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Studie zur ambulanten und stationären medikamentösen Versorgung bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz

 

Projektkennung VfD_10_003357
Laufzeit von 02/2010 bis 12/2011
Webseitehttp://www.bips.uni-bremen.de/forschung/projekte/einzelansicht.html?projID=368
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie häufig werden Personen mit chronischer Herzinsuffizienz in den ersten 12 Monaten nach einer herzinsuffizienzbedingten Hospitalisierung rehospitalisiert bzw. wie häufig versterben diese Personen?
Was sind Prädiktoren für eine Rehospitalisierung nach einer herzinsuffizienzbedingten Hospitalisierung bzw. ein Versterben nach einer herzinsuffizienzbedingten Hospitalisierung?
Welchen Zugewinn bedeuten Daten eines Krankenhausinformationssystems in Ergänzung zu Daten der Gesetzlichen Krankenversicherung zur Beantwortung von Fragestellungen der Versorgungsforschung?
Wie stellt sich die medikamentöse Therapie der chronischen Herzinsuffizienz nach herzinsuffizienzbedingten Hospitalisierung dar?
Hintergrund / Ziele Die Versorgungsforschung basiert auf Primär- oder Sekundärdaten. Studien anhand von Primärdaten erheben umfangreiche klinische Informationen, sie sind allerdings sehr zeit- und kostenaufwendig. Sekundärdatenstudien sind deutlich eingeschränkter in ihrer klinischen Information, dafür jedoch weniger aufwendig und teuer. Die Integration von klinischen Daten und Sekundärdaten kann einen wichtigen innovativen Beitrag zur Versorgungsforschung leisten. In dem Forschungsvorhaben sollen modellhaft anonymisierte klinische Daten aus den Informationssystemen des Klinikums Oldenburg (Einzugsgebiet 1,5 Millionen Menschen im Weser-Ems Raum) mit Sekundärdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für ein Versorgungsforschungsprojekt zur chronischen Herzinsuffizienz verbunden werden. Die chronische Herzinsuffizienz geht mit einer hohen frühen Re-hospitalisierungsrate einher. In der Studie sollen Risikokollektive für eine frühe Re-hospitalisierung anhand der klinischen Daten ermittelt werden, um diese Daten längerfristig als Ansatzpunkte für neue Versorgungskonzepte zu nutzen. Neben langjähriger Erfahrung in der Analyse von GKV-Daten am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS und am Zentrum für Sozialpolitik verfügt das BIPS europaweit über die größte Datenbank (>17 Millionen Versicherten bundesweit). Bestandteile des Forschungsvorhabens sind: (1) weitere Abstimmung des Projekts mit Krankenkassen, Kliniken und Behörden; (2) Erarbeitung eines umfangreichen Datenschutzkonzepts; (3) Erarbeitung eines datenschutzkonformen Datenintegrationskonzeptes für die Datenextraktion aus den Informationssystemen des Klinikum Oldenburg; (4) Integration der extrahierten Daten in die BIPS-Datenbank; (5) statistische Auswertung.
Methodik Kohortenstudie mit Daten von 2 Gesetzlichen Krankenversicherungen, deren Daten mit den Daten eines Krankenhausinformationssystems verknüpft wurden. In beiden Datenquellen beschränkte sich die Studienpopulation auf Krankenhausaufenthalte von Patienten in einem bestimmten Krankenhaus, bei denen eine Herzinsuffizienz kodiert wurde. Eine Verknüpfung von Krankenhausaufenthalten beider Datenquellen erfolgte bei Übereinstimmung des Aufnahme- und Entlassungsdatums sowie einem definierten Anteil von übereinstimmenden Diagnosen bezogen auf die Diagnosen im KIS (in voller Kodiertiefe). Mit Hilfe der direkten personenbezogenen Verknüpfung beider Datenquellen (Goldstandard) wurde der Algorithmus anhand gängiger Teststatistiken evaluiert. Weiterhin wurde ermittelt, wie häufig für dieses Pati-entenkollektiv zusätzliche klinische Angaben aus dem KIS vorlagen.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenhäuser  (Stichprobengröße: k.A.)
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Kohortenstudie (retrospektiv)
Beobachtungsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Der Datensatz umfasste 3.731 Hospitalisierungen aus dem KIS und 8.172 Hospitalisierungen aus den GKV-Routinedaten. Das Linkage erzielte bei einer Übereinstimmung der Diagnosen von mindestens 30% eine Sensitivität von 86,7%, welche bei 100%-iger Übereinstimmung bis auf 41,7% absank. Die Spezifität lag bei allen untersuchten Grenzwerten nahe 100%. Anthropometrische Maße sowie Befundinformationen waren in den Daten des KIS selten vorhanden, wohingegen Informationen zum Gesundheitszustand und Laborparametern vergleichsweise vollständig vorlagen.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 07.12.2015