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Neue Wege in der ambulanten Versorgung von Patienten mit psychischen Störungen

Evaluation der Wirksamkeit der ambulanten Integrierten Versorgung von Patienten mit psychischen Störungen

 

Projektkennung VfD_09_003289
Laufzeit von 09/2009 bis 10/2012
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die wissenschaftliche Begleitung basiert auf den nachfolgenden Fragestellungen:
•Welche Indikatoren eignen sich vor dem Hintergrund der vertraglichen Vereinbarungen zur Messung der Qualität im Integrierten Versorgungsmodell?
•Welche Faktoren tragen im Integrierten Versorgungsmodell zum Gelingen bei und welche Faktoren wirken sich hemmend auf die Ableitung der Qualitätsindikatoren für das Integrierte Versorgungsmodell aus?
•Inwieweit eignet sich das methodische Konzept zur Ableitung von Qualitätsindikatoren für das Integrierte Versorgungsmodell?


Hintergrund / Ziele Die Integrierte Versorgung nach § 140a-d SGB V kann als eine Chance zur Optimierung der psychiatrischen Versorgung entlang der Bedarfe der Patienten verstanden werden. Der Gesetzgeber verpflichtet die Vertragspartner zu einer qualitätsgesicherten Integrierten Versorgung, wobei er den Vertragspartnern überlässt, was unter einer qualitätsgesicherten Versorgung zu verstehen ist. Wenn die Integrierte Versorgung ihre Berechtigung haben soll, dann müssen ein Mehrwert und Nutzen, vor allem auch die optimierte Versorgungsqualität gegenüber der Regelversorgung ersichtlich werden. Der Nachweis der Qualität setzt praktikable, reliable und valide Instrumente zur Messung voraus. Zudem soll der Nachweis der Qualität alltagstauglich und ressourcenorientiert erfolgen. Deswegen haben sich in der Praxis Indikatoren bewährt, sie können auf Routinedaten aus der Patientendokumentation oder auf versichertenbezogene Daten der Krankenkassen beruhen.
Das Anliegen des Projektes ist für ein konkretes Konzept der ambulanten psychiatrischen Integrierten Versorgung potenzielle Qualitätsindikatoren zu entwickeln.
Methodik Ein zentrales Prinzip des Projektes ist die Triangulierung von Daten. Dazu werden in der wissenschaftlichen Begleitung Daten, die aus verschiedenen Quellen, zu verschiedenen Zeitpunkten und an mehreren Untersuchungsorten erhoben wurden, kombiniert und dann in Beziehung zueinander gesetzt.
Die Methodik in der ersten Projektphase zielte vorbereitend zunächst auf die Analyse des Ist-Zustands im Integrierten Versorgungsmodell. Mittels eines strukturierten Leitfadeninterviews wurden die maßgeblich am Integrierten Versorgungsmodell beteiligten Fachpersonen bezüglich der Prozesse befragt. Zudem wurde der Vertrag auf qualitätsrelevante Aspekte hin analysiert. Vor dem Anspruch der wissenschaftlichen Fundierung der potentiellen Indikatoren erfolgte in dieser Phase eine strukturierte Recherche nach Literatur in den, für die psychiatrische Versorgung relevanten Datenbanken.
Die Methodik in der zweiten Projektphase zielte auf die Analyse der bereit gestellten medizinisch-psychiatrischen Routinedaten und der versichertenbezogenen Routinedaten ab. Die Zusammenführung der medizinisch-psychiatrischen Daten mit den versichertenbezogenen Routinedaten erfolgte anhand des vollständigen Geburtsdatum und der Geschlechtszugehörigkeit der Patienten.
Um auf Daten entlang des gesamten Behandlungsverlaufs zugreifen zu können wurde als Einschlusskriterium für die Aufnahme in die Datenbasis des Projektes eine im Integrierten Versorgungsmodell abgeschlossene Behandlung der Patienten mit psychischen Störungen festgelegt. Für die statistischen Analysen im Zusammenhang mit der Indikatoren-Entwicklung steht eine Stichprobe von 171 Patienten mit einer abgeschlossenen Behandlung im Integrierten Versorgungsmodell bereit. Die Daten liegen für einen zweieinhalbjährigen Beobachtungszeitraum vor.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: 47)
   Behandlungsdaten  (Stichprobengröße: 171)
Studiendesign Kohortenstudie (retrospektiv)
Begleitstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 19 bis 79 Jahre
Ergebnisse Für das Integrierte Versorgungsmodell konnten Basisindikatoren, Indikatoren mit einem Bezug zum Zusammenspiel der Vertragspartner, Indikatoren mit einem Bezug zur individuellen ambulanten Versorgungssituation und Indikatoren mit einem Bezug zur Inanspruchnahme von Leistungen abgeleitet werden.
Die vertraglichen Vereinbarungen sind in einer vagen Weise formuliert. Dies wirkt sich hemmend auf die Ableitung von Indikatoren aus, weil ein breites Spektrum an potenziellen Indikatoren möglich ist. Zudem liegen die Daten der Basisdokumentation nur defizitär vor, so dass statistisch belastbare Aussagen kaum möglich sind.
Die zur Verfügung stehenden Sekundärdaten bieten zwar eine gute Ausgangssituation zur Evaluation. Es konnten eine Vielzahl an potentiellen Indikatoren abgeleitet werden. Aber die Indikatoren erfordern eine inhaltliche Schärfung, sodass die Aussagen verlässlicher werden.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 17.09.2013