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Monitoring der Anwendung von hochpotenten Opioiden bei Patienten mit und ohne alkoholbezogene Diagnosen

 

Projektkennung VfD_08_003355
Laufzeit von 01/2008 bis 12/2012
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Schätzung der Inzidenzraten von Opioid-Intoxikationen bei Patienten mit alkoholbezogenen Störungen, welche mit hochpotenten Opioid-Analgetika behandelt wurden im Vergleich zu Patienten ohne diese Störungen.
Hintergrund / Ziele Hochpotente Opioide sind unverzichtbarer Bestandteil in der Therapie von akuten sowie chronischen Schmerzen. In der Regel haben diese Substanzen ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis. Es ist allerdings bekannt, dass die gleichzeitige Einnahme von Opioiden und Alkohol das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie z.B. Atemdepression erhöhen kann.
Vor diesem Hintergrund wurde in diesem Projekt zum einen untersucht, wie hoch die Prävalenz von übermäßigem Alkoholkonsum (gemessen über alkoholbezogene Störungen) bei Patienten ist, die hochpotente Opioide einnehmen (Subprojekt 1). Zum anderen sollte die Inzidenz von Opioidintoxikationen bei Patienten mit und ohne alkoholbezogene Störungen ermittelt werden (Subprojekt 2). Ein besonderer Fokus lag hier auf den unterschiedlichen pharmazeutischen Formulierungen der hochpotenten Opioide, da diese sich hinsichtlich ihres Freisetzungsverhaltens in Alkohol unterscheiden können wie ein kürzlich abgeschlossenes Referral-Verfahren der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zeigt.
Methodik Im Rahmen einer retrospektiven epidemiologischen Studie wurden Abrechnungsdaten der Jahre 2004 bis 2009 von vier gesetzlichen Krankenkassen mit mehr als 14 Millionen Versicherten analysiert.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse Die Ergebnisse von Subprojekt 1 wurden 2012 als "Short Report" in Pharmacoepidemiology and Drug Safety publiziert. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung fand sich bei Patienten, welche starke Opioide einnahmen eine deutlich erhöhte alters- und geschlechtsstandardisierte Prävalenz von alkoholbezogenen Störungen.

Die Ergebnisse von Subprojekt 2 wurden 2015 in Drug Safety veröffentlicht. Opioid-Patienten mit alkoholbezogenen Störungen wiesen im Vergleich zu Patienten ohne entsprechende Störungen ein erhöhtes Risiko für Opioidintoxikationen auf. Die Inzidenz von Opioidintoxikationen war bei gleichzeitigem Gebrauch von verzögert- und schnell-freisetzenden Opioiden am höchsten.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 01.10.2015