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Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege

 

Projektkennung VfD_04_003361
Laufzeit von 05/2004 bis 04/2006
Webseitehttp://www.hs-bremen.de/internet/de/forschung/projekte/detail/index_19861.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) I. In welcher Form werden Pflegevisiten im ambulanten Bereich durchgeführt und welche Erfahrungen werden damit gemacht?
II. Welche Dokumente werden bei der Pflegevisite verwendet? Wie werden sie geführt?
III. Welche Implementierungsstrategien wurden genutzt?
IV. Wie stellt sich die Einbettung der Visite in den Gesamtkontext der Qualitätsentwicklung dar?
V. Welche Zielsetzungen, Inhalte und Ablaufgestaltungen können demnach als essentiell für die erfolgreiche Umsetzung von Pflegevisiten im ambulanten Bereich erachtet werden?
Hintergrund / Ziele Bei dem Projekt handelte es sich um eine explorative Studie, die im Zeitraum von zwei Jahren in Norddeutschland durchgeführt wurde. Kooperationspartner waren u. a. der Arbeiter-Samariter-Bund Bremen, die Arbeiterwohlfahrt Ambulant Bremen, der Medizinische Dienst der Krankenkassen Bremen und Niedersachsen.

Pflegevisiten als Instrument der Qualitätssicherung in der Pflege wurden zunächst im klinischen Kontext implementiert und diskutiert. Die Einführung von Pflegevisiten im spezifischen Kontext der stationären Altenpflege und der ambulanten Pflege erfolgte in vielen Einrichtungen in den letzten Jahren. Eine entsprechende Anregung des MDK in der Veröffentlichung seiner Prüfrichtlinien "MDK-Anleitung zur Prüfung der Qualität nach § 80 SGB XI in der ambulanten Pflege" gab hierzu wesentliche Impulse. Wenngleich Zielsetzungen, konkrete Inhalte und Umsetzungsformen von Pflegevisiten eine große Variationsbreite aufweisen, besteht Konsens darin, dass diese als zentrales Instrument der pflegebezogenen Qualitätssicherung wirksam werden können. Auch für die ambulante Pflege werden daher u.a. folgende qualitätssteigernde Effekte durch Pflegevisiten erwartet:
• Stärkung pflegefachlichen Wissens wie auch auf die Pflegequalität bezogene, kommunikative Kompetenzen
• Durch die Stärkung der Pflegefachlichkeit Steigerung der professionellen Selbstgewißheit und damit der Berufszufriedenheit (5
• Ermöglichung einer gezielten Personalentwicklung wie auch Wahrnehmung von Fachaufsicht durch die leitende Pflegefachkraft
• Stärkung der Vernetzung des Dienstleistungsangebotes wie auch eine Schnittstellenoptimierung
• Steigerung der geforderten Partizipation und damit auch der Zufriedenheit von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen
• Kostenkontrolle durch Überprüfung der gewährten Pflegeleistungen, Tourenplanung
• Überprüfung, Weiterentwicklung bestehender Qualitätssicherungsinstrumente wie Pflegestandards, Pflegekonzepte etc.
Der Diffusität in Begrifflichkeit und inhaltlicher Ausgestaltung der Pflegevisite und der Vielfalt der Erwartungen, die mit ihrer Einführung verknüpft wurden, standen zum Zeitpunkt der Antragstellung wenige empirische Erkenntnisse gegenüber. Diese bezogen sich auf den stationären, klinischen Sektor, für den eine Befragung zur Verbreitung und konkreten Umsetzungsformen durchgeführt worden war, und die Ergebnisse einer Studie, die Effekte auf die Befindlichkeit der Patienten zu klären suchte. Die mangelnde Verwertbarkeit der Ergebnisse wurde in der letztgenannten Studie u.a. mit einer unzureichend vorab erfolgten, qualitativen Exploration der Pflegevisite begründet.

Vor dem skizzierten Hintergrund wurden mit dem Forschungsprojekt folgende Zielsetzungen verbunden:

Formen der Implementierung der Pflegevisite, ihr organisationsbezogener Kontext, wie auch konkrete Ausgestaltungen in der Umsetzung und die Einschätzung der Auswirkungen sollten aus Sicht der Beteiligten in ambulanten Pflegediensten und anhand der bei der Pflegevisite verwendeten Dokumente exploriert werden. Die Bedingungsfaktoren, die ein Gelingen/Misslingen der Anpassung, Einführung und Routinisierung der Pflegevisite bewirken, sollten in der Form von Hypothesen herausgearbeitet werden und Ansätze zur Überprüfung der qualitätsbezogenen Effekte entwickelt werden. Weiterhin zielte die Untersuchung darauf ab, die Einbettung der Pflegevisite in die gesamte qualitätsbezogene Organisationsentwicklung der Einrichtungen zu erfassen.
Methodik Es handelte sich somit um eine explorative Studie, in der die strukturellen Voraussetzungen, die formale Umsetzung und die inhaltliche Gestaltung der Pflegevisite von Anbietern der ambulanten Pflege beschrieben und analysiert wurden. Als Methode hierzu wurden die Gruppendiskussion, das Einzelinterview und die Dokumentenanalyse verwandt.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: k.A.)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: k.A.)
   Dokumentenanalyse  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die in der ambulanten Pflege mit hohen Erwartungen versehene Pflegevisite als ein Instrument der Qualitätssicherung und ihre Verankerung in der gesamten Qualitätsentwicklung wurde mit ihren Potentialen und Beschränkungen beschrieben. Es wurden weiter Vorschläge für deren effektive Einführung und Umsetzung gemacht. Ergebnisse der Studie verweisen auf individuelle, managementbezogene und somit organisationale aber auch versorgungspolitische Handlungsebenen.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in einer Reihe von Veröffentlichungen und Vorträgen (s.u.) sowie im Rahmen einer Transfer-Tagung am 14.06.2006 an der Hochschule Bremen (siehe http://www.zepb.de/de/tagung.html) vorgesellt. Das Buch zum Projekt wurde 2007 durch den Mabuse-Verlag publiziert.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 11.04.2016