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INSOMNIA II - Schlafstörung und Multimorbidität

Interventionen zur Förderung von Schlafqualität und Autonomie im Pflegeheim

 

Projektkennung VfD_INSOMNIA_II_11_003321
Laufzeit von 03/2011 bis 02/2014
Webseitehttp://www.ash-berlin.eu/forschung/forschungsprojekte/insomnia-ii/
Status des Projekts laufend
GesamtprojektBerliner Forschungsverbund "Autonomie trotz Multimorbidität im Alter"
ProjektkuerzelAMA

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) In der Studie werden die Effekte von Interventionen zur Förderung der Schlafqualität bei multimorbiden Pflegeheimbewohnern auf der Ebene der Bewohner und des Pflegepersonals untersucht.
Mit Blick auf die Pflegeheimbewohner lautet die Fragestellung einerseits, inwieweit sozial aktivierende und körperlich mobilisierende Maßnahmen den Schlaf verbessern können. Daneben wird der Einfluss einer höheren Schlafqualität auf die körperliche Funktionsfähigkeit und Autonomie der Betroffenen untersucht.
Auf der Ebene des Pflegepersonals ist als Interventionseffekt von Interesse, ob durch Fortbildungen das Problembewusstsein und das pflegerische Handeln hinsichtlich der Prävention und Behandlung von Schlafstörungen verbessert werden könnnen.

Hintergrund / Ziele Schlaf- und Wachstörungen in unterschiedlichen Formen haben unter Pflegeheimbewohner eine hohe Prävalenzrate: 9.9% der Bewohner haben (fast) täglich Ein- und Durchschlafprobleme, 27.4% mindestens einmal wöchentlich, 6.6% leiden (fast) täglich unter nicht erholsamem Schlaf. Tagesmüdigkeit, übermäßiger Schlaf und zu lange im Bett verbrachte Zeit sind weitere Problembereiche. Schlafstörungen gelten als ein Risikofaktor für verschiedene internistische und psychiatrische Erkrankungen und sind mit weiteren gesundheitlichen Problemen assoziiert. Zwischen beeinträchtigter Schlafqualität bei Pflegeheimbewohnern, reduziertem funktionalen Status und mangelnder Aktivierung in der Einrichtung sind Zusammenhänge nachweisbar, die einen weiteren funktionalen Abbau zur Folge haben können. Gleichzeitig sind die fachlichen Kenntnisse der Pflegekräfte in den Einrichtungen zum Umgang mit Schlafstörungen eher gering und nicht-medikamentöse Möglichkeiten zur Schlafförderung oftmals nicht ausgeschöpft.
Vor diesem Hintergrund und auf der Grundlage der Erkenntnisse aus dem Vorläuferprojekt INSOMNIA I wurden die Interventionen der aktuellen Studie mit dem Ziel konzipiert, mit nichtmedikamentösen Maßnahmen auf der individuellen und der institutionellen Ebene die Schlafqualität von Pflegeheimbewohner zu verbessern.

Methodik Den teilnehmenden Pflegeheimbewohnern der Interventionsgruppe wird in Kleingruppen eine Kombination aus sozialer und körperlicher Aktivierung angeboten, die als aussichtsreich gilt, Schlafstörungen positiv zu beeinflussen. Das aktivierende Programm wird mehrfach wöchentlich innerhalb der Einrichtung in einem Zeitraum von insgesamt 8 Wochen von ergo- und physiotherapeutischen Fachkräften angeleitet. Die Aktivierungen zielen auf die Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Balance und Koordinationsfähigkeit sowie auf die Förderung von Kommunikation, Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Daten zur Schlafqualität, zu psychosozialen Indikatoren und zum funktionalen Status der Teilnehmenden werden mittels Aktigraphie und spezifischer Items eines Assessments für die stationäre Langzeitpflege (Minimum Data Sets des Resident Assessment Instrument (interRAI MDS 2.0), Morris et al. 1995) erfasst und hinsichtlich der Interventionswirkung ausgewertet.
Die Intervention auf der Personalebene beinhaltet eine Weiterbildung für die Pflegekräfte zum Thema Prävention und Handhabung von Schlafstörungen bei Pflegeheimbewohnern. Ziel ist eine Steigerung des Problembewusstseins und der fachlichen Fähigkeiten im Umgang mit Schlafstörungen. Die Effekte der Personalintervention werden mittels Indikatoren zu Wissen und und Fähigkeiten evaluiert.
Datenbasis Primärdaten
   nicht-medikamentöse Interventionsstudie  (Stichprobengröße: 85)
   teilnehmende Cluster   (Stichprobengröße: 20)
Studiendesign cluster-randomisierte, zweiarmige, kontrollierte Studie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 65 bis 99 Jahre
Ergebnisse - Die subjektive Schlafqualität der Studienteilnehmenden in der Interventionsgruppe verbesserte sich nach einer achtwöchigen Phase der sozialen Aktivierung und körperlichen Mobilistation statistisch signifikant. Dies gilt insbesondere für die Pflegeheimbewohner ohne kognitive Einschränkungen.
- Nach Einschätzung der Pflegenden stellte sich bei der Hälfte der Heimbewohner mit Schlafstörungen nach der Intervention eine Verbesserung der Schlafqualität ein. Dieser Trend ist jedoch statistisch nicht signifikant.
- Für die Intervention aus sozialer Aktivierung und körperlicher Mobilisation konnte mit den aktigraphisch gemessenen Schlafparametern keine Verbesserung der Schlafqualität nachgewiesen werden.
- Mit der Fortbildung für Pflegekräfte wurde statistisch signifikant eine Verbesserung des Wissens zu Schlafstörgungen erreicht sowie das Erkennen der Bedeutung von Schlafstörungen und die Sicherheit im Umgang gesteigert.


Weitere Ergebnisdarstellung folgt.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 03.12.2013