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HAZA - Explorative Studie zur Zusammenarbeit von Hausärzten und Zahnärzten

 

Projektkennung VfD_HAZA_13_003252
Laufzeit von 09/2013 bis 06/2015
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welches Wissen zu den Zusammenhängen zwischen
Mund- und Allgemeingesundheit besteht bei Haus- und Zahnärzten?
In wieweit kann es und wird es im Versorgungsalltag integriert?
Hintergrund / Ziele Vor dem Hintergrund evidenzbasierter Belege zum Zusammenhang von Mund- und Allgemeingesundheit stellt sich die Frage der Kooperation von Allgemein- und Zahnmedizinern bei der Versorgung von Patienten. Dabei besteht ein Wechselspiel in beide Richtungen (Mund-/Allgemeingesundheit). Für die (optimale) Versorgung eines Patienten gibt es daher Zuweisungsanlässe nicht nur auf zahn- sondern auch auf hausärztlicher Seite. Eine kooperative Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis sowie strukturelle Absicherung ist Grundlage einer erfolgreichen Patientenversorgung. Inwieweit dies existiert, kann derzeit nicht quantifiziert werden, da Zahnmediziner vom Überweisungssystem der Ärzteschaft ausgeschlossen sind. Diese „artifizielle Trennung“ von Zahn- und „Human“-Medizin ist allerdings nicht nur strukturell sondern auch in Aus- und Weiterbildung, insbesondere beim Wissenstransfer evident. Daher zielt die vorliegende Studie darauf ab, die Kooperation von Haus- und Zahnärzten zu explorieren. Neben den Anlässen für Zuweisungen sollen auch Wissen zu Versorgungsschnittflächen und die Einstellungen sowie Hürden und Barrieren zur Kooperation in den Arztgruppen evaluiert werden. Ziel der Studie ist die Identifikation von Interventionsmöglichkeiten an der Schnittstelle „Hausarzt-Zahnarzt“ zur Verbesserung der Patientenversorgung sowie die Hypothesengenerierung für weitere quantitative Untersuchungen.
Methodik Es werden explorative, leitfadengestützte Experteninterviews mit je 5-7 Haus- und Zahnärzten in 3 Strukturregionen (Großstadt, Stadt, Land) Baden-Württembergs geführt.
Nach Transkription folgt die inhaltsanalytische Auswertung nach Mayring.
Die Analyse beginnt deduktiv und wird ergänzed durch induktive Kategorienbildung als Zusammenfassung. Der zweite Schritt mit skalierender Strukturierung beurteilt die Ausprägungen hinsichtlich Wissen, Einstellungen, Kooperation. Die methodische Qualität wird gesichert über kommunikative Validierung im interdisziplinären Setting sowie durch inhaltliche Validierung mittels Gruppendiskussion im Anschluß an eine Fortbildungsveranstaltung über die Ergebnisse der Interviewstudie.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 28)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 12)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die Zusammenhänge zwischen Mund- und Allgemeingesundheit sind beiden Arztgruppen (Haus- und Zahnärzten) teilweise bekannt. Dennoch gibt es keine vielfältigen Kontakte. Hausärzte schicken Patienten ohne direkten Kontakt zu Zahnärzten. Anlässe sind hierbei vornehmlich ein desolater Zahnstatus, seltener ein therapieresistenter Kopf- und Gesichtsschmerz. Zahnärzte kontaktieren Hausärzte zur Nachfrage oder vor Patientenzuweisung hauptsächlich wegen Medikation und Einschätzung zum Gerinnungsstatus vor operativen (oralchirurgischen) Eingriffen. Präventive Aspekte spielen eine untergeordnete Rolle. Kollegiale Rücksprachen hängen maßgeblich von einem „persönlichen Kennen“ ab.

Die Interaktion beider Arztgruppen ist wesentlich durch Selbst- und Fremdbilder bestimmt. Zusätzlich determiniert und behindert die administrative Trennung beider Fachbereiche deren Zusammenarbeit. Es findet eine „Abgrenzung der Mundhöhle im Versorgungsalltag“ statt. Der interdisziplinären Patientenversorgung stehen maßgeblich Mängel im Wissenstransfer sowie Probleme in der täglichen Umsetzung (Arbeitslast, Kontakthäufigkeit) entgegen.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 20.06.2016