltagsorientierten Übungs- und Lernmodulen, die die Erprobung von Alltagsabläufen im häuslichen Setting unter Betreuung/Begleitung ermöglichen. Beim Training pflegerischer Fertigkeiten (Modul 2) kann sowohl an einer Pflegepuppe als auch direkt zwischen Patient/in und Angehörigen körperbezogenes Versorgungshandeln und der Umgang mit Hilfsmitteln unter fachlicher Anleitung geübt werden. In der Schulung und Kompetenzförderung (Modul 3) werden Patienten als auch Angehörigen Fähigkeiten vermittelt, die zur Bewältigung der veränderten Lebens- und Versorgungssituation beitragen. Mit dem Selbstinformations-/Selbstlernzentrum (Modul 4), einer Bibliothek mit gedruckten Materialien bzw. Zugang zu elektronischen Informationen, wird ein auf aktive Mitwirkung und Selbstmanagementförderung zielendes Modul bereitgestellt, das die Möglichkeit bietet, sich bereits vor dem Übergang in die häusliche Versorgung geeignete Informationen zu beschaffen, jedoch bei Unsicherheiten – z. B. hinsichtlich ihrer Qualität – die Unterstützung der Ansprechpartner aus der stationären Einrichtung in Anspruch nehmen zu können.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: k.A.)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Datengrundlage für die folgende Ergebnisbeschreibung bot die Erfassung der Bedürfnisse und Bedarfe mittels qualitativer Methoden: Unter Zuhilfenahme eines themenzentrierten Leitfadens wurden mit freiwillig teilnehmenden Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflege-Expert(inn)en Interviews durchgeführt. Zentrale Kategorien der regel- und theoriegeleiteten inhaltsanalytischen Auswertung waren Alltagsverrichtungen, Rollen-/Werteveränderungen, Erwartungen, Herausforderungen, Konflikte, Anleitungs- und Schulungsbedarf: Die Interviews verdeutlichen aus verschiedenen Perspektiven die mit der Übernahme der häuslichen Versorgung verbundenen Herausforderungen und Konfliktpotenziale. Sowohl Pflegebedürftige als auch pflegende Angehörige beschreiben die Umstellung alltäglicher Abläufe, das Zurückstellen von Gewohnheiten und eigenen Bedürfnissen sowie den emotionalen Umgang mit der neuen Situation als enorme Anstrengung. Pflege-Expert(inn)en berichten ergänzend von falschen Erwartungen, Unsicherheiten und häufigen Überforderungen, die von den Beteiligten nicht rechtzeitig erkannt werden und die sich belastend auf die Versorgungssituation auswirken. Die aus verschiedenen Perspektiven beschriebenen Herausforderungen und Konfliktpotenziale verdeutlichen die Relevanz einer frühzeitigen Vorbereitung auf die häusliche Versorgung. Die Rehabilitation als „geschütztes Setting“ übernimmt hierbei eine wesentliche Funktion zur Förderung der Teilhabe: Pflegehandeln, Kompetenzen zur Stressbewältigung und Informationssammlung, wie sie im Rahmen von ProPASS vermittelt werden, sind vor dem Hintergrund der beschriebenen Anforderungen zentrale Elemente zur Förderung des Selbstmanagements sowohl der Pflegebedürftigen als auch ihrer pflegenden Angehörigen und damit zur Sicherung der Versorgungsqualität und der Verhinderung von Pflegebedürftigkeit resp. ihrer Verschlimmerung.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 09.04.2015