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SeKom - Verbesserung der Lebensqualität von älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen durch Förderung der Selbstpflegekompetenzen am Beispiel von Amputationen

 

Projektkennung VfD_SeKom_12_003307
Laufzeit von 08/2012 bis 07/2015
Webseitehttp://www.lebenmitamputation.de/
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie können die Selbstpflegekompetenz und die Lebensqualität von älteren chronisch erkrankten Menschen, die von einer Amputation betroffen sind, verbessert werden?
Hintergrund / Ziele Die Integration einer chronischen Erkrankung in das alltägliche Leben ist für die Betroffenen eine Herausforderung. Eine besondere Belastungssituation ergibt sich aus den potentiellen Komplikationen einer chronischen Erkrankung. Amputationen stellen hierbei außerordentliche Anforderungen an die Bewältigungskompetenz und an die Selbstpflegefähigkeiten der Betroffenen und haben damit signifikante Auswirkungen auf die Lebensqualität. Das Projekt "Sekom", gefördert vom BMBF (2012-2015), zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität von älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen. Mit dem Vorhaben wird am Beispiel von Menschen mit Amputationen ein innovatives Versorgungskonzept entwickelt und realisiert, das durch die Implementierung eines Schulungsprogramms auf die Förderung der Selbstpflegekompetenzen fokussiert. Das Versorgungskonzept zielt dabei auf die Optimierung von Versorgungsschnittstellen angefangen von der präoperativen Versorgung bis zur Rehabilitation.
Methodik Im Rahmen des Gesamtprojektes werden insgesamt fünf Arbeitspakete durchgeführt. Die Arbeitspakete umfassen (A) eine Bestandsanalyse, (B) die Entwicklung eines Versorgungskonzeptes, (C) die Entwicklung und Durchführung eines Schulungsprogramms, (D) die Schaffung von Vernetzungsstrukturen und (E) die Identifikation von Transferbedingungen. Vorgestellt werden die Ergebnisse der ersten beiden Arbeitspakete. Für die Bestandsanalyse wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Weiterhin wurden Versorgungsangebote, die für die Zielgruppe potentiell relevant sein könnten, im Rahmen einer Internet- und Telefonrecherche analysiert. Aus den Ergebnissen der Bestands- und einer Bedarfsanalyse folgend, wurden die Rahmenbedingungen und Inhalte für ein multiprofessionelles Versorgungskonzept festgelegt, in einer Expertenkonferenz diskutiert und mit dem Delphi-Verfahren (n=11) konsentiert. Das Konzept wurde nachfolgend Betroffenen und ihren Angehörigen im Rahmen von Fokusgruppen zur Diskussion gestellt. Hierfür wurden jeweils 5 bis 10 Teilnehmer eingeladen. Die Diskussionen wurden inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung online  (Stichprobengröße: 11)
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 20)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 10)
Studiendesign Interventionsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 60 bis 99 Jahre
Ergebnisse Die Bestandsaufnahme ergab, dass die Angebote für Menschen mit Amputationen, besonders im ambulanten Bereich, nicht bedarfsdeckend sind. Betroffene können nach der Entlassung aus der stationären Versorgung sehr häufig nur auf ihren Hausarzt bzw. Hausärztin und den Orthopädietechniker bzw. Orthopädietechnikerin zugreifen. Beide Leistungserbringer fokussieren ihre Bemühungen dabei weniger auf die Förderung der spezifischen alltagsrelevanten Selbstpflegefähigkeiten.
Die Delphi-Befragung zur Entwicklung eines Versorgungsprozesses zeigte ein hohe Übereinstimmung bezüglich des Nutzens eines Caremanagers. Zehn Befragte schätzen es als sehr wichtig bzw. eher wichtig (8/2) ein, dass der Caremanager die Klienten und Klientinnen durch den Versorgungsprozess begleitet. Der Caremanager sollte beratend tätig sein und Versorgungsübergänge organisieren bzw. steuern. Die Frage nach der strukturellen Verortung ist noch nicht geklärt. Die Auswertung der Fokusgruppen ergab, dass eine kontinuierliche und individuelle Betreuung als äußerst wichtig erachtet wird. Ein Caremanager kann hierfür eine zentrale Funktion übernehmen.
Unter Einbezug der Ergebnisse der Delphibefragung und der Fokusgruppen sowie aktivierender und praxisorientierter Lernmethoden der Erwachsenenbildung wurde ein Schulungsprogramm als Fortbildung konzipiert. Diese richtet sich an Pflegende, Angehörige anderer Gesundheitsberufe und Personen, die in die Betreuung von Menschen mit Amputation involviert sind. Die Module der Schulung fokussieren auf amputationsbezogene medizinische Themen, den Bereich Mobilität, Krankheitsbewältigung. Außerdem steht die Kommunikation mit Betroffenen und Angehörigen sowie im interprofessionellen Kontext im Vordergrund. Neben Impulsvorträgen erfolgt die Vermittlung durch handlungsrelevante Übungseinheiten im Sinne des problemorientierten Lernens nach Price (2005). Zudem finden Hospitationen bei erfahrenen Amputationsbegleitern und In-House-Schulungen statt. Ergänzend gibt es Lernaufgaben, um die Schulungsinhalte kontinuierlich zu internalisieren.
Der Workload der Schulung umfasst 60 Stunden Präsenz an 2 x 5 Tagen. Die Abschlussprüfung zielt auf das erworbene Wissen sowie die Reflexions- und Handlungskompetenz ab und schließt eine mündlich-praktische Prüfung (Objective Structured Clinical Examination) ein.
Die Schulung ist im Oktober 2013 mit 12 Teilnehmenden gestartet.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 23.02.2015